Rund 130.000 Anhänger von Russlands Regierungschef Wladimir Putin haben sich am Donnerstag in Moskau zu einer Kundgebung versammelt. Damit wollen sie zehn Tage vor der Präsidentenwahl die Kandidatur des 59-Jährigen unterstützen. Unter dem Motto "Schützt das Land" zogen die Demonstranten, darunter viele Funktionäre, bei Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt am Ufer der Moskwa in Richtung Luschniki-Stadion. Dort fand eine Großkundgebung statt, bei der Putin seinen Unterstützern zurief: "Der Sieg wird unser sein."
Die Arena fasst dem Radiosender Echo Moskwy zufolge mehr als 80.000 Menschen. Die Atmosphäre im Stadion glich der eines Festivals. Tanzende Menschen und Träger roter Luftballons mit der Aufschrift "Für Putin" waren zu sehen. Die russische Agentur RIA Novosti überträgt die Aktion nach eigenen Angaben live.
Zur Teilnahme gezwungen?
Das Wahlkampfteam Putins will mit der Kundgebung die Aktionen der Protestbewegung in den Schatten stellen, die am Sonntag wieder gegen Putin mobil machen werden. Seit der umstrittenen Parlamentswahl von Anfang Dezember protestiert die Opposition gegen die Kreml-Führung.
Das regierungskritische Internetportal kasparov.ru berichtete, dass Tausende Demonstranten unter Drohungen von Gehaltskürzungen zur Teilnahme an der Pro-Putin-Aktion genötigt worden seien. Viele seien mit Bussen und Zügen nach Moskau gebracht worden. Die Polizei teilte laut RIA unterdessen mit, rund 70 Gastarbeiter aus Usbekistan festgenommen zu haben, die während der Kundgebung vermutlich Provokationen geplant hatten.
Stimmungsmache am "Männertag"
Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Demonstranten, die auf Plakaten Putin ihre Stimme zusicherten. Der 59-Jährige will sich am 4. März zum dritten Mal zum Präsidenten wählen lassen. Er hatte das höchste Staatsamt bereits von 2000 bis 2008 inne und darf nun nach einer Pause, in der er Regierungschef war, erneut antreten. Die Pro-Putin-Großveranstaltung fällt mit dem russischen Tag des Verteidigers des Vaterlandes zusammen. Der arbeitsfreie 23. Februar wird von vielen RIA zufolge auch als eine Art Männertag betrachtet.
Bei vier anderen Demonstrationen in Moskau kamen am Donnerstag insgesamt einige tausend Menschen zusammen, um andere Kandidaten der Wahl zu unterstützen. Die Opposition, die zur Wahl nicht zugelassen ist, verzichtete auf eine Kundgebung.
(Ag./Red.)
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