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Toulouse: Scharfschützen töten mutmaßlichen Attentäter

22.03.2012 | 17:55 |   (DiePresse.com)

32 Stunden hatte sich der mutmaßliche Todesschütze verschanzt, am Vormittag erfolgte der Zugriff. Der Mann wurde von Scharfschützen getötet, als er aus dem Fenster sprang. Eine al-Qaida-nahe Organisation soll sich zu seinen Anschlägen bekannt haben.

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Der mutmaßliche Serienattentäter von Toulouse ist tot. Der Mann ist am Donnerstagvormittag nach einem heftigen Schusswechsel mit Polizisten aus dem Fenster seiner Wohnung gesprungen. Dabei wurde er von Scharfschützen durch einen einen Kopfschuss getötet. Als er auf dem Boden aufschlug, war er bereits tot.

Am Nachmittag soll sich dann eine dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehende Organisation zu den Anschlägen des Mannes bekannt haben. Die Gruppe Dschund al-Chilafah (Die Soldaten des Kalifats) soll Frankreich in einer Internet-Botschaft aufgefordert haben, seine "feindliche" Politik gegenüber Muslimen aufzugeben. Das berichten mehrere französische Medien.

32-stündige Zermürbungstaktik

Vor seinem Tod hatte sich Mohamed Merah rund 32 Stunden lang in seiner Wohnung verschanzt gehalten. In der Nacht auf Mittwoch Hatte ihn die Polizei aufgespürt. Innenminister Claude Gueant berichtete, dass der mutmaßliche Täter am späten Mittwochabend zunächst sein Aufgeben angekündigt hatte, dann aber ein Einlenken ausschloss und sagte, er würde die Polizisten erschießen, wenn sie ihn gefangen nehmen wollten. Der Minister hatte angeordnet, Merah möglichst lebend zu fassen, um ihn vor Gericht zu stellen und mehr über seine Motive und Komplizen zu erfahren. Er hatte sich zuvor als "Mujahid" (Gotteskrieger) und Mitglied des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida bezeichnet.

Die Angehörigen der Sondereinsatzeinheit Raid waren gegen 10.30 Uhr in die Wohnung im ersten Stock des Wohnhauses eingedrungen und hatten sich dort langsam vorgetastet. Sie haben dabei die Räume mit Videokameras überprüft. Plötzlich sei der Mann aus dem Badezimmer gestürmt und habe auf die Polizisten geschossen, sagt der Innenminister. Anschließend sei er aus dem Fenster gesprungen. Angeblich wurden am Tatort mehr als 300 Patronen verschossen. Der Verdächtige leistete erbitterte  Gegenwehr. Ein Beamter wurde am Bein verletzt, ein zweiter erlitt einen Schock.

Toulouse: Zermürbungstaktik bei Belagerung

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Alle Bluttaten gefilmt

Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte am Donnerstagnachmittag mit, der Serienmörder von Toulouse habe alle seine Bluttaten gefilmt. Die bei Mohamed Merah sichergestellten Videos seien erschreckend explizit. Beim tödlichen Kopfschuss auf sein erstes Opfer habe er erklärt: "Du tötest meine Brüder, und ich töte Dich." Polizisten habe er erklärt: "Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!".

In einem Wagen seien Maschinenpistolen und Revolver gefunden worden. Er habe rund 30 Schüsse auf die eindringenden Polizisten abgefeuert, sagt der zuständige leitende Staatsanwalt Francois Molins. Merah sei "in legitimer Selbstverteidigung" getötet worden.

VIDEO: Mutmaßlicher Serienmörder ist tot

Bild: (c) rca

Sieben Menschen soll der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse getötet haben. Nun ist Mohammed Merah selbst tot.

Sieben Morde seit 11. März

Der mutmaßliche Serienmörder soll am am 11. März zum ersten Mal zugeschlagen haben: Er erschoss in Toulouse auf offener Straße einen Fallschirmjäger in Zivil. Wenige Tage später tötete er im nahegelegenen Montauban zwei weitere Fallschirmjäger. Ein weiterer Soldat wurde bei dem Angriff schwer verletzt.

Wieder in Toulouse tötete er am Montag bei einem Angriff auf eine jüdische Schule drei Kinder und einen Lehrer. Innenminister Guéant sagte dem Fernsehsender LCI am Mittwochabend, der Mann habe die jüdische Schule nach eigenen Angaben nur angegriffen, weil er keinen weiteren Soldaten zum Töten "gefunden" habe. Offenbar hatte er aber für Mittwoch schon wieder einen Mord an einem Soldaten geplant gehabt. (Mehr: Chronologie der Taten)

Anti-Terror-Maßnahmen werden verschärft

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigte im Gefolge der Attentate von Toulouse verschärfte Maßnahmen gegen "die Verherrlichung des Terrorismus" an. Auch Aufrufe zum Hass und zur Gewalt würden künftig härter verfolgt, sagte Sarkozy am Donnerstag in einer Fernsehansprache.

"Von jetzt an wird jede Person, die regelmäßig Internetseiten aufruft, die den Terrorismus verherrlichen oder zu Hass und Gewalt aufrufen, strafrechtlich verfolgt", sagte Sarkozy. Dies gelte auch für Personen, die im Ausland ideologische Schulungen dieser Art besuchten. Zudem solle extremistische Indoktrinierung in Gefängnissen strenger verfolgt werden. Propaganda und Verherrlichung extremistischer Ideologien würden bereits im Rahmen des Anti-Terror-Kampfes bestraft.

Le Pen: "Die Regierung hat Angst"

Nach den Attentaten auf eine jüdische Schule und mehrere Soldaten haben die französischen Rechtsextremisten der Regierung vorgeworfen, ganze Stadtviertel radikalen Islamisten zu überlassen. Die Gefahr werde unterschätzt, sagte die Chefin des Front National, Marine Le Pen, am Donnerstag im Hörfunksender France Info. Sie kritisierte, dass die Bildung fundamentalistischer Netze in manchen Vierteln toleriert werde, nur um den sozialen Frieden nicht zu gefährden.

"Die Regierung hat Angst", sagte Le Pen. Sie liegt Umfragen zufolge einen Monat vor der Präsidentenwahl hinter dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und dessen sozialistischem Herausforderer Francois Hollande.

(Ag./red.)

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309 Kommentare
 
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Gast: EKO
23.03.2012 19:14
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Ja aber

alle Journalisten die laufend die Polizei weltweit kritisieren, die waren doch immer alle dabei!

Ganz vorne! Und sie hätten ja die Terroristen, die mit Messern bewaffneten Tobenden, etc sehr leicht eigenhändig ohne Gewalteinsatz überwältigen können, wenn man es ihnen nicht ausdrücklich verboten hätte.

Und die Erfahrung die sie haben! Alle Journalisten sind doch täglich bei allen heiklen Polizeieinsätzen weltweit dabei, ganz vorne!

Da weiß man wovon man spricht und schreibt.


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terroristen

dann war der US-Soldat der vor paar Tagen 16 Menschen massakrierte auch ein Terrorist!!

Re: terroristen

nei, eine arme Kreatur, der den ganzen Kriegswahnsinn nicht mehr ausgehalten hat. anzuklagen sind die Kriegsherren.

Gast: uburoi
23.03.2012 15:48
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ein polizist hat in erster linie sein leben, und das leben seiner kollegen zu schützen.

gegen nicht ansprechbare bewaffnete individuen (die erkenntlich bereits "konto voll" haben), wäre fast jede andere reaktion der exekutive nicht nur sebstgefährdent und bar jeder verantwortung.

Sieben Menschen soll der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse getötet haben.

Seid ihr Redakteure noch zu retten? Seienmörder? soll mutmasslich? wass soll dieser Stuss? wann werdet ihr wahrheit schreiben? erst nach der Gerichtsverhandlung?

Was kommt?

Oje, oje, was alles noch kommt?

Möglicherweise war Louis de Funès ...

... der Gendarm von Saint Tropez Einsatzleiter. Dann kann mich mir dieses Ergebnis gut vorstellen.

saudischer Grossmufti

fordert Zerstörung von Kirchen
http://www.erzdioezese-wien.at/content/news/articles/2012/03/23/a27448/
gibt es schon eine Stellungnahme von
AM Spindelegger ?

Gast: blacky100
23.03.2012 13:54
5 2

Viele Moslemische Mörder bezeichnen sich als Gotteskrieger!

Ich versteh nicht wie diese kranken Mörder, Gewalt Hass und Töten mit Gott verbinden!


Antworten Gast: baro palatinus
23.03.2012 14:47
12 0

ganz einfach

Sie gehen davon aus, dass jede religion einen "hippie"propheten wie jesus hat, der nächstenliebe und ähnliches verkündet.

im islam ist dies jedenfalls nicht der fall:

ein tötungsverbot beispielsweise, wie es unter anderem dem christen- und judentum, dem buddhismus oder den bahai bekannt ist gibt es dort nicht.

auch für das funktionieren unserer gesellschaft so wichtige prinzipien, wie jene nicht zu stehlen oder nicht zu lügen sind im islam unbekannt.


Re: Viele Moslemische Mörder bezeichnen sich als Gotteskrieger!

Hat er sich wirklich selber so bezeichnet, oder war das die Journaille?

Gast: schnucki
23.03.2012 13:42
16 3

Wie ruhig doch die Politiker sind!

Hätte in irgend einem Europäischen Land drei Kinder und Erwachsene Moslemischen Glaubens erschossen, würden sie Sturm laufen , und die Tat aufs schärfste verurteilen!

Doch so Schweigen sie wieder einmal!


Re: Wie ruhig doch die Politiker sind!

a) die Tat wird von jedem französischem und europäischen Politiker von Rang „aufs Schärfste“ verurteilt, wer behauptet was anderes?

b) die drei ermordeten Soldaten waren Muslime

Re: Wie ruhig doch die Politiker sind!

ja, unglaublich, aber wahr... es wären hunderte Lichterlketten und Trauerveranstaltungen abgehalten, was auch richtig wäre, nur warum jetzt still?
Tja...

Gast: Nordlicht
23.03.2012 13:40
14 2

Vom Extremismus der Mitte und von Einzeltätern

Es ist ein kleines Lehrstück über die Funktionsweise von Ideologien. Kaum hatte sich bestätigt, daß die Morde in Toulouse mit ein und derselben Tatwaffe begangen wurden, raunte es in der deutscher Presselandschaft von einem „Extremismus aus der Mitte der Gesellschaft“. Ja, ein zweiter Anders Breivik wurde von deutschen Journalisten per Ferndiagnose ausfindig gemacht. Nun, wo sich der mutmaßliche Täter mit einem Waffenlager verschanzt hält, ist von diesem „Extremismus aus der Mitte der Gesellschaft“ auf einmal nichts mehr zu hören.

Jetzt ist es ein isolierter Einzeltäter, der quasi im luftleeren Raum seine Morde geplant hat. Der plötzliche Umschwung kam, als klar wurde, daß mit Mohammed Merah wohl kein potentieller Anhänger des Front National gestellt wurde. Verallgemeinern, bis es paßt. Und differenzieren, bis es auch paßt. Dann stammt ein isolierter Einzeltäter wie Breivik „aus der Mitte der Gesellschaft“, während der über ein Netzwerk eingebundene Merah nur ein isolierter Einzeltäter ist.

Warum eigentlich nicht einfach mal die Ideologie vom Kopf auf die Füße stellen? Warum nicht bis zum Beweis des Gegenteils von einem „Extremismus aus der Mitte der islamischen Gesellschaft“ ausgehen. Warum nicht bis zum Beweis des Gegenteils von isolierten Einzeltätern der Zwickauer Zelle sprechen. Vielleicht, weil sich das Gegenteil ganz einfach nicht beweisen läßt? Möglicherweise weil es die Wahrheit ist? Aber seien wir still und leise, stören wir die deutschen Ideologieproduzenten nic

War ja klar

dass nun die Spezialeinheit wieder an allem schuld sein soll. An dieser stelle könnte man als ausgleich Fragen wiso stellen sich Islamistische Terroristen nicht ganz einfach einmal? Angst? Schwäche?

Achso verzeihung es ist politsch warscheinlich korrekter die eigenen Landsleute anzugreifen als Feinde.

Gast: Flic
23.03.2012 12:28
4 12

Klares taktisches Schema

Es ist Wahlkampf.

Passt

So soll es sein.....

Ich hätts besser gemacht!

Sag ich jetzt mal so - und wippe sanft mit meinem Bürosessel...

Re: Ich hätts besser gemacht!

Die Papierraschler und Drehstuhlhusaren können immer alles am Besten - zumindest in der Theorie :-)

Antworten Gast: schlÄchter
23.03.2012 13:36
3 1

Re: Ich hätts besser gemacht!

sg rough-rider!
:-)))
ihr posting versüßt den büroalltag.
+

mfg
s.

Gast: Zwergbumsti
23.03.2012 11:32
15 0

Es ist...

... beruhigend zu sehen, daß es selbst nach so einem Vorfall genug Leute gibt, die wissen, wie man es besser machen kann.

Ich schlage vor diese Spezialisten zu einem Personalpool zusammenzufassen sodaß sie bei einer zukünftigen, ähnlichen Situation zeigen können, wie es besser geht.

Das könnte wirklich sehr lehrreich sein.

Re: Es ist...

Ich kann mich dieser Meinung nur anschließen. Wie beim Fußball ist jeder Experte und weiß immer alles besser. Lächerlich!

Wieder mal alles ...

Experten im Forum! Unglaublich!

Der Kerl ist tot. Nächster Punkt.

There's nothing left Toulouse

sehr traurig, das ganze!

Gast: Dürum, mit Olles bitte und extra vüll Soos!
23.03.2012 10:16
3 16

Aha! Eine schwarze Sturmhaube und schwarze Kluft - eine Spezialeinheit

Klaro!
Diesen inkompetenten Kasperl spricht keiner das Recht ab sich "Spezial" zu nennen. LOL

 
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