Israel ist Medienberichten zufolge über US-Zweifel an seiner militärischen Fähigkeit zu einem Angriff auf iranische Atomanalagen verärgert. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak sollen sich beim Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Tom Donilon, über entsprechende Äußerungen von Militärexperten beschwert haben. Das berichtete die Zeitung "Haaretz" am Dienstag.
Wer Israels Angriffsfähigkeit in Frage stelle, verringere den Druck auf den Iran und erhöhe damit letztlich die Gefahr, dass es tatsächlich zu einem Krieg komme, zitierte die Zeitung ungenannte Vertreter Israels. Der israelische Regierungssprecher Mark Regev wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
US-Generalstabschef: Angriff "nicht weise"
US-Generalstabschef Martin Dempsey hatte in einem CNN-Interview Israel zur Zurückhaltung aufgerufen: "Es wäre zu diesem Zeitpunkt nicht weise, den Iran anzugreifen". Zeitgleich veröffentlichte die "New York Times" einen Artikel über die Erfolgschancen eines israelischen Angriffs. Ein Schlag gegen die iranischen Atomanlagen werde die israelische Luftwaffe auf eine sehr harte Probe stellen, gab die Zeitung US-Militärexperten wieder. Ein Erfolg sei alles andere als garantiert.
Die US-Regierung befürchtet, Israel könnte in den kommenden Monaten - während des US-Präsidentschaftswahlkampfes - versuchen, die iranischen Atomanlagen durch einen Luftschlag zu zerstören. Ein israelischer Angriff könnte zu einer Eskalation führen und die USA zum Eingreifen nötigen. US-Regierungsmitglieder, unter ihnen Verteidigungsminister Leon Panetta, haben öffentlich gewarnt, eine derartige Aktion drohe sich über Wochen hinzuziehen und einen unkalkulierbaren Flächenbrand im Nahen Osten auszulösen.
(Ag.)
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