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Nachhilfe im Brustentblößen

02.03.2012 | 18:48 |  JUTTA SOMMERBAUER (Die Presse)

Oben-ohne-Protest. Frauen von "Femen" gaben den Grünen in Wien aktionistische Tipps. In der Ukraine werden sie immer wieder verhaftet. Mit ihrem eigenwilligen Protest sind sie zu Lieblingen der Medien geworden

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Eine Brust ist eine Brust ist eine Brust? So simpel ist die Sache nicht. Eine „protestierende Brust“ sei etwas gänzlich anderes als nackte Frauenbrüste auf Billboards oder im TV, sagt Alexandra Schewtschenko. „Eine protestierende Brust ist immer eine Provokation“, erklärt die Kiewer Aktivistin, die auf ihrem blondiertem Langhaar einen Blumenkranz trägt. „Unsere Brüste gehören uns, und keinem Geschäftsmann.“

Alexandra Schewtschenko gehört zu „Femen“, einer Gruppe junger Frauen, die auch im eisigen ukrainischen Winter ihre Brüste entblößen, um so gegen Demokratiedefizit, zu hohe Gaspreise oder Sextourismus zu protestieren. Mit ihrem Oben-ohne-Protest sind sie zu Lieblingen der Medien geworden – und zum Schrecken der Behörden, die ihren Überraschungsauftritten hilflos ausgeliefert sind.

Gestern entblätterten sich die Aktivistinnen lediglich nach der Pressekonferenz und fertigten für ihre Gastgeber – die Grünen – einen „Boob Print“ an: einen farbigen Brustabdruck. Dann erteilten sie in einem Workshop Nachhilfe im Brustentblößen, abends traten sie bei einer Diskussion der grünen Frauen auf. „Wir wollen zeigen, wie man das macht: auf die Straßen gehen, sich ausziehen und siegen.“

 

Verkauf von Brustabdrücken

Im vierten Jahr ihres Bestehens sind aus Studentinnen Vollzeitaktivistinnen geworden. „Wir sind 24 Stunden am Tag in Sachen Femen unterwegs“, sagt Alexandras Mitstreiterin Inna. Dennoch seien sie „einfache Mädchen“ geblieben, deren Mütter sich jeden Tag besorgt erkundigten, „ob wir auch warm genug angezogen sind“.

Femen finanziere sich über Spenden, erklären sie, und einen Internetshop, in dem sie „Boob Prints“ (der „erfolgreichste Artikel“), T-Shirts und Becher mit dem kreisförmigen Femen-Logo verkaufen. Parteien hätten versucht, sie zu korrumpieren, ihnen Umschläge mit Geld überreicht, mit der Auflage, dass Femen keine Protestaktionen gegen sie durchführe. „Dem haben wir natürlich nicht zugestimmt“, sagt Alexandra Schewtschenko mit Nachdruck.

 

„Gegen Patriarchat und Gewalt“

Femen sind ein versprengter Teil einer neuen feministischen Internationale, die auf Slut Walks marschiert und abends Burlesque-Shows besucht. Mit diesen Initiativen eint Femen die an frühfeministische Zeiten erinnernde Betonung des Körpers. Theoretisieren ist hingegen nicht das Ding der Ukrainerinnen. Gegen Patriarchat, Unterdrückung und Gewalt, lauten die Slogans. So grundsätzlich, so vage.

Eine der ersten, auch international bekannt gewordenen Femen-Aktionen fand im Februar 2010 statt. Da zogen sie sich im Wahllokal von Viktor Janukowitsch kurz vor dessen Stimmabgabe aus. Der Einzug von Janukowitsch ins Präsidentenamt stand bevor, Femen warnte vor einem „Ende der Demokratie“. Die Mädchen waren noch nicht so geübt im Enthüllen. Sie habe ihren Mantel fallen lassen, das T-Shirt ausgezogen, die Hände in der typischen Femen-Pose mit einem Transparent in die Höhe gestreckt – und dabei ganz auf die Pelzmütze auf ihrem Kopf vergessen, erinnert sich Alexandra Schewtschenko. „Zumindest meine Mutter dürfte beruhigt gewesen sein“, sagt sie und lacht.

Es gibt aber auch weniger lustige Geschichten der „Demokratieerprobungen“, wie die jungen Frauen ihre Aktionen nennen. In Weißrussland, wo Femen im Dezember 2011 gegen Präsident Alexander Lukaschenko demonstrierte, wurden drei Aktivistinnen zunächst vom KGB festgehalten und dann in einem Wald ausgesetzt. Inna zeigt auf die kurzen blonden Stummel, die sie unter ihrem langen, gewellten Kunsthaar trägt. „Man hat mir die Haare abgeschnitten. Sie haben Angst vor uns.“ Seit dem Amtsantritt von Janukowitsch würden sie nach Protesten stets von der Polizei verhaftet. „Im Westen passiert das nicht.“ Entblößte Brüste sind offenbar doch nicht überall gleich provokant.

Auf einen Blick

Femen ist eine feministische Gruppe aus der Ukraine, die mit Oben-ohne-Protesten provoziert. Zuletzt entblößten sich Aktivistinnen auch in Davos, Moskau und im Vatikan. Femen finanziert sich laut eigenen Angaben aus Spenden und dem Verkauf von Merchandise-Artikeln. Info: www.femen.org

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2012)

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38 Kommentare
 
1 2

Gast: Judge Holden
03.03.2012 05:48
8 3

Tuttelschau

Wer möchte schon die Tutteln von der Brauner , Vassilakou, Karl etc. sehen.
Erspart uns diesen Anblick !

Re: Tuttelschau

ich oute mich nicht
als fan der von ihnen bezeichneten politikerinnen. gar nicht.

nur wo - ausser in absurd-perverser fantasie -
hätten brauner vassi karl
dies ihnen angeboten?

träumen sie auch feuchte träume
von kronjuwelen des häupl fischer oder pilz?

solche leute wie j.h. sind
der effektive niedergang
in österreich :-(

gesocks. da ist krone-publikum noch edel.

scheusslich das.

Antworten Gast: Kanitverstand
03.03.2012 09:12
4 2

Re: Tuttelschau

Soweit ich das verstanden habe, korrigieren Sie mich bitte, falls ich das falsch sehe, aber soll das nicht eh abschreckend sein?

Gast: freund?
02.03.2012 23:20
8 3

OH, AUA, das wird optisch-biologische



kriegsführung.


Antworten Gast: Internetgucker
03.03.2012 09:10
4 0

Re: OH, AUA, das wird optisch-biologische

Haben sie sich von den alten Germanen-Tussis abgeschaut:

":::Im Kriegsfall zogen sich die Frauen mit den Kindern und Knechten in Fluchtburgen oder in die Wälder zurück. Wenn ein ganzer Stamm mit Viehwagen auszog, um neues Siedlungsland zu suchen, und es zu Kämpfen kam, bildete man Wagenburgen, in denen die Frauen Schutz fanden, bis die Schlacht vorbei war. Wollten die Kämpfer fliehen, hielten die Frauen sie auf, entblößten ihre Brüste, um zu erinnern, was bei einer Niederlage ihr Schicksal sein würde, und schickten sie zurück in die Schlacht..."

http://www.germanen-und-roemer.de/lex027d.htm" target="_blank">http://www.germanen-und-roemer.de/lex027d.htm

entweder abgeschaut oder ererbt

Bei manchen heutigen Ukrainern kommt eben ein gewisses historisches Erbe durch:

http://www.blinde-kuh.de/wikinger/osten.html

Re: entweder abgeschaut oder ererbt

wenigstens jetzt 2
(poster @11:31 und der davor @9:10)

die hirn haben bzw es gebrauchen und
_sachlich_ argumentieren.

historisch besehen -> im verlauf zu heute
kann man eh nicht mehr als thesen aufstellen.


Gast: Huch
02.03.2012 19:58
2 3

Na da bin ich aber gespannt...

Ich kann mir das gar nicht vorstellen: die Frauen Glawischnig, Vassilakou, Petrovic und so barbusig vor dem Parlament?

10 3

Re: Na da bin ich aber gespannt...

NEIN, ich will es mir nicht vorstellen und schon gar nicht sehen!!!!

Antworten Gast: Pedro
03.03.2012 02:30
4 2

Re: Na da bin ich aber gespannt...

Die brauchen Nachhilfe in Brustzeigen. Äusserst spannend wäre, was können die denn eigentlich?

Antworten Gast: jou
03.03.2012 00:22
14 3

Re: Na da bin ich aber gespannt...

Hab's mir vorgestellt ...und war eine Viertelstunde blind.Ich hab immer geglaubt, wenn einer im Dunkeln kauert, bei einer Vorbeikommenden aufspringt und dann den Mantel aufreißt (mit einem roten Mascherl auf dem Pimmel) ist er ein Exhibitionist...nein, das ist nur ein politisch aktiver Gesellschaftsveränderer (protestiert wahrscheinlich gegen das Matriarchat). Man lernt nie aus.

Re: Re: Na da bin ich aber gespannt...

klar doch :-)

sie wünschen sich pumpi von häupl fischer pilz - liste beliebig erweiterbar:

sogar auf den "zu reich zu schön zu [irgendwas] mit ehegespons zu pferd"
extended ;-))))))))


 
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