Atomstreit: Ahmadinejad droht mit schallender Ohrfeige

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad bleibt unnachgiebig: Sein Land werde nicht auf ein Atomprogramm verzichten. Kritiker werde er "auf ihre Plätze zurückverweisen".

Atomstreit Ahmadinejad droht schallender
Schließen
Atomstreit Ahmadinejad droht schallender
Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad – (c) EPA (Presidential Official Website / Handout)

Kurz vor neuen Atomgesprächen zwischen dem Westen und dem Iran, zeigte sich dessen Präsident Mahmoud Ahmadinejad unnachgiebig. Sein Land werde nicht auf das Nuklearprogramm verzichten. "Jeder, der die Rechte des iranischen Volkes verletzt, (...) wird auf seinen Platz zurückverwiesen und bekommt so eine Ohrfeige, dass er nicht mehr den Weg nach Hause findet", sagte er laut dem staatlichen iranischen Fernsehen am Dienstag.

Am Samstag wollen Vertreter Teherans und der 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China) und Deutschland nach über einem Jahr Stillstand zu einer neuen Verhandlungsrunde in Istanbul zusammenkommen.

Ahmadinejad: EU-Sanktionen wirkungslos

Die von der Europäischen Union und den USA im Atomstreit verhängten Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie hätten auf den Iran keine Auswirkungen, ergänzte der Präsident. Die Devisenreserven Teherans seien so groß, dass das Land selbst nach zwei oder drei Jahren ohne Öl-Verkauf "ohne Probleme" geführt werden könne. "Wir haben so viel gespart, dass wir selbst wenn wir für zwei oder drei Jahre kein Öl verkaufen, sehr gut über die Runden kommen", zitierten Medien Ahmadinejad. Und fügte hinzu: "Unsere Gold- und Devisenreserven sind ohne Beispiel in der Geschichte."

Die EU hatte im Jänner ein Ölembargo gegen den Iran beschlossen, das bis zum 1. Juli schrittweise in Kraft tritt. Damit soll der Druck auf Teheran erhöht werden, sein umstrittenes Atomprogramm aufzugeben. Als Reaktion auf die Sanktion stellte der Iran bereits seine Ölverkäufe an Frankreich und Großbritannien ein. Seit Dienstag wird zudem kein Öl mehr nach Griechenland exportiert.

: Iran auf dem Weg zur Bombe: Chronologie des Atomstreits

Moskau fordert "lückenlose Zusammenarbeit"

Russland forderte den Iran am Dienstag indes einmal mehr zu einer lückenlosen Zusammenarbeit mit dem UNO-Sicherheitsrat auf. "Die Lage ist beunruhigend, aber nicht hoffnungslos", teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der Weltsicherheitsrat habe den Iran mehrfach aufgefordert, den rein zivilen Charakter seines Atomprogramm nachzuweisen. "Wir bestehen darauf, dass Teheran vollständig Folge leistet", sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch nach Angaben der Agentur Interfax.

Mehrere westliche Regierungen verdächtigen Teheran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies. Russland hatte mehrfach vorgeschlagen, die Sanktionen gegen den Iran bei einem Entgegenkommen Teherans schrittweise abzubauen.

(Ag./Red.)

Lesen Sie mehr zum Thema

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.