Luftabwehrübung im Iran, Raketenabwehrtest in Israel

20.02.2012 | 15:08 |   (DiePresse.com)

Die iranische Armee hält eine Übung zum Schutz der Atomanlagen ab. Gleichzeitig treffen Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ein.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der Iran hat am Montag mit Luftabwehrübungen begonnen. Das viertägige Manöver diene der Stärkung der Luftabwehr des Landes insbesondere zum Schutz der Atomanlagen, erklärte die amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Am selben Tag traf in Teheran eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein, um offene Fragen zur möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms zu klären.

Mehr zum Thema:

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück. Insbesondere Israel empfindet das Programm als Bedrohung und schließt einen Militärangriff auf die Atomanlagen nicht aus.

Israel stellt Raketenabwehrsystem bei Tel Aviv auf

Die israelische Armee will in dieser Woche im Großraum Tel Aviv ein Raketenabwehrsystem aufstellen und prüfen. Eine Militärsprecherin in Jerusalem teilte am Montag mit, es handle sich um eine jährliche "Routineübung". Das System "Eisenkuppel" solle nur für einige Tage stationiert bleiben.

Bisher wurde das Raketenabwehrsystem vor allem im Umland des palästinensischen Gazastreifens als Warnsystem gegen den fortwährenden Raketenbeschuss durch militante Palästinenser eingesetzt.

Vor dem Hintergrund des Atomstreits mit dem Iran und Spekulationen über einen möglichen Angriff Israels sorgte die geplante Übung im Großraum Tel Aviv für Aufsehen. Tel Aviv gilt als Hauptziel möglicher Raketenangriffe bei einem neuen Nahost-Krieg.

Ein Angriff auf iranische Atomanlagen würde die israelische Luftwaffe nach Einschätzung von Militärexperten auf eine sehr harte Probe stellen. Die Piloten müssten mehr als 1600 Kilometer über feindliches Gebiet fliegen, unterwegs in der Luft auftanken, die iranische Luftabwehr überwinden und mehrere unterirdische Nuklearanlagen gleichzeitig angreifen, schreibt die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) in ihrer Online-Ausgabe.

Israel müsste nach Einschätzung von US-Sicherheitsexperten mindestens 100 Flugzeuge einsetzen. Damit würde sich ein möglicher Angriff deutlich von den gezielten Luftschlägen gegen den mutmaßlichen Reaktor in Syrien im Jahre 2007 sowie den irakischen Atomreaktor Osirak im Jahre 1981 unterscheiden, heißt es.

US-Sicherheitsberater Donilon in Israel

Tom Donilon, Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, traf am Sonntag in Jerusalem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zusammen. Nach israelischen Medienberichten will Donilon Israel von einem Angriff auf den Iran abhalten und davon überzeugen, den Sanktionen gegen Teheran zuerst eine Chance zu geben.

Netanjahu hatte mehrmals erklärt, Israel müsse notfalls auch auf eigene Faust gegen die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm vorgehen. Das erklärten auch Staatspräsident Shimon Peres und Verteidigungsminister Ehud Barak gegenüber dem französischen Ex-Premier Laurent Fabius, wie das Pariser Nachrichtenmagazin "L'Express" berichtete.

"Keine Engpässe" durch Ölembargo

Das von der iranischen Führung verhängte Ölembargo gegen Frankreich und Großbritannien wird indes nach Einschätzung der Regierungen in Paris und London zu keinerlei Engpässen führen. Die französischen Unternehmen hätten bereits im Vorfeld den Kauf von iranischem Öl gestoppt, kommentierte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag. Hintergrund seien die am 23. Jänner beschlossenen EU-Sanktionen gewesen. Sie sehen unter anderem vor, die Öleinfuhren aus dem Iran spätestens zum 1. Juli einzustellen, um das Land zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms zu bewegen.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

68 Kommentare
 
12
Gast: Österreicher
21.02.2012 11:23
2 1

Wettte, daß Israel zuerst seine Bomben in den Iran schickt

noch bevor Raketen gegen Israel vom Iran abgefeuert werden?

Israel hat doch den riesigen Vorteil, daß es aus innenpolitischen Gründen in jeden Fall von den USA notfalls auch atomar geschützt wird. Das wissen sowohl lsrael als auch der Iran ganz genau! Deshalb kann es sich Israel leisten, die US-Militärstrategen zum Rapport nach Israel zu bestellen!

Wenn auch der Iran (so wie Israel) die Atombombe besäße, würde das am Kräfteverhältnis zwischen den beiden Staaten wenig ändern. Wie das Beispiel Lybiens und des Irak (die unter dem Druck des Westens auf die Entwicklung einer eigenen Atombombe verzichtet haben) zeigt, wäre der Iran vor von außen gesteuertem Regimewechsel weiterhin nicht sicher - lediglich der Einfluß des Iran in der Region würde weiter wachsen, während sich an der Unbeliebtheit Israels bei den Nachbarvölkern wegen dessen Palästina-Politik wenig ändern würde! Eine totale Niederlage wie im Falle Deutschland, die zu einer Kehrtwende der Einstellung der Araber zu Israel führen würde, ist nicht in Sicht! Das "Zündeln" im Nahen Osten ist also gefährlich, aber wenig produktiv!

Krieg

Jeder krieg ist furchtbar

Gast: Jochen Rind
20.02.2012 19:36
10 1

Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

dann bombardiert der Iran israelische Atomanlagen - So einfach ist das.

Re: Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

Vorsicht, der Geifer tropft schon auf die Tastatur...mal im Ernst, kann man ein derart schreckliches Szenario (von dem vernünftige Menschen immer noch hoffen, das es niemals eintritt) nicht mit etwas weniger unverhüllter Vorfreude beschreiben?

Antworten Antworten Gast: Jochen Rind
21.02.2012 17:54
1 0

Re: Re: Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

Es geht weder um Vorfreude noch Freude darüber.

Es wäre äußerst wünschenswert, wenn Israel den Iran nicht angreift.

Es steht jedoch zu befürchten - zumindest ich befürchte es - daß Israel zu seinen Atomwaffen greift, wenn die konventionellen Waffen nicht ausreichen. Ich hoffe aber, daß es nicht passiert.

Antworten Gast: Konservativer
21.02.2012 00:05
0 3

Re: Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

Dann greift Israel mangels Alternativen zur Wasserstoffbombe.

So einfach ist das.

Re: Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

Womit bitte?

Es geht ja Israel darum zu verhindern, dass der Iran diese kapazität aufbaut.

Antworten Antworten Gast: Jochen Rind
21.02.2012 17:57
0 0

Re: Re: Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

Ich würde den Iran nicht unterschätzen. Er verfügt über modernste Seeabwehrraketen (und zwar über eine erhebliche Anzahl) welche von schnellen Raketenbooten abgefeuert werden können und gegen die selbst die moderne Technik von USA und NATO machtlos sind (NOOR, C-802, GHANDER...)

Außerdem dürfte bekannt sein, daß der Iran bereits zweimal einen Satelliten ins All befördert hat. Also doch nicht so "technologisch rückständig" wie es oft hingestellt wird.

Antworten Antworten Gast: Giftspritzer
20.02.2012 23:28
0 1

Re: Re: Wenn Israel iranische Atomanlagen bombardiert,

Mit Raketen du Dummy ^^

Leute, das hat alles nichts zu bedeuten!

Alles geschieht nur aus purer Langeweile. Und wer etwas anderes sagt, ist ganz klar ein Verschwörer.

Teheran muss eigene Initiativfähigkeit behalten

Der Iran muss sehr vorsichtig und vor allem wachsam sein.
Bei Konfrontationen mit den USA ist es ratsam, nicht auf deren Erstschlag zu warten.
Im Falle eines Erstschlags der USA würden diese mit elektronischen Störmanövern Iranische Kommandostrukturen zerstören.

Ich würde dem Iran empfehlen, nach bewährtem US-Muster (9/11) eine Militär-Angriffs-Inszenierung gegen eigene Kräfte zu spielen und sofort die US-Flottenverbände und stationierten Kampfverbände auf der Insel Socotra zu neutralisieren.
Derzeit warten auf dieser Insel bereits über 130.000 Mann Kampftruppen der US-Armee, die zuvor aus Afghanistan und dem Irak abgezogen wurden.
Erst nach erfolgreichem "Rückschlag" des inszenierten US-Angriffs und militärischem Beistand der Mächte Russland, China und Syrien kann der Iran seine Wirtschaft weiter stärken und seine ÖL und Gasvorräte - ohne US-Dollar-Verrechnung- exportieren.
Das ist der Hauptgrund für die Provokation und Intervention mit der die USA versuchen, das Land seit mehr als 30 Jahren gefügig zu machen!!!

Antworten Gast: @walter mandl
20.02.2012 22:03
2 1

Re: Teheran muss eigene Initiativfähigkeit behalten

Naja, die Führugnen anderer Länder sind meist vielzu leichtgläubig, und gutgläubig.

Die haben keine Chance gegen die Verschlagenheit und Gerissenheit der us-amerikanischen Führung!

Gegen diese Perfidie, Verschlagenheit, Schläue und auch Falschheit ist bis jetzt kein Gras gewachsen!

Alle "Bösewichte" verliessen sich ja bis jetzt auf Zusagen und Abkommen mit den USA (etwa Saddam Husseion der jahrzehntelang von USA aufgerüstet wurde, und als Partner behandelt wurde,
Gaddafi der höflich begrüsst wurde, und bei Sarkozy und Blair ein und aus ging, etc.).

Drittweltdiktatoren oder regime sind eben vielzu einfach gestrickt.

US-Feldzüge werden eben perfidisch geplant, und mit riesigen geheimdienstlichen Mitteln aufbereitet.

Da sind irgendwelche Despoten oder Regime der unterentwickelten Welt vielzu oberflächlich, die können sich meist nicht voerstellen wei falsch und gemein die US-Führung handelt, wenn es um ihre Interessen geht (bzw. die von Israel, was eh auf das gleiche Rauskommt)!

Auch die Mullahs glauben verm. irgendwie an das Gute, an Demokratie die ständig von US-medien verbreitet wird (nru virtuell).

Nur Putin war bis jetzt der einzige der das Spiel durchschaute, sich nicht einkochen oder weichklpfen liess, und die Westpropaganda als das durchschaute was sie ist - Propaganda!

Dahinter steht Mammon / Bzw. Zion...

Re: Re: Teheran muss eigene Initiativfähigkeit behalten

wow, besonders der schlusssatz ihrer analyse laesst darauf schliessen,dass sie im WK II auf seiten der deutschen gedient haben.
propaganda gut inhaliert. abtreten!

Re: Re: Teheran muss eigene Initiativfähigkeit behalten

Zion...aber natürlich! Keine Verschwörungstheroie ohne Juden.

Re: Teheran muss eigene Initiativfähigkeit behalten

Das Problem ist, dass man nicht weiß, ob die westlichen Medien von einem Erstschlag gegen den Iran ala 9/11 überhaupt berichten würden.

Und wenn die USA auch nur ein Kriegsschiff verlieren, würde jeder Gehirnwäsche-Fernsehkonsument auch einen Atomschlag der USA verstehen, wenn es nur die Medien als korrekt vorkauen.

Antworten Gast: Giftspritzer
20.02.2012 19:24
4 0

Re: Teheran muss eigene Initiativfähigkeit behalten

Gute Idee!

Gast: Global_Position_System made in Iran
20.02.2012 18:55
4 3

Die iranische Armee hält eine Übung zum Schutz der Atomanlagen ab!

Vor einiger Zeit habe ich in den freien Medien gelesen dass die A-Anlagen für Energie-Gewinnung Unterirdisch sind und nicht durch Bunkerbrechende Waffen zu erreichen sind!

Sondern durch A Waffen! Wozu dann diese Übungen?
Wer die Massenvernichtungswaffen (A Waffen) einsetzt ist ja dann der Terrorstaat!


Gast: Cyberwatch1
20.02.2012 17:25
2 1

Iran Atomanlagen

Der Iran will keine A-Bombe bauen sondern nur im
Besitz des Wissens sein um eventuell eine bauen zu können.Den Iran in Schutt und Asche zu legen wird kaum möglich sein.Der Iran ist hochmotiviert
und nicht mit Irak und Syrien zu vergleichen,ein 8
jähriger Krieg hat es damals bewiesen in dem die Welt den Irak unterstützte und der Iran mit minimalsten Mitteln nicht zu besiegen war,das wissen die Militärs auch.Jetzt ist er quasi unangreifbar,und wenn dann mit verheerenden Folgen!

Re: Iran Atomanlagen

Warum soll der Iran keine Atombombe
bauen wollen !?


Re: Iran Atomanlagen

tolle märchenstunde ;-)

Die EU muss sich endlich,

entschieden hinter Israel stellen und den Mullahs klarmachen, dass man im Kriegsfall den Iran in Schutt und Asche legen werde.

Re: Die EU muss sich endlich,

Jo, jo in Schutt und Asche... hat in der Geschichte ja deutlich gezeigt, dass das der richtige Weg für eine stabile und friedliche Zukunft ist nicht wahr.


Re: Re: Die EU muss sich endlich,

und was bitte hat UNS die Geschichte mit der Islamischen Welt gelehrt?

Antworten Gast: Profiteur
20.02.2012 18:16
4 1

Re: Die EU muss sich endlich,

Was geht uns Europäer der Nahe Osten an
das ist die Baustelle der Amerikaner.

Re: Re: Die EU muss sich endlich,

und deren Vasallenstaat Großbritanien

Re: Re: Die EU muss sich endlich,

Von dort kommt die Schwarze Milch,an dem eure Industrie nuckelt mein lieber !
Auch das schöne Gas kommt nicht von den Alpen. Doch der wahre Grund ist !
Wir leben alle auf Planet Erde.

 
12
AnmeldenAnmelden