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Israelis demonstrieren gegen Kriegspläne

25.03.2012 | 20:34 |  Von unserer Korrespondentin SUSANNE KNAUL (Die Presse)

Israelische Demonstranten wollten die unabsehbaren Kosten und Opferzahlen eines Militärschlags gegen Irans Atomanlagen aufzeigen. Ein Krieg habe nichts mit den beiden Völkern zu tun.

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Tel aviv. Einige hundert israelische Kriegsgegner waren dem Protestaufruf im Internet gefolgt. „Von Teheran bis Haifa – wir wollen keinen weiteren Krieg“, riefen sie am Samstagabend in Tel Aviv und protestierten damit gegen einen möglichen israelischen Präventivschlag auf die iranischen Atomanlagen. „Mit Worten reden, nicht mit Raketen“, stand auf den Plakaten und: „Geld für die Wohlfahrt, nicht für die Rüstung.“

Ein Krieg habe nichts mit den beiden Völkern zu tun, sagen sie, sondern sei allein Angelegenheit der Führungen. „Iranians – we love you“, ist auch die Botschaft einer neuen, über Facebook verbreiteten Kampagne, mit der sich israelische Bürger von ihrer Führung distanzieren, wenn sie vom Krieg spricht. Schon kommen die ersten Rückmeldungen begeisterter iranischer Facebook-Nutzer. Auch die hohen Kosten, die zulasten sozialer Leistungen gingen, werden gegen einen Krieg angeführt.

 

32 Prozent lehnen Angriff ab

Die Regierung in Jerusalem diskutiert offen die Option eines Militärschlags, sollten die Sanktionen den Iran nicht doch noch zur Abkehr vom Atomforschungsprogramm bewegen. Die Führung in Teheran beteuert seit Jahren, das Atomprogramm diene nur friedlichen Zwecken.

Bis zum Herbst, so vermuten Militärexperten, könnte Israel agieren. Danach wären nur noch die USA in der Lage, die unter dicken Betonschichten verborgenen Anlagen zu erreichen. Umfragen von Anfang März deuten auf zunehmendes Zögern in der israelischen Öffentlichkeit hin. Etwas über 40 Prozent der Befragten würden nur eine konzertierte Aktion zusammen mit den USA befürworten, keinen Alleingang Israels. 32 Prozent lehnen einen Angriff grundsätzlich ab.

Vor knapp zwei Wochen postierte Ronny Edri ein Bild von sich und seiner Tochter auf Facebook. „Iraner – wir werden niemals euer Land angreifen“, steht auf einem rosa Plakat mit blauem Herz. Edri gibt zu, dass das Poster nicht besonders geistreich sei. „Das Fantastische ist, dass mit so wenig schon so viel erreicht werden kann“, sagt er. Das Herz und ein bisschen Liebe haben zahlreiche Iraner umgekehrt dazu motiviert, ihre Zuneigung zu den Israelis zu formulieren. „We Iranians love you too“, heißt es in einer Nachricht auf Facebook. Frieden und Freundschaft strebten sie an: „Wir wollen nicht eure Feinde sein.“

„Die Kampagne verbreitete sich wie die Wolke einer Atombombe“, lautet der etwas dickfellige Kommentar eines Reporters der öffentlichen Fernsehnachrichten. Tausende Facebook-Nutzer klickten auf „gefällt mir“. Etwas anders geht es bei Tzvika Bassor zu, der auf seiner Facebook-Seite eine aggressivere Linie verfolgt, wenn er von einer „Achse des Bösen“ spricht und frei nach Ex-US-Präsident George W. Bush den Bogen von Teheran diesmal nicht nach Damaskus, sondern nach Jerusalem zieht. „Fuck you, Mr. Ahmadinejahu“, schreibt er und meint beide, den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammen. Auf seiner Facebook-Seite vereint er die beiden per Fotomontage zum Kuss.

Bassor initiierte die Demonstration am Samstagabend. „Etwas mehr als tausend Demonstranten sind nicht viel“, räumt er ein. Die meisten Teilnehmer kamen Medienberichten zufolge aus dem linken politischen Lager. „Wir haben etwas in Gang gesetzt und es gibt noch viele Möglichkeiten.“ Solange es nötig sei, werde er wieder und wieder zum Protest gegen einen Krieg aufrufen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2012)

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46 Kommentare
 
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kontraproduktiv

jede von aussen kommende aktion führt im iran zu einer solidarisierung mit dem regime und somit zu weiterer macht für die mullahs.

wenn der äussere druck hingegen fehlt, dann richtet sich der fokus der bevölkerung auf die unzähligen inneren probleme.
der iran ist von seiner bevölkerungsstruktur her ein unglaublich 'junger' staat. die jungen werden mullahs zum teufel jagen und somit alle ziele des westens viel effizienter erfüllen - wenn man ( = der westen) sie lässt und ihnen nicht steine vor die füße wirft!!!

Gast: Ich bin der Meinung
26.03.2012 17:24
5 0

Nichts mehr als ein Feigenblatt

für die "agressive" Politik des Staates Israel.

Die israel. Regierung läßt keine UNO Beobachter nach Gaza:
wo bitte ist da der Unterschied zum Iran, der die IAEO an der Nase herumführt?

Und jetzt da ein paar Antikriegsdemonstranten ...

Gast: gggggggg
26.03.2012 14:20
5 1

Ein Fünkchen Hoffnung!

32% sind nicht so wenig. Beten wir, dass es mehr werden. Und beten wir auch und vor allem für diejenigen, die für Gewalt sind. Mein Respekt und meine Bewunderung gilt den mutigen Friedensaktivisten. Schalom!


Re: Ein Fünkchen Hoffnung!

zu viel beten involved.

wegen den vorbetern haben wir ja diese troubles

Re: Re: Ein Fünkchen Hoffnung!

ich habe noch nie einen vorbeter beten gehört!

Antworten Gast: lovertoy
26.03.2012 15:28
0 0

Je nachdem wer welche Umfragewerte veröffentlichen will können es zum selben Zeitpunkt auch 58% sein.

http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/haaretz-poll-most-of-the-public-opposes-an-israeli-strike-on-iran-1.417282?localLinksEnabled=false

Gast: Pensador
26.03.2012 12:55
5 6

gezielte schläge gegen die atomanlagen der moolahs


sind kein "krieg".

die vielzitierten bomben auf das iranische volk sind nur dumme propaganda!

FREE IRAN !

Antworten Gast: rantanplaner
26.03.2012 13:36
4 4

Schwachsinn!

Sind gezielte Angriffe auf die israelischen Atomanlagen mit dem Potential einer gewaltigen schmutzigen Bombe auch kein Krieg? So ein gezielter Angriff würde hunderttausende Menschenleben fordern und im Iran sind die Reaktoren über das ganze Land verstreut.

Aussagen wie die ihre - die einen sehr wahrscheinlichen Weltkrieg mit Millionen toten Zivilisten leugnet - gehört unter Strafe gestellt und Sie sofort eingekastelt wo Sie keinen Schaden anrichten können!

Gast: Hanibal L.
26.03.2012 11:14
2 7

und ?

blind-vertrauende gutmenschen gibt es auch in israel.

Antworten Gast: gastgast3
26.03.2012 13:29
2 2

Re: und ?

menschen wie Ihnen wuensche ich aus ganzem herzen, mitten im krieg dabei zu sein...

und die Zahl derer muss anwachsen,

damit die Kriegstreiber endlich weggefegt werden.

Antworten Gast: Jubert Hubert
26.03.2012 11:59
1 0

und ?

sich blind stellende und indirekt krieg einfacher zulassende bösmenschen gibts auch in österreich.

Die dort tun wenigstens was sinnvolles!

Re: und ?

Diese Gutmenschen-Zuschreibungen richten sich eh von selber. Wer sie verwendet, gesellt sich zu Charaktären wie Nimmerrichter und Martinek.

Gast: Markus Trullus
26.03.2012 10:44
2 0

Interessenskonflikte

Es gibt Politiker, die viel Geld und Macht (=einfluss) zu verlieren haben. Und die wollen "kämpfen lassen"; und es gibt viele Bürger, die in einem Konflikt nur eines Erleben: Alles zu verlieren. Wo stehen nun die Interessen? Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir im Westen langsam auch demokratische Legitimationen verlieren.... es könnt ja gegen die Interessen der Regierenden gehen.....

Gast: BGHN
26.03.2012 09:24
4 0

Sind die Regierungsfritzen dort wirklich so bescheuert,..

..dass sie einen Krieg anztteln wollen?

Re: Sind die Regierungsfritzen dort wirklich so bescheuert,..

Ja, sind sie

Gast: Pensador
26.03.2012 09:07
4 0

Vernünftige und mutige Menschen

Diese Menschen tun Vernünftiges für ihr Land.
Vorallem aber auch viel mehr gegen den Antisemitismus, als diejenigen, die ihn dauernd
"bekämpfen" wollen.

Antworten Gast: Muzikantenstadl
26.03.2012 13:49
0 0

Diesem Statement gebührt meine völlige und ungeteilte Zustimmung


Sie haben recht, alles Blauäugige

Warum Frieden bekunden, wenn man einfach präventiv bombardieren kann!

Also ihr (poster da unten) seid vielleicht A....cher, wenn ich das mal so politisch unkorrekt sagen darf.

Den Iran als radikal und gefährlich beschimpfen, und selbst jede alternative Meinung zu Mord und Totschlag als lächerlich abtun.

Peinlich, wirklich peinlich.

Schade, dass die Spiegelbewegungen von iranischer Seite (Israelis we love you) so knapp erwähnt werden. Passt wohl nicht in das Bild vom "rrrradikkalen Moslem".

Mutige Friedenskämpfer in Israel

JEDER andere als Kriegszustand ist besser.
Auch eine (unwahrscheinliche) Atombombe des Irans wäre reversibel.
Die zerstörte Gesundheit von Menschen ist es nicht!

Daher sind diese mutigen Kämpfer des Friedens, der Vernunft und Menschlichkeit nicht naiv.

Gast: Lingus
26.03.2012 07:44
3 9

Aus der Geschichte nichts gelernt

"unabsehbaren Kosten und Opferzahlen"

wurden schon einmal durch langes zuschaun und nicht handeln verursacht.

Antworten Gast: b754
26.03.2012 13:23
0 1

Re: Aus der Geschichte nichts gelernt

so wie vor ein paar jahren im libanon oder jetzt noch immer in palästina

Antworten Antworten Gast: Lingus
26.03.2012 15:13
0 0

Re: Re: Aus der Geschichte nichts gelernt

Äpfel und Birnen sollten nicht zusamengeworfen werden.

Antworten Gast: Pensador
26.03.2012 09:10
1 2

Re: Aus der Geschichte nichts gelernt

Sie meinen da sicher den Netanjahu, gelt?

Antworten Antworten Gast: Lingus
26.03.2012 09:36
1 1

Re: Re: Aus der Geschichte nichts gelernt

Mit nichten - ich spreche von Appeasement gegenüber einer Diktatur!

Antworten Antworten Antworten Gast: Pensador
26.03.2012 14:06
0 0

Re: Re: Re:@ Lingus Aus der Geschichte nichts gelernt

Aha, war also falsch, dass man gegen die Sowjets nicht sofort den 3. Weltkrieg begonnen hat?
Die sind glücklicherweise ganz ohne Krieg in ihrem eigenen Mist erstickt.
Andernfalls wärs möglich, dass es Sie (und natürlich auch mich) nicht mehr gäbe.

 
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