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USA: Krankenversicherung für 31 Millionen Bürger?

29.03.2012 | 06:07 |   (DiePresse.com)

Das größte innenpolitische Projekt von Präsident Obama wird vom Obersten Gerichtshof geprüft. Die US-Regierung gibt sich optimistisch, dass die allgemeine Versicherungspflicht verfassungskonform ist.

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Nach dreitägigen Anhörungen vor dem Obersten Gerichtshof der USA zu der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama hat sich das Weiße Haus weiter überzeugt von der Rechtmäßigkeit des Gesetzes gezeigt. Die Regierung sei "zuversichtlich", dass ihre Gesundheitsreform mit der Verfassung vereinbar sei, erklärte Sprecher Josh Earnest am Mittwoch in Washington. Die umstrittene Versicherungspflicht für alle Bürger sei ursprünglich sogar eine Idee der Republikaner gewesen, fügte Earnest an. Das Gesetz sei damit ein "überparteilicher Plan".

Die vor zwei Jahren verabschiedete Gesundheitsreform gilt als größte innenpolitische Errungenschaft Obamas und soll 32 Millionen unversicherten Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung ermöglichen. Herzstück des Gesetzes ist die Pflicht, ab 2014 gegen Androhung einer Strafzahlung eine Versicherung abzuschließen. Die konservative Mehrheit der neun Richter am Supreme Court hatte während der Anhörungen in Zweifel gezogen, dass dies mit der Verfassung vereinbar ist. Sollte die Versicherungspflicht für verfassungswidrig erklärt werden, steht die gesamte Reform auf der Kippe.

Nach Ansicht der Kläger, darunter 26 republikanisch geführte Bundesstaaten, werden mit dem Gesetz individuelle Freiheitsrechte beschnitten. "Das ist eine lustige Vorstellung von Freiheit, jemanden zum Kauf einer Versicherung zu zwingen", sagte Klägeranwalt Paul Clement am Mittwoch in seinem Schlussplädoyer. Der Vertreter der Regierung am Supreme Court, Donald Verrilli, erinnerte die Richter daran, dass sie mit ihrem Urteil über "demokratisch gemachte Politik" richten würden. Die Entscheidung des Supreme Court wird zum Ende des Sitzungsjahres im Juni erwartet.

(Ag.)

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16 Kommentare

Viele bedenken eins nicht!

Alle bisherigen pflichtversicherungen sind von Bundesstaaten erlassen worden wie z.b. die Autohaftpflicht gibt es nur in einigen Bundesstaaten. Die Frage die vor dem Oberstengerichtshof gestellt wird ist, darf die Regierung in Washington D.C. die Bürger zum kauf einer Versicherung zwingen - Das Argument der Demokraten, das es erlaubt ist wegen der Interstate Commerce Clause wird von den Republikanern bestritten. Obamacare wird nicht stand halten. Die Obama Administration konnte das Individual Mandate nicht argumentieren.

Re: Viele bedenken eins nicht!

Mal abgesehen davon das die gesamte ObamaCare lug und betrug ist - CBO (Congressional Budget Office) hat errechnet das ObamaCare bis es in kraft tritt 2 mal soviel kostet wie vorveranschlagt nämlich 1,9 billionen Dollar und nicht 950 Milliarden - das ganze ist (quoting Justice Scalia) "Cruel and Unuausla Punishment"

Gast: max29
29.03.2012 13:27
0 3

der vergleich zu haftpflicht

interessanterweise sind haftpflichtversicherungen zb bei kfz in den usa weit weniger ein thema. die meisten bundesstaaten haben diese nämlich. ist jemand nicht versichert wird gestraft. von dem her stimmt das argument von paul clement nicht - pflichtversicherungen gibts ja schon länger

Re: der vergleich zu haftpflicht

Der UNterschied ist der 10.Verfassungszusatz, der die unabhängigkeit der Staaten garantiert. KFZ versicherungen sind Staatsgesetze der eine hats der andere nicht. ObamaCare ist ein Bundesgesetz und ist verfassungswiedrig weil es dem 10. wiederspricht, ausserdem soll Medicare und medicaide wieder zurückgegeben werden and die Staaten. Alaska hat andere needs als Texas und New York kann man nicht mit LA vergleichen. ObamaCare ist in wahrheit ein erster schritt zu inversaler Healthcare wo wir alle 20% für den rest der welt zahlen. Oder wir die hart arbeiten sollen für die die nur krieg führen zahlen - yea right

2 0

Re: der vergleich zu haftpflicht

ist relevant weil die Bundesstaaten darueber entscheiden und nicht Washington. Widerstand gegen Obamacare ist auch Widerstand gegen Obama's Ausbau zentralistischer Macht.

kann eine versicherungspflicht verfassungswidrig sein?

ja, wenn die verfassung eine ellbogengesellschaft definiert, wo solidarität mit anderen menschen ein fremdwort ist.

eine versicherung ist eine solidargemeinschaft. der versicherte zahlt eine (geringe) prämie, die im für ihn günstigen fall 'verloren' ist. im schadensfall aber, der existenzgefährdend sein kann, kann der versicherte auf die prämien der anderen zugreifen.

wenn es keine krankenversicherungspflicht gibt, dann wird (jeder ist sich selbst der nächste) der junge und gesunde mensch darauf vertrauen, dass er eh glück haben wird und quasi 'unverletzlich' ist. und seinen beitrag zur solidarität einsparen. wenn er aber mal älter und weniger gesund sein sollte, dann hätte er natürlich gern die solidarität seiner mitmenschen.
doch SO funktioniert eine gemeinschaft nicht! das ist egoismus und ellbogeneinsatz.

wer so denkt, sollte über einen wohnsitzwechsel auf eine einsame insel nachdenken.

Antworten Gast: gastname_
29.03.2012 13:43
3 1

Re: kann eine versicherungspflicht verfassungswidrig sein?

das US-Gesundheitssystem ist das teuerste der Welt, aber auch das ineffizienteste, Oberst Schwaffl.

Abgesehen davon wird das Wort "Solidarität" heutzutage gnadenlos mißbraucht, um für Fässer ohne Boden und bail-outs in jede Richtung Geld abzusaugen. Für Sozialversicherungen würde ich das Wort Solidarität nicht strapazieren.

Lächerliches Argument, daß jemand, der nicht in eine KV einzahlen will, weil er/sie/es verantwortungsvoll lebt und entscheidet, sich eine Insel suchen soll.

Antworten Antworten Gast: gast12345
29.03.2012 16:08
0 1

Re: Re: kann eine versicherungspflicht verfassungswidrig sein?

sie wissen aber auch, warum? ihr posting ist ein geistiger tiefflieger. denn gerade WEIL die solidargemeinschaft in den USA nicht funktioniert ist das system so teuer: es bedient lediglich die ärzte, die gesundheitsindustrie und die versicherungen, kostet mehr, aber erreicht nur die reichen.

weil aber im notfall der patient behandelt werden muss, gehen die patienten erst dann ins krankenhaus wenn sie ein notfall geworden sind (weil sie sich den arzt nicht leisten können), das wiederum muss die solidargemeinschaft stemmen obwohl es billiger wäre, die patienten würden regelmässig gesundheitskontrollen in anspruch nehmen können.

DESWEGEN war und ist das US-gesundheitssystem so teuer, nicht erst seit obamacare (das ja zum ziel hatte, das gesundheitssystem AUF DAUER günstiger zu machen, auch wenn es kurzfristig teurer würde).

Antworten Antworten Antworten Gast: gastname_
29.03.2012 17:15
1 0

Re: Re: Re: kann eine versicherungspflicht verfassungswidrig sein?

Verbesserung der Effizienz traue ich dem Staat keinesfalls zu. Da fehlen auf breiter Flur positive Beispiele.
Einmischung des Staates führt nur zu Fehlallokation von Ressourcen.

Antworten Gast: xxxx
29.03.2012 13:03
5 0

Re: kann eine versicherungspflicht verfassungswidrig sein?

Aber Hallo!
Definieren Sie mal "gering".
Mit unseren Prämien finanzieren wir GKK- und PVA-Paläste, dickste Gagen, den Angestellten dort einen Beamtenstatus und obendrein noch Ärzte, Spitäler, Rotes Kreuz, die dicke Pharmaindustrie und was weiß ich noch alles.

Mehr als 80 % unseer Beiträge sind so oder so weg.
Und mit den Steuern zahlen wir in Wirklichkeit die Kosten nochmal, weil es ja immer zu wenig ist!

Gast: gastname_
29.03.2012 09:15
7 4

Versicherungspflicht ist Kommunismus

Jeder muss selber entscheiden, ob er/sie/es sich versichern möchte. Die öffentlich rechtliche Versicherung ist die teuerste Variante mit dem größten persönlichen Verlust.
Ab in die Tonne damit.

Re: Versicherungspflicht ist Kommunismus

Nach Ihrer Definition dürften dann an US-Krankenhäuser aber auch keine Bedürftigen kostenlos behandelt werden weil dass dann ja wieder die Allgemeinheit bezahlen muss.

Antworten Antworten Gast: gastname_
29.03.2012 12:34
5 0

Re: Re: Versicherungspflicht ist Kommunismus

wie der Staat die Bedürftigen unterstützt ist eine andere Sache. Deswegen muss nicht jeder zu einer Versicherung verpflichtet werden.
Der US-Staat verteilt auch so an 40mio Foodstamps.

Die Sozialversicherungen sind Räuber und die Beiträge als gering zu bezeichnen, wie dieser Oberst Flaffl, ist Propaganda. Zusammen mit den euphemistisch bezeichneten Arbeitgeberbeiträgen sind die Beiträge sehr hoch - eben ZU HOCH.

Antworten Gast: powidl
29.03.2012 09:42
3 0

Re: Versicherungspflicht ist Kommunismus

vollkommen richtig!

die Gemeinschaft (der Staat) könnte auch ohne Pflicht & Zwang für einen sozial Ausgleich sorgen (z.B. Zuschüsse zum Versicherungstarif für Niedrigverdiener od. chronisch Kranke, etc.)


Antworten Antworten Gast: Halbwissen
29.03.2012 10:54
0 2

Re: Re: Versicherungspflicht ist Kommunismus

Zuschüssse für chronisch Kranke ?

Wenn der Schadensfall nach Versicherungsabschluß erfolgte, so hat doch wohl die Versicherung dafür aufzukommen und nicht der Staat.
Und wer Risiko fährt soll es gefälligst selbst tragen.

Antworten Antworten Antworten Gast: powidl
29.03.2012 11:14
4 0

Re: Re: Re: Versicherungspflicht ist Kommunismus

ganz klar, wenn der Schadenfall nachher auftritt, dann ist die Versicherung in der Pflicht.

Es gibt aber wohl auch Fälle, wo die Krankheit schon vor Abschluss besteht (denken Sie z.B. an ein Baby, dass mit Diabetes geboren wird, o.ä.)

in solchen Fällen könnte der tarifliche Mehrbetrag durch den "Sozialstaat" abgefedert werden ...

die Diskussion ist ohnedies müßig, da sich zumindest bei uns nichts ändern wird; da die gesetzlichen Kranken"versicherungen" ein Spielplatz für Interessen, Eitelkeiten, Gier und Pöstchenbeschaffungen sind.