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Italien: Wut auf Briten nach verpatzter Geiselbefreiung

09.03.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Ein Brite und ein Italiener starben bei einer Befreiungsaktion der britischen Armee. Diese war nicht mit Italien abgesprochen gewesen. Eine islamistische Sekte hatte die Europäer in Nigeria gefangen gehalten.

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Rom/London/Ag. Der Tod einer italienischen und einer britischen Geisel bei einer gescheiterten Befreiungsaktion in Nigeria belastet nun die Beziehungen zwischen London und Rom: Als die nigerianische Armee im Verbund mit britischen Spezialeinheiten nämlich am Donnerstag – zehn Monate nach der Entführung der zwei Europäer durch die islamistische Sekte Boko Haram im Norden Nigerias – den Zugriff wagte, war Italiens Regierung von der britischen nämlich nicht informiert worden.

Dies geschah erst, als die Aktion bereits in vollem Gange war: „Die Art und Weise, wie sich die britische Regierung benommen hat, ist ziemlich unerklärlich“, ereiferte sich Italiens Präsident Giorgio Napolitano: „Wir fordern eine Klarstellung sowohl auf der diplomatischen als auch auf der politischen Ebene.“

„Es hat sich ein Zeitfenster geöffnet, in dem wir die Befreiung versuchen konnten. Wir hatten auch Grund zur Annahme, dass ihr Leben in unmittelbarer Gefahr war“, rechtfertigte sich Briten-Premier David Cameron. Er und Nigerias Präsident Goodluck Jonathan erklärten, die Geiseln seien offenbar von ihren Entführern getötet worden.

 

Islamistische Terrorwelle

Die einige Jahre zuvor gegründete Terrorgruppe „Boko Haram“ (übersetzt etwa „westliche Bildung ist Sünde“) wurde 2009 durch eine Anschlagsserie auch international bekannt. Die Anschläge der Gruppe wurden seither immer ausgefeilter, im vergangenen Jahr töteten die Islamisten rund 500 Menschen. Ihr Ziel sind einerseits Christen, andererseits staatliche Institutionen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2012)

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6 Kommentare
Gast: Don Quichote
10.03.2012 14:55
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War ihnen wohl nicht ...

... genug Zeit, einen lamettabehängten Faschingsoffizier an den Ort des Geschehens zu schicken, der die italienischen Heldensagen um ein Kapitel bereichert. Wer die italienische Handlungskompetenz in Krisensituationen an den Ereignissen um die Costa concordia mißt, wird wohl von der Realiät nicht so weit weg sein.

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Unkenrufe

Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Vogangsweise der Briten ungehörig.

Anstelle einer militärischen Lösung wäre Italien sicher in der Lage gewesen die Geisel auszulösen.

Es hat daher nur sekundäre Bedeutung wie sich diese Verbrecherbande bezeichnet!

Gast: nina blum
10.03.2012 04:09
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„Boko Haram“ (übersetzt etwa „westliche Bildung ist Sünde“)


Das kann sich nur auf unsere Bildungspolitik beziehen. Na, wenigstens macht da einmal jemand etwas dagegen.

Antworten Gast: Be-obachter
10.03.2012 19:35
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Re: „Boko Haram“ (übersetzt etwa „westliche Bildung ist Sünde“)

Darum machen also so viele Migranten keinen Hauptschulabschluss!

Gast: beschwerer
09.03.2012 23:06
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sorry,

aber wenn man die walschen einweiht, wird das ergebnis in der regel noch katastrophaler.

Antworten Gast: Defender
10.03.2012 08:31
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Re: sorry,

völlig Ihrer Meinung - die ital. Regierung würde ich mir bei einer Kommandoaktion auch nicht ins Boot holen.