Die Türkei hat am Montag ihre Botschaft in Syrien geschlossen. Wegen der Verschlechterung der Sicherheitsbedingungen seien die Aktivitäten der Vertretung bis auf weiteres ausgesetzt, sagte ein türkischer Diplomat. Das gesamte Botschaftspersonal hat demnach die syrische Hauptstadt Damaskus verlassen. Aus dem Umfeld der türkischen Regierung war von einer "starken politischen Botschaft" an die Regierung von Präsident Bashar al-Assad die Rede. Das türkische Generalkonsulat in der nördlichen Stadt Aleppo nahe der Grenze zur Türkei soll dagegen geöffnet bleiben.
Mit der Schließung der Botschaft folgt Ankara dem Beispiel mehrerer EU-Staaten, der USA und von sechs arabischen Golf-Despotien. Die Türkei, die einst enge Beziehungen zum Nachbarn Syrien pflegte, hat wegen des seit einem Jahr anhaltenden gewaltsamen Vorgehens gegen die Oppositionsbewegung mit tausenden Toten mit Assads Regierung gebrochen.
Treffen der "Freunde Syriens" in Istanbul
In Istanbul ist für Montag ein Treffen verschiedener syrischer Oppositionsgruppen vorgesehen. Die Regierungsgegner, darunter der "Syrische Nationalrat", wollen sich vor dem für Sonntag geplanten zweiten Treffen der Gruppe der "Freunde Syriens" beraten. Ziel sei es, künftig international mit einer Stimme sprechen zu können, verlautete aus Oppositionskreisen. Am Sonntag geht es bei der Zusammenkunft arabischer und westlicher Staaten dann um Hilfe für die syrischen Regierungsgegner. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton will an dem Treffen teilnehmen. Das erste Treffen hatte Ende Februar in Tunis stattgefunden.
Der "Syrische Nationalrat" war im Oktober in Istanbul gebildet worden; Vorsitzender ist der Universitätsprofessor Burhan Ghalioun, der an der Pariser Sorbonne lehrt.
China unterstützt Kofi Annan
China brachte am Montag seine volle Unterstützung für die Bemühungen des internationalen Syrien-Sonderbeauftragten Kofi Annan zum Ausdruck. Außenamtssprecher Hong Lei sagte, China - das bisher zusammen mit Russland eine Syrien-Resolution des UNO-Sicherheitsrates blockiert hat - hoffe auf eine "gerechte und friedliche politische Regelung" des Konflikts.
(Ag./Red.)
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