Schwere Ausschreitungen erschüttern Afghanistan. Seit drei Tagen gehen hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die Koran-Verbrennung durch US-Soldaten zu protestieren. Am Rande der Hauptstadt Kabul versammelten sich am Donnerstag rund 1000 Demonstranten, wie Polizeichef Ajub Salangi sagte. "Es ist friedlich, aber wir haben viel Polizei hingeschickt, damit die Lage nicht außer Kontrolle gerät."
Am Mittwoch waren bei Zusammenstößen in Kabul und drei weiteren Provinzen nach Angaben des Innenministeriums mindestens sieben Demonstranten getötet worden. Trotz einer Entschuldigung der US-Regierung und der Internationalen Schutztruppe Isaf hatten landesweit tausende Muslime protestiert. Die Isaf hatte betont, die "Entsorgung" von Koran-Exemplaren in einem Verbrennungsofen auf der US-Basis in Bagram sei nicht vorsätzlich geschehen.
In der inzwischen dritten Mitteilung der Taliban zu dem Vorfall hieß es am Donnerstag, "tapfere afghanische Muslime" müssten Stützpunkte und Konvois der internationalen Militärs angreifen. Afghanen sollten Ausländer schlagen, fangen und töten, damit diese lernten, den Koran nie wieder zu schänden.
(Ag./Red.)





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