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Straßenschlachten am "Tag des Bodens" in Israel

30.03.2012 | 15:58 |   (DiePresse.com)

Die Polizei ging nach Steinwürfen gegen Palästinenser vor. Diese wollen auf die "schleichende Verdrängung" aufmerksam machen und erinnern an Tote bei Demonstranten im Jahr 1976. Auch in Wien findet ein "Marsch auf Jerusalem" statt.

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Bei Protesten im Nahen Osten haben sich am Tag des Bodens (Land Day) hunderte Palästinenser Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften geliefert. Rund tausend Palästinenser marschierten zum Checkpoint Kalandiya, viele hielten palästinensische Flaggen in den Händen. Augenzeugen zufolge gab es auch Zwischenfälle an den Toren zur Jerusalemer Altstadt, wo sich die berühmte Al-Aksa-Moschee befindet. Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten. Die berittene Polizei trieb mehrere Dutzend Demonstranten auseinander. In Bethlehem schleuderten Palästinenser Brandsätze gegen einen israelischen Posten. Zusammenstöße mit Verletzten wurden auch aus Hebron gemeldet. Nach Angaben aus palästinensischen Kreisen wurden mindestens 100 Menschen verletzt. Unabhängige Angaben gab es zunächst nicht.

In Kalandiya, dem wichtigsten Übergang nach Ostjerusalem, warfen die Demonstranten Steine auf die Beamten. Die antworteten ihrerseits mit Gummigeschoßen, Tränengas und Blendgranaten. Nach Angaben von Sanitätern im Gazastreifen schossen die Sicherheitskräfte zudem scharf auf Demonstranten, als diese sich der Grenzmauer näherten. Der palästinensische Parlamentarier Mustafa Barguti wurde unter zunächst ungeklärten Umständen am Kopf verletzt. Nach palästinensischen Angaben wurde der gemäßigte Politiker von einer Tränengasgranate getroffen. Die israelischen Behörden erklärten dagegen, ein Palästinenser habe ihn geschlagen.

Israel am Tag des Bodens in Alarmbereitschaft

Eine Koalition aus Palästinensern und ausländischen Unterstützern hatte für Freitag zu dem "Marsch auf Jerusalem" aufgerufen. Nach Ansicht der Organisatoren sollte gegen die schleichende Verdrängung der Palästinenser aus Jerusalem protestiert und auf die israelische Siedlungspolitik aufmerksam gemacht werden. Die Proteste fanden anlässlich des Tags des Bodens statt. Die Palästinenser erinnern am 30. März an den Tod von Demonstranten im Jahr 1976. Damals schlugen israelische Sicherheitskräfte Proteste von arabischen Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels nieder. Sechs arabische Israelis wurden erschossen.

Die israelische Polizei und Armee war wegen der Proteste am Freitag in Alarmbereitschaft versetzt worden. Landesweit würden tausende Polizisten eingesetzt, vor allem in Jerusalem und in den von israelischen Arabern bewohnten Gebieten im Norden des Landes, sagte ein Sicherheitssprecher. Das Westjordanland werde bis Freitagabend aus Sicherheitsgründen abgeriegelt. Auch der Zugang zum Tempelberg in Jerusalem wurde eingeschränkt.

Israel befürchtete einen Gewaltausbruch und wollte eine ähnliche Situation wie im Mai des Vorjahres vermeiden: Damals kam es bei Protesten zum Jahrestag der Gründung Israels an den Grenzen zu Syrien und zum Libanon zu Zwischenfällen. Dabei erschossen israelische Truppen mehrere Palästinenser.

Auch in Wien: "Jerusalem, wir kommen!"

Im Süden des Libanon demonstrierten Hunderte Libanesen und palästinensische Flüchtlinge. Die Menschen schwenkten Flaggen der Palästinenser sowie der pro-iranischen Hisbollah-Miliz. Auf Schildern stand geschrieben: "Jerusalem, wir kommen!" Friedlich wurde in Jordanien demonstriert. Hunderte Demonstranten protestierten zudem in Tunis vor dem Sitz der Konstituierenden Nationalversammlung gegen Israels Umgang mit der palästinensischen Bevölkerung in besetzten Gebieten.

Auch internationale Aktivisten nahmen an mehreren Orten an einem "Globalen Marsch auf Jerusalem" mit Zehntausenden Teilnehmern teil. In diesem Rahmen sollten auch in Städten in den USA, Kanada, Australien und Europa "Land-Day-Aktionen" stattfinden - am Nachmittag auch in Wien.

Die Organisatoren des "Marsches" wollen nach eigenen Angaben einen friedlichen Protest gegen "die Politik und die Praktiken des rassistischen zionistischen Staates". Die israelische Botschaft in Wien nannte die Aktion in einer Aussendung einen "international organisierten Sturm auf die Grenzen des Staates Israel", die von "islamistischen Gruppen und Terrororganisationen sowie verschiedene linksradikale Organisationen" ausgehe.

(APA)

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31 Kommentare
 
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Gast: kills Hasbara
02.04.2012 10:09
0 0

Die Israelis sind kein Volk, aber wenn Sie ein Volk wären,

dann wären das größte Verbrechervolk das je existiert hat.

Oder darf man das nur über die Deutschen sagen?

Gast: haspinger
31.03.2012 10:23
9 0

Israel boykottiert den Siedlungsstopp

und schafft damit vollendete Tatsachen. Den Palästinensern billigt offenbar niemand ein Recht auf ihr Terretorium und einen eigenen Staat zu.
Dafür planen die Israelis mit Rückenstärkung der USA einen Angriffskrieg auf den Iran. Man muß wohl neue Waffen austesten und die Ölressourcen gehen schön langsam auch zur Neige. Langsam wird auch den durch gezielte Desinformation falsch informierten Bürgern klar, was hier gespielt wird und von welcher Seite der Terror ausgeht!

Antworten Gast: Ein Denkender
31.03.2012 11:02
6 1

Re: Israel boykottiert den Siedlungsstopp

Sie liegen genau richtig. Wir bezahlen schon jetzt die Rechnung an den Tankstellen für die US-amerikanischen und israelischen Kriegshetzer.
Und europäische Politiker verhalten sich wie immer wie Feiglinge, die vor den USA kuschen.

Gast: Damdudeldi
30.03.2012 22:37
6 1

Streng genommen..

..sind Palästinenser die Juden welche nicht mit Moses mitgezogen sind, sondern zum Isalm konvertierten um in ihrer neuen Heimat bleiben zu können!
Welches Recht hat also ein nicht se.mi.tisc.her Jude (z.B. aus Russland, Ukraine, Amerika, usw.) einen se.mi.tisc.hen Araber (unter anderem Palästinenser) sein Land und Haus zu stehlen?

Antworten Gast: EZEZ
31.03.2012 12:25
0 0

Re: Streng genommen..

@Zweiter Paragraph: richtig - dass sind mehrheitlich Europäer - was haben sie also damit zu tun?

@Erster Paragraph: diskussionswürdig...

Gast: Demokratius
30.03.2012 20:38
5 10

Werden die Araber jemals Frieden geben ?


Antworten Gast: b754
31.03.2012 09:50
4 2

Re: Werden die Araber jemals Frieden geben ?

vielleicht wen die israelis aufhören illegal zu bauen

Re: Werden die Araber jemals Frieden geben ?

wieso araber??.... du meinst die israelis??

Gast: vestend
30.03.2012 19:23
1 4

terror rechtfertigen

Wie schön. Ein terrorist und mörder kann seine ideen hier verbreiten.

Gast: Rechtschaffener Bürger
30.03.2012 19:13
7 1

Was wird aus Israel werden?

Arabische Israelis haben im Schnitt über 3 Kinder (in Palästina sogar über 7 Kinder), diese Minderheit wächst also jedes Jahr im Verhältnis zu den restlichen säkulären Israeliten.
Dazu haben die ultraorthodoxen Juden, die derzeit 10% der Gesamtbevölkerung ausmachen, 7 (!) Kinder pro Frau.
Israel wächst also schön jedes Jahr. Doch wohin? Die Richtung geht in einen fundamentalistischen Staat mit enormen Spannungen zwischen der zukünftigen ultraorthodoxen Mehrheit und der arabischstämmigen Minderheit.
Da unter Fundamentalisten Wissenschaft, Fortschritt und Erwerbsarbeit nicht hoch angesiedelt ist, entwickelt sich dieses Land tatsächlich in die vormittelalterliche Zeit zurück.

Antworten Gast: Pensador
31.03.2012 11:42
0 1

Re: Was wird aus Israel werden?

Kommen mir so bekannt vor, diese Argumente.
Vielleicht stimmen sie auch.
Eigenartig ist nur, dass man die Weissen Südafrikas verdammt hat, als sie Ähnliches über ihr Verhältnis zur schwarzen Bevölkerung sagten.
Und was will man in Israel damit?
Etwa eine Rechtfertigung eines Apartheid-Staates?

Re: Re: Was wird aus Israel werden?

googeln sie das wort apardheid, bevor sie es sinnentfremdet und falsch verwenden, um ihre ressentiments hier abzulassen.

Demokratie hin, Demokratie her...

Das Töten im Nahen Osten geht weiter...

Wenn die arabischen Staaten nicht mehr handeln, handeln bestimmt andere Kraefte...

Gast: Demokratius
30.03.2012 16:06
12 2

Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten.

Welch unerhörte Provokation!

Antworten Gast: Gast.Gast
30.03.2012 17:48
2 0

Re: Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten.

Ja, es ist eine Provokation und mein Mitleid gehört den Arabern. Aber die Realität ist nun einmal, diese beiden Völker können nicht miteinander und sind wie Feuer und Wasser. Wer soll bleiben, wer soll gehen, die Geschichte und die Kriege haben schon lange entschieden, die Welt will es einfach nicht wahrhaben.

Re: Re: Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten.

na sie anonymer (feiger) Gast, was hat 'die Geschichte' denn entschieden?

Antworten Antworten Antworten Gast: Lachsack
30.03.2012 22:40
1 2

Re: Re: Re: Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten.

Du bist aber ganz ein tapferer Held! Hast dir glatt einen Account zugelegt. Wie mutig ^^

Re: Re: Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten.

@gast,gast ... Zitat: wer soll bleiben, wer soll gehen ...

Genau diese Frage darf es nicht geben, sie ist aber der Kern. Bleiberecht haben sowohl die Palästinenser als auch Israel, denn Israelis haben einiges - aber bei weitem nicht alles - des Landes rechtmäßig, käuflich erworben. Die palästinensischen Völker dagegen haben naturgemäß "alte Bleiberechte". Religiöse Argumente darf es hier dagegen nicht geben. ( altes Judentum, Nomadenvölker Abrahams ... )

Genau betrachtet sind von der Stämmigkeit her beides Brudervölker, die erst sehr viel später geistig-religiös getrennt wurden.

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Die Polizei ging nach Steinwürfen gegen protestierende Palästinenser vor.

und legitimieren somit erneut einen neuerlichen Raktenangriff gegen die Besetzten, welche würde es anders sein, die Welt aufschreien lassen würde.

Eine sehr seltsame Gerechtigkeitswelt, in der wir da leben.

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eh immer dasselbe,

keine lösung in sicht

Re: eh immer dasselbe,

Es ist ja klar, das Israel auf Zeit spielt, um sich Meter für Meter zu ersitzen. Würde ich nicht anders machen.

Nur wäre es halt Aufgabe der Staatengemeinschaft, hier dagegenzulenken.

Antworten Antworten Gast: Gast.Gast
30.03.2012 17:51
2 3

Re: Re: eh immer dasselbe,

Es wäre Aufgabe der Staatengemeinschaft endlich die Realität anzuerkennen und das Elend nicht zu prolongieren.Die Araber haben die Pflicht sich um die Palästinenser anzunehmen, wie die Deutschen und Österreich nach dem Krieg es mit den Sudetendeutschen machten.

Re: eh immer dasselbe,

... diejenigen, nämlich die Israelis, die es in der Hand hätten, eine Lösung herbeizuführen, die wollen offensichtlich gar nicht --- seit Jahren schon nicht, jetzt und heute nicht und in der Zukunft sicherlich auch nicht.

Vielleicht befürchtet man in I ja, daß man in die Bedeutungslosigkeit fallen könnte, wenn es "für die Welt" keine Anlässe mehr gäbe, über Israels Politik zu reden oder I. gar zu unterstützen gegen das böse, böse Umfeld.

Antworten Antworten Gast: hallo
31.03.2012 12:18
0 0

Re: Re: eh immer dasselbe,

Interessanter Ansatz...

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Wer mit Steinen nach Soldaten wirft braucht sich nicht wundern wenn Kugeln zurückfliegen.


Re: Wer mit Steinen nach Soldaten wirft braucht sich nicht wundern wenn Kugeln zurückfliegen.

Soldaten? Ist denn Krieg in dem Land?

 
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