Im Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner unternimmt der Favorit Mitt Romney einen neuen Anlauf, seine Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Umfragen sahen ihn am Dienstag auf Siegeskurs in den Staaten Wisconsin und Maryland sowie in der Hauptstadt Washington D.C. Ein Vierteljahr nach Beginn des Vorwahl-Marathons würde er damit seine Position als Spitzenreiter deutlich ausbauen. Dagegen dürfte der Druck auf seinen schärfsten Rivalen Rick Santorum erheblich zunehmen, sich aus dem Rennen zu verabschieden.
Der erzkonservative Ex-Senator Santorum hat sich jedoch mehr noch als die inzwischen abgeschlagenen Mitbewerber und Polit-Veteranen Newt Gingrich und Ron Paul als zäher Gegenspieler erwiesen. Der erzkonservative Santorum baut auf Achtungserfolge, um sich bis Mai im Rennen zu halten. Dann stehen Abstimmungen in Staaten auf dem Programm, in denen er sich bessere Chancen als Romney ausrechnet. Zur Not will er es sogar auf eine Kampfabstimmung gegen den Ex-Gouverneur aus Massachusetts beim Nominierungsparteitag Ende August ankommen lassen, wie er erst kürzlich signalisierte. Spätestens dann muss die Partei den Herausforderer von Präsident Barack Obama für die eigentliche Wahl im November bestimmen.
Wisconsin als Zankapfel
Romney hofft jedoch, dass er seinen K.O.-Schlag früher landen kann. Mit Spannung wurde am Dienstag die Abstimmung in Wisconsin verfolgt. Santorum hatte sich dort besonders stark engagiert und in Umfragen bis vergangene Woche geführt. Dann aber wendete sich das Blatt zugunsten Romneys, der als Ex-Unternehmer in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und unsicherer Konjunkturaussichten vor allem seine Wirtschaftskompetenz ins Feld führt.
Doch es geht für Romney nicht nur darum, zu gewinnen. Seine Siege müssen deutlich ausfallen, damit er möglichst viele der proportional zum Stimmanteil vergebenen Delegiertenstimmen für den Parteitag im Sommer einsammelt. Mit einem Dreifach-Triumph am Dienstag käme er voraussichtlich auf etwa die Hälfte der 1144 Delegierten, die für die Nominierung letztlich nötig sind.
Der April als Entscheidungs-Monat?
Sollte Santorum trotzdem immer noch nicht aufgeben, wird sich Romneys besser finanzierte und organisierte Wahlkampfmaschinerie massiv auf die nächste Vorwahl-Runde am 24. April konzentrieren. Dann wird in sechs Staaten abgestimmt, darunter in Santorums Heimatstaat Pennsylvania. Gewinnt Romney auch dort, könnte sich der April tatsächlich als Monat der von vielen Anhängern der Republikaner inzwischen regelrecht herbeigesehnten Entscheidung herausstellen.
(Ag./Red.)
Mitt Romney: ''Polit-Chamäleon'' ist gescheitert
Rick Santorum: Der Streiter für christliche Werte gibt auf
Obama: Entzaubert, aber wiedergewählt
Newt Gingrich: Das Urgestein steigt aus dem Rennen aus









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