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Syrien: Moskau will UN-Resolution noch entschärfen

16.02.2012 | 16:41 |   (DiePresse.com)

Die UN-Vollversammlung wird heute mit hoher Wahrscheinlichkeit das Vorgehen des syrischen Regimes scharf verurteilen. Moskau gefällt das nicht.

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Im UN-Sicherheitsrat konnte die Vetomacht Russland eine Syrien-Resolution noch verhindern. Das Vorgehen des Regimes von Präsident Bashar al-Assad soll deshalb am Donnerstagabend durch eine Resolution der UN-Vollversammlung verurteilt werden. Und Russland soll alle Hebel in Bewegung setzen, um den Resolutionsentwurf wenige Stunden vor der Abstimmung noch abzuschwächen.

Nach Angaben von Diplomaten legte Moskau mehrere Änderungsvorschläge vor, die den von Saudi-Arabien eingebrachten Text entschärfen sollten. Beobachter sahen darin jedoch taktische Manöver. Eine Abstimmung über die Änderungsvorschläge galt als unwahrscheinlich.

Saudi-Arabiens Entwurf orientiert sich an einem Aktionsplan der Arabischen Liga, der ein Ende der Gewalt und demokratische Reformen in Syrien fordert. Als Resolutionsentwurf im UN-Sicherheitsrat war ein sehr ähnlich formulierter Antrag vor knapp zwei Wochen gescheitert. Zwar hatten 13 der 15 Staaten für den Entwurf gestimmt. Russen und Chinesen hatten mit ihrem Veto aber dennoch das von Arabern und Europäern eingebrachte Papier, das keinerlei Sanktionen enthielt, blockiert.

In der Vollversammlung gibt es dagegen kein Veto, jedes Land hat unabhängig von Größe, Bevölkerung oder politischer und militärischer Macht nur eine Stimme. Deshalb zweifelte am Donnerstag niemand, dass die Resolution verabschiedet werden würde. Allerdings kann die Vollversammlung keine Sanktionen verhängen. Viele Diplomaten erhoffen sich aber von einer großen Mehrheit, dass der politische Druck auf Damaskus erhöht wird.

Eine ähnliche Resolution war bereits Mitte Dezember verabschiedet worden. Damals hatten 133 Länder für eine Verurteilung gestimmt, 43 enthielten sich und nur elf waren dagegen. Damaskus hatte die Resolution ignoriert. Möglicherweise ist diesmal aber der politische Druck höher, weil die Initiative von der Arabischen Liga kommt.

Wien als Drehscheibe

In den diplomatischen Bemühungen um ein Vorankommen in der Syrien-Krise heißt die Drehscheibe derzeit Wien. Frankreich und Russland nutzten eine internationale Ministerkonferenz in der Hofburg für Konsultationen. Fortschritte wurden dabei aber nicht erzielt. Paris' Außenminister Alain Juppe kritisierte nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow dessen Nein zur Syrien-Resolution. Das russische Argument, dass man damit einen offenen Bürgerkrieg wie in Libyen vermeiden wolle, sei "ein schlechter Vorwand", so Juppe. Die geplante Resolution schließe nämlich "die militärische Option" aus.

Bundespräsident Heinz Fischer und später Außenminister Michael Spindelegger trafen am Donnerstag mit Ban Ki-moon zusammen. Der UN-Generalsekretär verurteilte die Gewalt durch das syrische Regime. Dieses müsse aufhören, die eigenen Leute zu töten. Und Spindelegger erklärte: "Die Gespaltenheit in der Internationalen Gemeinschaft wird vom syrischen Regime zynisch genützt, um mit fortgesetzter Gewalt jede Opposition niederzuwalzen", erklärte Spindelegger.

(Ag.)

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6 Kommentare
Gast: DirkLeinher
17.02.2012 12:57
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Iran mischt sich ein?

Selbst wenn der Iran gute Beziehungen zur syrischen Regierung und auch Unterstützer desjenigen ist, ist die Folgerung des britischen Imperialisten Burt dass der von ihm selbst zugestandene "Stellvertreterkrieg" von assad begonnen wurde ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Das britische Aussenministerium blamiert sich mit solchen Kasperlis einmal mehr.

das Vereinigte Königreich

ist nicht in Waffenlieferungen an Syrien verwickelt und ich weiss davon nichts...hahhah das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus!Diese Interviews kann man wirklich nur mehr als Comedy betrachten!!!

super

wenn Saudi Arabien Forderungen einbringt. Also ein Land dessen Reichtum hauptsächlich unter den Mitgliedern des Könighauses aufgeteilt wird, wo gefoltert wird usw. usw.

Ich weiß nicht, ob mir das Lachen oder Kotzen kommen soll?

Gast: xtreme222
16.02.2012 17:48
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Es hat sich nichts geändert !

Es hat sich seit Stalins Zeiten nichts in Rußland geändert !!!
Dieses Regime in Moskau ist nur für Massenmorde zu begeistern, der Mensch zählt wie in Syrien gar nichts !!!

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Re: Es hat sich nichts geändert !

Verzeihen Sie, aber das ist blanker Unsinn! Russlands Haltung ist jene einer Großmacht, die naturgemäß ähnlich wie die USA Interessen verfolgt. Es geht hierbei nicht um Recht und Gerechtigkeit. Herr Assad, das weiß Moskau auch ganz genau ist ein mieser Diktator - keine Frage. Nur ist er aus Sicht des Westens und auch aus Sicht Russlands das weitaus geringere Übel. Eine gefestigte Demokratiebewegung gibt es in Syrien nicht, ebensowenig wie in Ägypten, Tunesien, Jemen oder Lybien. Die Alternative sind nunmal die Islamisten. Auf Grund des mehrheitlich niedrigen Bildungsstandards der Bevölkerung würden diese jede Wahl (siehe Ägypten) gewinnen. Die Folgen sind für den Westen und auch für Russland von Nachteil. Bedeutet auch nix gut Business - klaro - so einfach und klar ist das!

Gast: arab frühling
16.02.2012 17:40
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Berichterstattung Syrien

Wann fangen die Medien endlich an, die Wahrheit zu sagen über den 'syr. Frühling' ????
Die meisten Bilder sind gefälscht, Berichte oft erfunden...