Der Präsident des wirtschaftlich stark angeschlagenen Weißrussland, Alexander Lukaschenko, bittet Moskau um Geld für die Armee, damit er seine Soldaten bezahlen kann. Beide Länder teilten "gemeinsame militärische Ziele", sagte Lukaschenko. Weißrusslands 65.000 Mann starken Streitkräfte sind chronisch in Finanznöten. Offiziere im Rang eines Leutnants verdienen umgerechnet 65 Euro im Monat, berichtet "Spiegel Online" in der Nacht auf Montag.
Zwanzig Jahre nach dem Ende der Sowjetunion gerät Weißrussland damit immer stärker in Abhängigkeit von Russland. Weil die Wirtschaft des von Diktator Lukaschenko regierten Landes lahmt, gebe Minsk seine Souveränität Stück für Stück in Moskau in Zahlung, schreibt "Spiegel Online".
Die Opposition befürchtet, mittelfristig könnte Moskau mit der Finanzierung auch die Kontrolle über die Armee übernehmen. Weißrussische Soldaten könnten dann von Russland in Krisenregionen wie dem Nordkaukasus oder Zentralasien eingesetzt werden, warnt Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch.
Russland verfügt bereits jetzt über großen Einfluss auf den kleinen Nachbarn. Sieben von 32 weißrussischen Banken werden von Moskau kontrolliert, daneben die wichtigsten Versicherungskonzerne.
(APA/Red.)
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