Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos ist am Sonntag zum neuen Parteichef der der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK) gewählt worden. Venizelos kam nach Auszählung von mehr als 25 Prozent der Wahlzettel auf etwa 96 Prozent der Stimmen. Dies berichtete das griechische Fernsehen unter Berufung auf die Wahlkommission. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.
"Ich bin mir bewusst welche Fehler, wir (die Sozialisten) gemacht haben. Ich weiß, wie verbittert die Menschen sind", sagte Venizelos. Griechenland könne aber jetzt hoffen, sagte er weiter. Das Land brauche jetzt "Arbeit und Solidarität", hieß es. "Wir starten", sagte Venizelos.
"Eine neue Hoffnung ist geboren", sagte Venizelos am Sonntagabend nach Schließung der Wahlbüros bei seinem Eintreffen an der PASOK-Parteizentrale in Athen. Mit der Wahl des Parteichefs sei "das Vertrauen für einen Neustart hergestellt".
Venizelos folgt auf Papandreou
Venizelos tritt die Nachfolge des bisherigen Parteichefs und früheren Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou an. Griechenlands starker Mann übernimmt die Führung der an der Regierung unter Lucas Papademos beteiligten Partei zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die PASOK mit nur elf Prozent in Umfragen auf dem niedrigsten Stand seit ihrer Gründung 1974 befindet. Die Partei hatte wegen des strikten Sparkurses der Regierung deutlich an Stimmen eingebüßt.
Ende April oder Anfang Mai finden in Griechenland vorgezogene Neuwahlen statt. Nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden wird Venizelos nach eigenen Angaben von seinem Amt als Finanzminister zurücktreten und sich ganz dem Wahlkampf widmen.
An der Urabstimmung haben sich nach ersten Schätzungen mehr als 200 000 Menschen beteiligt. Das sei fast doppelt so viel wie von den Organisatoren erwartet, hieß es aus Parteikreisen. Die griechischen Sozialisten sind unter anderem wegen der Finanzkrise politisch schwer angeschlagen, wollen mit der neuen Parteiführung einen politischen Neuanfang wagen.
Die griechische Presse ging davon aus, dass Venizelos vielleicht sogar schon am Montag von seinem Amt als Finanzminister zurücktreten wird, damit er seine Partei auf den harten Wahlkampf vorbereiten kann. Der bisherige Vorsitzende Giorgos Papandreou hatte im Jänner seinen Abschied von der Parteispitze angekündigt.
(Ag.)
Politik skurrilLieß Putin Superbowl-Ring mitgehen?
Zitate der Woche''Weniger grillen und chillen''
Politik per Photoshop Wenn Bilder lügen