USA: Scharfe Sanktionen gegen Irans Ölsektor

31.03.2012 | 17:55 |   (Die Presse)

Es ist das bewährte Rezept von Zuckerbrot und Peitsche: Im Atomstreit mit Teheran soll es zwar bald neue Verhandlungen in Istanbul geben. Gleichzeitig dreht Washington allerdings an der Sanktionsschraube.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Washington. Es ist das bewährte Rezept von Zuckerbrot und Peitsche: Erst diese Woche hat der Westen neuen Atomverhandlungen mit dem Iran zugestimmt. Sie sollen, wie US-Außenministerin Hillary Clinton bekannt gegeben hat, am 13. und 14. April in Istanbul stattfinden. Gleichzeitig verschärften die USA ihre Sanktionen gegen Irans Öl- und Bankensektor drastisch.

Mehr zum Thema:

Präsident Barack Obama gab in der Nacht auf Samstag grünes Licht für ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die bereits im vergangenen Jahr verkündet worden waren. Ein Kernstück sind Strafen für ausländische Banken und andere Einrichtungen, die Geschäfte mit der iranischen Zentralbank betreiben. Da der Iran seinen Ölhandel großteils über die Zentralbank abwickelt – abgesehen von den zunehmenden Tauschgeschäften der Art „Öl gegen Waren“ – kann das ein empfindlicher Schlag gegen die iranische Ölindustrie sein. Der US-Präsident sei zu dem Schluss gekommen, dass die Versorgung der Weltmärkte mit Öl und Ölprodukten aus anderen Ländern ausreichend sei, teilte das Weiße Haus mit.

Die Sanktionen sollen am 28. Juni wirksam werden und den Iran zwingen, sein Atomprogramm aufzugeben. Ausländische Institute, die sich nicht daran halten, müssen befürchten, vom US-Finanzsystem abgeschnitten zu werden.


EU-Sanktionen ab Juli. Bereits im Jänner hat die EU ein Verbot von Ölimporten aus dem Iran beschlossen. Dieses Embargo soll vom 1. Juli an gelten. Mit Rücksicht auf diesen Schritt werde die EU von den neuen US-Sanktionen ausgenommen, bestätigte ein Washingtoner Regierungsbeamter am Freitag. Zu den Länder, die von den US-Sanktionen betroffen sein werden, könnten hingegen China, Indien und Südkorea gehören.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Zuletzt ist die Debatte um mögliche Militärschläge gegen Irans Nuklearprogramm immer intensiver geworden. Es gibt Vermutungen, dass Israel noch heuer solche Angriffe fliegen könnte, kurz vor der Präsidentschaftswahl in den USA.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.04.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

63 Kommentare
 
12
Gast: biersauer
04.04.2012 09:18
0 0

Der Erdölpreis steigt mit oder ohne Iran.

Da müssen sich schon die Autofahrer selbst etwas einfallen lassen, welche Treibstoff sie in Zukunft brauchen.
Am besten der eigene Treibstoff aus unseren Bergen.

Gast: biersauer
04.04.2012 09:08
0 0

Solange es keine Alternativen zum iran.Erdöl gibt..

und jeder zittert vor teurem Treibstoff,... solange wirken auch keinerlei Sanktionen.
Der Westen schläft und lässt den elektrischen STrom ungenutzt in den Leitungen.
Aber jetzt sind erstmals Rückgänge beim Autoverkauf bemerkbar geworden und die Herren VW, BMW, Mercedes etc. beginnen schon nachzudenken, sich aus D. zu veranbschieden.
Wenn es in Detroit auch soweit ist, dann haben die Mullahs längst die Bombe!

Gast: Peter der Große
02.04.2012 16:37
0 0

Wirtschaftsboykott

Israel wird langsam unrentabel. Vielleicht wäre ein Wirtschaftsboykott hier zielführender und für alle preiswerter.

Befürchten?

"...befürchten, vom US-Finanzsystem abgeschnitten zu werden." Sollte eigentlich ein Grund zur Freude sein.

http://www.banken-in-die-schranken.at

Gast: Die Amis
01.04.2012 15:16
2 0

sind ein Verbrechervolk

oder darf man das nur über die Deutschen sagen?

Gast: JVD
01.04.2012 14:56
0 0

Kriegen jetzt die Chinesen und die Russen Öl in unbegrenzten Mengen

und zu besonders günstigen Konditionen? Kann das mal recherchiert werden? Würde mich sehr interessieren.

1 0

...

ich finde es illegal wenn man verbrecherische wirtschaftspolitik an beliebigen opfern hedged, wie es hier beschrieben wird.

Gast: Alexander der grosse
01.04.2012 09:51
1 0

Bomben und Granaten

wir sollten uns auch wehren..
umzingelt von zahlreichen Atommeilern,bedroht vom Atomwaffenarsenal der europäischen und russischen Atombomben sollten wir zum Angriff übergehen?
trotz dieser übermächtigen Gefahren leben wir in Frieden und können nur beten und hoffen..
aber im Nahen Osten benützt man jeden Vorwand um Kriege zu führen

0 0

Re: Bomben und Granaten

vielleicht leben wir gerade wegen des atomwaffenarsenals schon so lange in frieden.

Gast: Andreas Hofer
01.04.2012 09:10
8 0

Illegale Politik

betrieben von Obama auf Befehl von Netanyahu schadet der europäischen Wirtschaft und trifft alle.
Die Ölfirmen und die USA profitieren: Schweinerei ist hier nur ein Hilfsausdruck für eine deartig dreiste und undemokratische Erpressung einzelner Länder.
Wo bleibt hier eine selbständige Politik der EU? Wofür zahlen wir die Marionetten der USA und des Großkapitals in Brüssel??

ich wuerd sagen, zeit wirds zuzuschlagen!

das schafft viele arbeitsplaetze in der waffenindustrie, waffenzulieferindustrie und im militaer

kurbelt die wirtschaft an und technologische erneuerung, man kann neue waffensysteme testen, etc.

bezahlt wird das alles mit wertlosem papiergeld, das aus irgendeinem grund noch von der restlichen welt akzeptiert wird, die einem dafuer waren & rohstoffe liefern

ist doch genial, aus sicht der usa!
aber keine sorge - wir suchen verbuendete! die briten & franzosen sind sicher willig. teflon-merkel wird sich leider wieder sperren, wie waers mit den 18 eurofightern? die koennten da einmal richtig getestet werden, unter realen bedingungen! dann hat auch faynachtsmann was zu lachen

man tut gutes damit, selbst isreal ist fuer einen angriff - dann kann ja nix mehr schiefgehen!!

aber wartet's noch 1 woche, ich kauf noch ein paar weitere oel call-optionen (hoffentlich gehts so richtig auffi)

attacke!!!!!
die panzer rollen schon!!! m1a1!!!

Antworten Gast: RodaRoda
01.04.2012 15:17
1 0

Re: ich wuerd sagen, zeit wirds zuzuschlagen!

Tans net hudln, bis jetzt san ma zu an jedn Kriag zrecht kumma, deswegn war mir des scho se recht, wan ma diemal net dabei warn.

Antworten Gast: Überdrüberflieger
01.04.2012 15:05
0 0

Re: ich wuerd sagen, zeit wirds zuzuschlagen!

Geht leider nicht. Das Bundesheer hat nur den Eurofighter EF 2000 bzw. 15 Stück davon, eine Sonderanfertigung für Austria. Der Nachteil dieser "Sonderanfertigung" ist, dass sie fast nackert fliegt, weil sie schon als Neugerät total abgewrackt wurde aus finanziellen Gründen.
Außerdem ist Österreich neutral, könnte also höchstens humanitäre Transportdienste mit einer alten Herkules C-130 machen, dann wäre eine unterwegs und zwei noch als Reserve daheim, man weiß ja nie wo man sonst noch mal schnell hin müsste können oder sollte.

Re: ich wuerd sagen, zeit wirds zuzuschlagen!

ÖBH hat nur 15 Eurofighter Typhoon, keine 18.

Re: Re: ich wuerd sagen, zeit wirds zuzuschlagen!

waren das nichtmal 18, oder gar 22? oder war das der fall, bevor ein zivildiener verteidigungsminister wurde?

Neue Öl-Sanktionen: Obamas Kampf gegen den Iran

Atomstreit mit Iran Obama will Sanktionen gegen Teheran drastisch verschärfen. Ohne Rücksicht Verluste. Welche wir Europäer erleiden werden.
Ab Juni sollen ausländische Banken und Firmen bestraft werden, die Geschäfte mit der iranischen Zentralbank machen. Worin die strafe sein wird, ist bekannt. Entweder Geschäfte mit den Mullahs oder amerikanischer Markt.Teheran müsse ein Ausmaß an Druck spüren, "der alles übertrifft, was das Land bisher in Sachen Sanktionen erfahren hat". Was alles alles positive gewesen ist. Z. B. Nuk- und Raumfahrttechnik, medizinische Versorgung aus eigener Produktion und und und. All dies sagt der Sprecher des Weißen Hauses nicht. Im schlimmsten Fall könnte der Schritt Barack Obama jedoch die Wiederwahl kosten. Auch ohne diesen und ähnlichen Schritten wird der schwarze Man das weiße Haus verlassen müssen. Einmal hat der Rassismus/Imperialismus einem Schwarzen einen Auftrag gegeben, welchen er hat, nicht zur Zufriedenheit seines Auftraggebers, erledigt. Ein zweiter schwarze wird nicht daran kommen. Übrigens das wird nicht das erste mal sein, dass wegen Mullahs ein amerikanischer Präsident zum Fall kommt. Ich denke an den Peanutshändler Jimmy. 1981.

0 0

Re: Neue Öl-Sanktionen: Obamas Kampf gegen den Iran

Am gescheitesten ist doch, daß man ganz nüchtern abschätzt, wo man besser Geschäfte machen kann.

In US oder im Iran! Mein Typ ist der Iran! Österr. Firmen haben in US schon genug draufgezahlt!
Ich brauche nur an einen Feuerfest-Konzern denken, der eine amirkanische Firma gekauft hat und dann gleich eine Milliardenklage wegen Asbest-Verseuchung, die er gar nicht verschuldet hat, aufgebrummt bekam!

Re: Neue Öl-Sanktionen: Obamas Kampf gegen den Iran

wen interessiert schon der huehner stall europa?

Gast: Noch ein Sparpaket
31.03.2012 19:22
5 1

Auch gut, importier' ma kein Öl mehr

Geh ma zu Fuss.

Antworten Gast: LebenskünstlerundSprücheklopfer
01.04.2012 15:18
0 0

Re: Auch gut, importier' ma kein Öl mehr

Oder auf die Händ. Zweng der bessern Hirndurchblutung!

Gast: Hudriwudri
31.03.2012 18:26
6 1

"bewaehrtes Rezept"

Bewaehrt, wobei? Beim Anstiften von Kriegen? Beim Profittreiben der Oelmultis?

Mr. Soetoro

muss sich wieder wichtig machen und von seiner Fake-Geburtsurkunde ablenken...

Gast: Hans Gans
31.03.2012 17:53
9 0

"Er will ausländische Banken und andere Einrichtungen, die mit dem Iran Geschäfte betreiben, bestrafen"

"Ausländische Institute, die sich nicht daran halten, müssen befürchten, vom US-Finanzsystem abgeschnitten zu werden"

Die Frage ist: Müssen sie es befürchten, oder können sie hoffen?

Es könnte eventuell auch von Vorteil sein vom "US-Finanzsystem" abgeschnitten zu sein.

Re: Es könnte eventuell auch von Vorteil sein ...

Nicht "eventuell" ...!

Gast: machmuss verschiebnix
31.03.2012 17:26
4 0

Wie sich die BRICS darüber freuen werden,

wenn der ganze Westen sauteures Rohöl einkaufen muß, aber die
ehem. 3.Welt kann aus dem Vollen schöpfen, weil's ihnen der Iran
geradezu aufdrängen wird .

Wenn sich die USA da bloß nicht zu weit aus dem Fenster lassen.
Kaum vorstellbar, daß Staaten wie Brasil, Russland, Indien, China, Südafrika
bereit sein werden, einen Iran-Boykott aufrecht zu erhalten,
zu deren eigenem Schaden !


Re: Wie sich die BRICS darüber freuen werden,

Wenn sich die USA da bloß nicht zu weit aus dem Fenster lassen.
Die USA können nicht anders. Schon die Eroberer Amerikas litten an diese Manie. Zugegeben, sie führen nicht schlecht dabei. Nun aber die Zeiten haben sich geändert. aber die USA blieb bei den alten Gewohnheiten. lehnt sich unentwegt zu weit aus. trotz chronischem Schnupfen ließen sie nicht davon. Nun ist die Lungenentzündung da. Solcher Art, gegen der, kein Kraut gewachsen ist. das kleingetier hat ihr Schiff bereits verlassen. Es begann damit vor etwa 30 Jahren. wir, die Eurovölker, müssen mit- schippen. Uns sind nicht nur die Hände gebunden. Von wegen den Freundschaftsverträge. Die zu lösen erfordert aber Opfer von leben und Blut. Wir kennen aber so etwas nicht. Wir sind Wohlstand geschädigt worden. Planmäßig. Von unserem Freund herbeigeführt. Die USA werden sich weiterhin weit aus dem Fenster lehnen und uns mit ins Meer reißen. Protugal, ES, I, GR, Irland zappeln schon im Meer. Belgien, F, GB werden sie folgen.

 
12
AnmeldenAnmelden