Camille und Haley Harris lächeln in die Kamera, halten Transparente in die Luft, ihre blonden Locken wehen im Wind. Was klingt, wie ein Romantik-Film ist ein zweieinhalb-minütiger Clip für den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum. Darin bejubeln die Töchter eines Pastor-Ehepaars aus Oklahoma den "Mann mit den richtigen Überzeugungen". Der Titel des Hits, der seit dem „Super Tuesday" im Netz kursiert, lautet „Game On" - und wurde seither mehr als 800.000 Mal angeklickt.
Die Botschaft des Liedes ist klar: Erstmals seit der Präsidentschaft Ronald Reagans gebe es wieder Hoffnung. Das Lied erzählt von der Bedeutung der amerikanischen Verfassung, der Ablehnung von Abtreibung und der Hoffnung auf eine Wiedergeburt der US-Industrie. Doch woher kam die Inspiration dafür? "Wir haben Gott gebeten, uns die passenden Worte zu schicken und dann war der Song auch sehr schnell fertig", sagte die 20-jährige Camille gegenüber „Daily News".
Rick Santorum, für den die beiden Mädchen die Werbetrommel rühren, zeigte sich am Wochenende ganz begeistert. Via dem Nachrichtendienst "Twitter" bedankte er sich bei der Familie. Im Netz ist man dagegen geteilter Meinung: Auf "Youtube" kommen auf eine positive Bewertung vier negative.
Nur kein Rap: Soundtrack der Kandidaten
Doch auch die anderen Kandidaten im Rennen um das Weiße Haus setzen auf Musik. Erst im Februar veröffentlichte der amtierenden US-Präsident Barack Obama eine Online-Playlist mit 16 Liedern. Bei einer Spendengala stimmte er sogar den Hit "Let's Stay Together" des Soulsängers Al Green an, wie "Spiegel Online" berichtete.
Die Folge: Die Ode an ein Amerika wurde bereits tags darauf 16.000 Mal heruntergeladen - ein Plus von 490 Prozent. Ansonsten findet sich bei Obama alles außer Rap: der obligatorische Patrioten-Country, Classic Rock für die Mittelklasse, Indie Rock für Jungwähler und Oldies.
Bei den Republikanern dagegen wird fast nur Country gespielt. Mitt Romney, der Favorit unter den Präsidentschaftsbewerbern, greift gern auf den Song "Made in America" von Toby Keith zurück. Auch Newt Gingrich greift auf Keith zurück.
(Red.)
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