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Venezuela: Chavez muss erneut operiert werden

22.02.2012 | 07:33 |   (DiePresse.com)

Nach vier Chemotherapien hatte der an Krebs erkrankte Präsident Chavez verkündet, geheilt zu sein. "Niemand muss alarmiert sein", erklärt er nun.

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Nach seiner Krebserkrankung muss der venezolanische Präsident Hugo Chavez, der such im Herbst der Wiederwahl stellt, erneut operiert werden. Der 57-Jährige erklärte am Dienstag, bei Untersuchungen in Kuba hätten Ärzte in seinem Becken eine zwei Zentimeter große Stelle entdeckt, die entfernt werden müsse. Es handle sich aber nicht um Metastasen, der Eingriff werde wohl nicht kompliziert sein. Die Operation sei schon in den nächsten Tagen geplant.

Der scharfe US-Kritiker steht seit 13 Jahren an der Spitze des ölreichen Landes. Im Juni 2011 war ihm auf Kuba ein bösartiger Tumor im Becken entfernt worden. Nach Einschätzung der Analysten von Barclays Capital könnte die Nachricht die Chancen für Chavez bei der Wahl im Oktober nun deutlich verschlechtern. Auf den Ölpreis hatte die Ankündigung einer weiteren Operation am Dienstagabend zunächst keine Auswirkungen.

Chavez erklärte sich für komplett geheilt

Nach vier Chemotherapien hatte der linksgerichtete Staatschef wiederholt erklärt, er sei komplett geheilt. Mediziner hatten indes gesagt, es sei zu früh für eine solche Diagnose. Sein tatsächlicher Zustand ist ein streng gehütetes Geheimnis.

"Niemand muss alarmiert sein", erklärte Chavez am Dienstag während einer Werksbesichtigung im Teilstaat Barinas im Westen des Landes. "Ich bin in guter Verfassung und werde mich diesem neuen Kampf stellen." Es müsse geklärt werden, ob es bei dem neuen Fund eine Verbindung zu seinem früheren Tumor gebe. Wo er operiert werde, sei noch offen.

Fit für den Wahlkampf?

Chavez hat angekündigt, sich trotz der Erkrankung im Herbst für eine sechsjährige Amtszeit zur Wiederwahl zu stellen. Venezuela ist einer der größten Ölexporteure Lateinamerikas und hat sich unter Chavez zu einem der schärfsten Gegner der USA entwickelt. Zuletzt hatte er sich demonstrativ auf die Seite des in Syrien herrschenden Präsidenten Bashar al-Assad gestellt, dem die Vereinten Nationen die Tötung tausender Menschen bei der Niederschlagung des Volksaufstands vorwerfen.

Analysten von Barclays Capital erklärten, jüngsten Umfragen zufolge hätten drei Viertel der Bürger geglaubt, Chavez habe sich von der Krebserkrankung erholt und sei fit für den Wahlkampf und eine weitere Amtszeit. "Wenn sich die Auffassung nun ändert, könnte sich das signifikant auf die Chancen für eine Wiederwahl auswirken."

Opposition rechnet sich gute Chancen aus

Die Opposition rechnet sich nach den jüngsten Umfragen für die Wahl am 7. Oktober erstmals wieder gute Chancen auf einen Sieg aus. Sie wirft Chavez vor, das Land mit seinem Sozialismus nach kubanischem Vorbild abgewirtschaftet und Investoren abgeschreckt zu haben. Insbesondere in der ärmeren Bevölkerung hat Chavez aber viele Anhänger, die ihm zugutehalten, mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft Krankenhäuser und Schulen zu bauen.

Am Wochenende hatte es Gerüchte bei Unterstützern und Gegnern des Präsidenten gegeben, Chavez sei zu einer Notoperation erneut nach Kuba geflogen worden und ringe mit dem Tod. Sein Informationsminister hatte die Gerüchte noch am Dienstag dementiert und gesagt, es handle sich um einen "schmutzigen Krieg" der Opposition im Vorfeld der Wahlen.

(Ag.)

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5 Kommentare
Keyoflife
22.02.2012 13:21
1 1

Chavez ein Diktator?

Ich war lange Zeit in Venezuela mit dem Segelboot unterwegs, aber man muß wirklich mit den locals leben und reden um die Situation in Venezuela zu verstehen! z.B.: Wenn Chavez nicht den Benzinpreis so unterstützen würde, nämlich mit 3 Cent (DREI EUROCENT) pro Liter Benzin oder Diesel, dann würden 80% im Land sofort verhungern und könnten nicht überleben und sonst ist es ähnlich wie in Griechenland, es zahlen der großteil der Leute keine Steuern noch sonstige Abgaben, aber wollen trotzdem die Strasse vor ihrem Haus gebaut und auch Strom und Wasser, nur wo es herkommt interessiert sie nicht! Und erst unter Chavez konnten die Armen des Landes zu einer Brille oder zu den "dritten" Zähnen zu kommen, daß vorher nie der fall war! Ich mag Chavez sicher nicht, denn die korruptheit und Kriminalität ist mir in dem Land zu hoch, aber er hat auch was für das Land getan, wobei ich mich bei unseren Politikern frage, was die eigentlich für unser Land tun?

Gast: Hugo Chavez
22.02.2012 13:03
0 2

Linksgerichtet...?

...mag sein, normal denkend und unbeeindruckt von USA und Konsorten wäre wohl treffender.
Es sei ihm auf jeden Fall eine gute Genesung gewünscht!
Geballte Faust hoch Hugo - du machst das schon!

Gast: deutscheWurst
22.02.2012 12:50
0 2

Gute Besserung vom ganzen Herzen der Wahrheitsliebenden

Jede Regierung ist nicht ohne, aber mir ist Chavez und Ahmadinedschad lieber als Bush, Obama, Sarkozy, Blair, den nicht gewählten van Rumpoy uvm....

Gast: Freidenker
22.02.2012 12:12
0 2

GNM

Mal abgesehen davon, ob Chavez einer Vergiftung unterliegt oder nicht - was auch ursächlich für sein Krankheitserleiden sein könnte - warum lässt er sich mit diesen Giftmethoden "Chemotherapie" (Von Therapie kann ja nicht die Rede sein) behandeln. Aussichtsreicher wäre eine alternative Behandlung auf Grundlage der GNM nach Dr. Hamer!!!!

Alpha17
22.02.2012 12:09
1 0

Geht das nicht auch bei seinen Freunden im Iran?