"Israel wird nicht im Schatten der Vernichtung leben"

06.03.2012 | 11:33 |   (DiePresse.com)

Israels Ministerpräsident Netanyahu zweifelt an einer friedlichen Lösung im Atomstreit mit dem Iran. US-Präsident Obama betont, es gebe immer noch ein Fenster für eine diplomatische Lösung.

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bezweifelt, dass im Streit um das iranische Atomprogramm noch eine friedliche Lösung möglich ist. Bisher hätten weder Diplomatie noch Sanktionen Wirkung gezeigt, sagte Netanyahu in Washington: "Niemand von uns kann es sich leisten, viel länger zu warten".

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In einer Rede vor der proisraelischen Lobby-Organisation AIPAC stellte Netanyahu klar, dass sich Israel das Recht auf Selbstverteidigung vorbehalte: "Wenn es um das Überleben Israels geht, müssen wir stets Herr unseres Schicksals bleiben". Der Premier zog einen Vergleich mit dem Holocaust. 1944 hätten die USA Bitten der jüdischen Lobby abgelehnt, das Vernichtungslager Auschwitz zu bombardieren. "Aber 2012 ist nicht 1944. Die heutige amerikanische Regierung ist anders", rief Netanyahu unter dem Jubel mehrerer tausend Zuhörer. "Als Ministerpräsident Israels werde ich mein Volk niemals im Schatten der Vernichtung leben lassen." Ein atomar bewaffneter Iran wäre eine Bedrohung für die ganze Region, betonte Netanyahu. Zudem würde sich die Gefahr eines nuklearen Terrorismus dramatisch verschärfen.

AIPAC
Das "American Israel Public Affairs Committee" (AIPAC) gilt als mächtigste Lobby israelischer Interessen in den USA. In der landesweiten Organisation mit Sitz in Washington engagieren sich laut eigenen Angaben etwa 100.000 Mitglieder, Juden und Nicht-Juden, über Parteigrenzen hinweg. Die Lobby wirbt bei US-Politikern um die Interessen Israels und wacht über Gesetze, die Israels Interessen berühren könnten.

Obama setzt auf Diplomatie und Sanktionen

Zwar meinte Netanyahu, die USA und Israel verfolgten im Irankonflikt "genau die gleiche Politik". Doch bei einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama waren zuvor Differenzen deutlich geworden. Während Obama vor allem für Diplomatie und Sanktionen warb, unterstrich Netanyahu das Recht auf Selbstverteidigung. "Wir glauben, dass es immer noch ein Fenster gibt, das eine diplomatische Lösung dieses Themas erlaubt", sagte Obama.

Wie die "New York Times" berichtete, seien "grundlegende Differenzen" zwischen den beiden Politikern nicht überwunden worden. Einigkeit herrschte lediglich in der grundsätzlichen Frage, dass weder Israel noch die USA einen Iran mit Atomwaffen zulassen wollten. Obama unterstrich, sich alle Optionen offenzuhalten. Netanyahu betonte, noch keine Entscheidung über einen Angriff getroffen zu haben.

Hintergrund des Treffens waren monatelange Spekulationen, dass Israel die Atomanlagen im Iran möglicherweise bereits in den nächsten Monaten angreifen könnte. Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als größte Bedrohung seiner Existenz.

Israel-Iran: Die Szenarien eines Angriffs

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(Ag./Red.)

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131 Kommentare
 
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Gast: Hopeland.at
16.08.2012 16:16
0

Und Friede den Menschen, die guten Willens sind!

"Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um," ein altes Sprichwort.
Im Nahen Osten droht Armagedon Wahrheit zu werden. Gott bewahre sie davor!
http://de.wikipedia.org/wiki/Harmagedon


obama

sollte mit israel über menschenrechte im gazastreifen und die siedlungspolitik reden, vielleicht löst sich dann der nahostkonflikt ganz von selbst.

Mir fehlt noch...

Möglichkeit 4:
Durch den Angriff Israels und den USA auf den Iran werden Russland und China auf den Plan gerufen. Es kommt zu einem internationalen Konflikt, der in einem thermonuklearen Schlagabtausch endet.

Gast: ZuGast
07.03.2012 09:57
3

Insel der Seligen

Ich kann mich erinnern wie hier rumort wurde, als Temelin gebaut wurde...

Der Iran baut Atombomben und die wahrscheinlich selben Leute die damals aufgeschrien haben, verstehen plötzlich die ganze Aufregung nicht mehr.


Nach einer klaren Neumondnacht

wird Mister Ahmedinejad bitterlich weinen,

denn seine Atomanlagen in den iranischen Bergen liegen dann in Trümmern,von riesiegen Felsen begraben und das wird gut so!

Die Türkei sollte eigentlich nicht vermitteln!

Denn der Westen ist nicht in der Lage die Wirkung der Türkei in der Region zu verstehen! Erst sollten sie sich, der Iran, Israel und der Westen, gegenseitig umbringen und dann sollte die Türkei vermitteln!

zionisten ...

... am werk.

Antworten Gast: OMV-ler
07.03.2012 09:12
6

Re: zionisten ...

Ich würde sagen Verbrecher am Werk.
Leider sind viele Politiker rund um die Welt bereit Menschenleben zu opfern um von anderen Geschichten abzulenken. Sie verursachen dabei so viel Leid, machen das Leben so vieler Menschen kaputt (auch der eigenen Bevölkerung) und dabei wäre die Lösung des Problemsbdas man eigentlich im Hintergrund verschwinden lassen wollte so einfach

Gast: Petrushka
06.03.2012 23:48
15

"Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"

Ich wollte nur mal ganz naiv einen alten berühmten Juden zitieren.

Antworten Gast: RUBIROSA
07.03.2012 13:05
3

Re: "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"

Leider nicht immer-WIE DIE ERFAHRUNG AUS DER GESCHICHTE BEWEIST-Petrushka!!

Re: "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"

in der tat sehr naiv.

haben sie fuer die iraner nach ihren staendigen drohungen israel von der landkarte zu tilgen auch einen sinnspruch?

Antworten Antworten Gast: Petrushka
07.03.2012 11:35
0

Re: Re: "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"

Und warum sollte das nicht für beide Seiten gelten?

Re: Re: "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"

Ich dachte erst er meint die Iraner, welche angeblich nach der A-Waffe greifen. Aber Sie haben es gleich richtig erfasst. Alle Achtung !

Re: Re: "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um"

Meinen Sie, daß diese Drohung ohne Ursache kommt?

Gast: bobo
06.03.2012 23:05
15

wenn israel will - wird die USA auf alles und jeden bombardieren. leider!


Wag the Dog - reloaded


Gast: Jochen Rind
06.03.2012 22:24
19

Israel plant einen "Blitzkrieg".

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Gast: martiniganzl
06.03.2012 21:43
24

israeal will unbedingt einen krieg- obama und die USA haben daher keine andere wahl, als in den nächsten krieg zu beginnen; die europäer werdens mit dem sozialabbau eh wieder bezahlen.


Antworten Gast: Konservativer
06.03.2012 22:14
3

Re: israeal will unbedingt einen krieg- obama und die USA haben daher keine andere wahl, als in den nächsten krieg zu beginnen; die europäer werdens mit dem sozialabbau eh wieder bezahlen.

Und das mit dem Sozialabbau trifft Minderleister wie Dich ganz besonders.

Antworten Antworten Gast: Neugieriger
06.03.2012 23:53
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Re: Re: israeal will unbedingt einen krieg- obama und die USA haben daher keine andere wahl, als in den nächsten krieg zu beginnen; die europäer werdens mit dem sozialabbau eh wieder bezahlen.

Kennst Du martiniganzl, dass du ihn gleich beleidigst? Oder sind das deine Argumente ad personam (war jetzt lateinisch).

Wie sagt schon Rosa Luxemburg schmutzig zitiert: "Lieber ein offener Krieg; als ein fauler Frieden."


Re: Wie sagt schon Rosa Luxemburg schmutzig zitiert: "Lieber ein offener Krieg; als ein fauler Frieden."

der faule Frieden existiert dort schon seit der Staatsgründung, so zwischendurch immer wieder.
Es wird bei der Diskussion vergessen, warum in der Region Israel "als Krebs" angesehen wird.
Die schreckliche Drohung, Israel auslöschen zu wollen, ist in dem Kontext zu sehen.

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Re: Wie sagt schon Rosa Luxemburg schmutzig zitiert: "Lieber ein offener Krieg; als ein fauler Frieden."

Sich gegenseitig ignorieren wäre auch eine Lösung. Ein Angriffskrieg ist jedenfalls ein Kriegsverbrechen.

Eskalation am Persischen Golf?

Unter diesem Titel referiert am 29. März der Politikwissenschaftler Matthias Küntzel im NIG der Uni Wien über die neuen Iran-Sanktionen und die Möglichkeit eines Krieges: http://at.stopthebomb.net/

Antworten Gast: ASVG-Sklave
07.03.2012 13:51
0

Pseudo-Wissenschaftler

geben sich billiger Propaganda hin.

Gast: ASVG-Sklave
06.03.2012 20:17
7

"ein Flug über Jordanien gefährdete den Friedensvertrag".

Bei soviel Schwachsinn hört man zu lesen auf. Oder wird hier tatsächlich erwartet dass sich Israel um die Verletzung des Friedensvertrages mit Jordanien kümmern würde, wenn Krieg gegen Iran auf der Agenda steht?

 
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