Erdogan an Assad: "Ich traue ihm nicht"

28.03.2012 | 10:31 |   (DiePresse.com)

Der türkische Regierungschef glaubt nicht, dass sein syrischer Amtskollege den Friedensplan einhalten werde. Immerhin habe Assad schon mehrmals Reformen versprochen habe, ohne diese Zusagen einzuhalten.

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Annahme des Friedensplanes des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan durch die Regierung in Damaskus als unglaubwürdig zurückgewiesen. "Ich glaube ihm nicht, ich traue ihm nicht", sagte Erdogan nach Zeitungsberichten vom Mittwoch über den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Erdogan erinnerte daran, dass Assad mehrmals Reformen versprochen habe, ohne diese Zusagen einzuhalten. Der türkische Regierungschef traf unterdessen in Teheran ein, wo er mit der iranischen Führung über die Syrien-Krise und den Atomstreit reden will.

Assads Regierung hatte am Dienstag erklärt, sie sei mit dem Friedensplan des früheren UN-Generalsekretärs Annan einverstanden. Der Plan sieht unter anderem eine Einstellung aller Kampfhandlungen und Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition vor. Beim Vorgehen syrischer Sicherheitskräfte gegen die Protestbewegung sind seit März vergangenen Jahres nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 9000 Menschen ums Leben gekommen.

Russland soll Unterstützung beenden

Am Rande des Gipfeltreffens zur atomaren Sicherheit in Seoul hatte Erdogan laut Presseberichten mit dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew gesprochen und ihn aufgefordert, Russland solle seine Unterstützung für Assad beenden. Es werde Zeit, dass auch Moskau einsehe, "dass es mit Assad nicht weitergeht", wurde Erdogan zitiert.

Am kommenden Sonntag will der türkische Regierungschef in Istanbul bei der zweiten Konferenz der so genannten "Freunde Syriens" eine Rede halten. Die "Freunde Syriens", eine Gruppe aus etwa 80 westlichen und arabischen Staaten, treten dafür ein, den Druck auf Assad zu erhöhen.

Wie Erdogan zeigte sich auch die syrische Opposition unbeeindruckt von der Annahme des Annan-Plans durch Assad. Die Opposition habe kein Vertrauen zur Regierung, sagte ein führender Oppositionsvertreter, Waid al-Buni, in Istanbul.

Die iranische Regierung steht weiterhin zu ihrem Verbündeten Assad und soll ihn auch militärisch unterstützen.

Vorbereitungen für Pufferzone?

Der Chef der türkischen Landstreitkräfte hat am Mittwoch die türkische Grenze zu Syrien inspiziert. General Hayri Kivrikoglu habe zunächst eine neu errichtete Containersiedlung in der Grenzprovinz Kilis besichtigt und sei dann zur Grenze aufgebrochen, meldete der türkische Nachrichtensender NTV. Der Besuch nährt Gerüchte über die Errichtung einer Pufferzone auf syrischem Terrain für den Fall einer starken Flüchtlingsbewegung aus Syrien. Regierungschef Tayyip Erdogan hatte sich Mitte März dafür ausgesprochen.

Der türkische Rote Halbmond erwartet, dass bei einer weiteren Verschärfung der Unruhen in Syrien bis zu eine halbe Million Syrer über die Grenze kommen könnten. Nach Berichten von Bewohnern der türkischen Grenzregion haben erste Vorbereitungen der Armee auf diese Ausnahmesituation begonnen; eine Entscheidung sei laut Regierungskreisen aber noch nicht gefallen. Die an die türkische Provinz Kilis angrenzende Gegend Syriens kommt als Standort einer Pufferzone in Frage, weil sie in der Nähe der Großstadt Aleppo mit ihren mehr als zwei Millionen Einwohnern liegt.

(Ag./Red.)

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22 Kommentare

uebersetzung

wenn assad boese: einfuhr channel 5 verboten. naechstesmal boese iphone verboten. naechstesmal bmw und mercedes (soweiso aufenthalt im ausland verboten): alle items markiert und werden ausser kraft gesetzt und nur hardware geliefert, die hier nicht passt.

"Pufferzone auf syrischem Gebiet"???

Heißt auf Deutsch: Die NATO annektiert einen Teil Syriens und trainiert dort Oppositionelle, damit sie die von den Saudis und Khatar gelieferten Waffen auch so gut bedienen können, dass sie quasi als Söldner der NATO Assad stürzen können.
So jedenfalls lief es in Lybien im geschützten Gebiet Bengasi.

Ich glaube, man muss Erdogan lieben!

Wie es aussieht, hat Erdogan den Österreichern das Fürchten beigebracht!

Antworten Gast: Tempa
28.03.2012 19:11
2

Re: Ich glaube, man muss Erdogan lieben!

Noch vor relativ kurzer Zeit bezeichnete Erdogan den syrischen Diktator(ebenso wie Gaddafi) als guten Freund. Noch vor relativ kurzer Zeit verantstalteten die syrische und die türkische Armee gemeinsame Manöver. Im selben Zeitraum hoben beide Länder die Visumpflicht auf.

Und (türkische?) Poster behaupteten, die Türkei sei eine grosse Militärmacht, eine Regionalmacht, ohne die die EU bedeutungslos sei.

Nun sind die beiden "guten" Freunde Assad und Erdogan geschiedene Freunde.

Offensichtlich hat Erdogan, hat die Türkei die Lage in Syrien völlig falsch eingeschätzt. Sein "Freund" Assad braucht seine "Ratschläge" nicht.

Eigentlich eine Demütigung für die türkische "Militärmacht" und angeblich unglaublich bedeutende Regionalmacht. Ein zweitklassiges Entwicklungsland vor der eigenen Haustür pfeift auf die türkische Diplomatie, auf die türkische Macht.

Und die syrische Opposition, die die Türkei zu organisieren sucht, zeigt sich völlig zerstritten und inkompetent.

Antworten Antworten Gast: NoWW3
30.03.2012 21:43
0

Re: Re: Ich glaube, man muss Erdogan lieben!

Die Türkei HATTE eine sehr große und starke Armee mit sehr fähigen Generälen.

Da aber jetzt zwei Drittel von ihnen wegen angeblicher Putschplanungen (die man mittels angeblicher mehrere tausend Seiten umfassenden Planungen "bewiesen" haben will) in den Knast gesperrt hat, und gegen der islamistischen Regierung AKP gefällige Huzzis ersetzt hat, wird man das wohl auch alles so durchführen, wie man das seit langer Zeit geplant hat.

Zumindest ist MIR das niun klar, warum die Genberäle alle im Knast sitzen.

Nicht ein einziger dieser aufrechten Hüter des Säkuklarismus in der Türkei hätte sich für das dreckige Geschäft hergegeben, mit einer al Kaida (Hakem Belhadj) zusammenzuarbeiten, um syrische Terroristen gegen den Machthaber eines souveränen Syrien zu unterstützen, damit, ähnlich wie in Libyen, die al Kaida Flagge oder eine ähnliche Flagge über Damaskus gehisst werden kann.

Atatürk selber sagte, daß von türkischem Boden aus niemals ein Angriff auf das Nachbarland Syrien erfolgen werde.

Infolgedessen könnte man diejenigen, die jetzt genau dieses Versprechen brechen, getrost als Verräter am laizistischen türkischen Staat bezeichnen. Und eigentlich gehören sie dahin, wo die aufrechten Generäle (und Journalisten, Intellektuellen, Gewrkschaftsleute, Politiker etc. etc.) jetzt sitzen!


Was meldet der sich ?

hat ihn einer nach seiner Meinung gefragt ?

Antworten Gast: Quoting facts
28.03.2012 17:36
0

Re: Was meldet der sich ?

Zur Info für Unwissende wie Sie: Syrien ist unmittelbarer Nachbar der Türkei. Tausende Syrer sind auf der Flucht vor Assad. Die Türkei ist für sie das Zielland schlechthin.

Ferner suchte Assad früher ständig Ratschläge in der Türkei um ein Mehrparteiensystem zu etablieren und die Baath-Partei nach AKP-Vorbild umzustrukturieren.

Auch hat die EU und die USA Erdogan oft gebeten, im Syrien-Konflikt zu schlichten und Assad auf Gewaltverzicht gegenüber dessen Volk aufzurufen.

Die Türkei ist es auch, die versucht im Atomkonflikt mit Teheran zu vermitteln, um einen grauenvollen Krieg vor ihrer Haustür abzuwenden.

Nun träumen Sie schön weiter...

Gast: africano
28.03.2012 16:03
7

Wer traut Erdogan ???


Wer traut Erdowahn?


Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
28.03.2012 14:32
7

das war klar

sobald Syrien irgendeinen Vorschlag des Westens akzeptiert und eine friedliche Lösung in Sicht kommt, muß der Westen diese Lösung wieder als unbrauchbar verwerfen;
als sich Assad zierte die Beobachtermission der Arab. Liga ins Land zu lassen, gab es einen Aufschrei - 'er hat etwas zu verbergen', als er dann die Mission machen ließ, wurde sie häßlichst denunziert und als unbrauchbar verworfen, der positive Bericht der Mission wurde bisher in allen MSM unterschlagen.

ist schon wie im Kindergarten

Die Kurden trauen Erdogan auch nicht

Erdogan hätte genung damit zu tun, den Kurden in seinem Land Gleichberechtigung zu verschaffen. Anstelle dessen versucht er mit derlei Aussagen nur von eigenen Problemen abzulenken.

Saif an Erdogan:

"Ich traue ihm nicht."

Antworten Gast: Quoting facts
28.03.2012 17:38
0

Re: Saif an Erdogan:

Ihre Meinung interessiert niemanden!

Die USA und die EU schalten oft Erdogan ein, um den Syrien-Konflikt friedlich beizulegen. Auch Putin und Medwedev sind für seine weitergehenden Infos stets dankbar.

Wer will schon mit unwichtigen, unwissenden Versagern wie Sie zu tun haben?

Das kenn ich doch von wo

Zitat:"Ich traue ihm nicht"

Mir gehts mit dem Erdogan genauso

Das weiß Erdogan weil er seine türkischen Agent-Provocateurs nicht zurückziehen wird.


Re: Das weiß Erdogan weil er seine türkischen Agent-Provocateurs nicht zurückziehen wird.

Die Gaza-Schiffe hat auch er organisieren lassen, wie man inzwischen weiss.

Antworten Antworten Gast: NoWW3
30.03.2012 21:47
0

Re: Re: Das weiß Erdogan weil er seine türkischen Agent-Provocateurs nicht zurückziehen wird.

Auf diesem IHHamas Terrordampfer saß übrigens genau der Hakem Belhadj mit drauf, der als al Kaida Habibi gegen Gaddafi geputscht hat und der jetzt in Zusammenarbeit mit der Türkei die syrischen terroristen unterstützt.

Zufall?

Gast: bosporus
28.03.2012 10:42
3

Türkei

Herr Erdogan scheint in dieser Gegend der einzige Realist zu sein, der die Lage richtig einschätzt.

Antworten Gast: SorryAber
28.03.2012 12:43
5

Re: Türkei

Du meinst wohl eher dass er weiss wie er die Lage für die eigenen Zwecke auszunützen kann...

Antworten Antworten Gast: bosporus
28.03.2012 14:49
0

Re: Re: Türkei

Und wenn schon, unsere Politiker wären zu blöd dazu.

Antworten Antworten Antworten Gast: SorryAber
28.03.2012 16:04
0

Re: Re: Re: Türkei

"Unsere" Politiker stehen wenigstens zu ihrer Vergangenheit...,

...du vertraust der türkischen Regierung auch blind.

Blinder Nationalismus ist nichts gutes...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Neugier 12
28.03.2012 17:40
0

Re: Re: Re: Re: Türkei

Zu welcher Vergangenheit?

Reden Sie vielleicht von der ordentlichen Beschäftigungspolitik im Dritten Reich?

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