Prozess gegen Saif al-Islam Gaddafi soll bald beginnen

10.04.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Das Urteil gegen Gaddafi-Sohn wird im Juni erwartet. Die Anklage lautet auf Mord, Vergewaltigung und Korruption. Er soll Übergriffe nach dem Beginn der Anti-Gaddafi-Proteste angeordnet haben.

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Tripolis/Wien/Apa/Sda. somTripolis/Wien/Apa/Sda. Das Internationale Strafgericht (ICC) in Den Haag schaut durch die Finger: Die libysche Übergangsregierung wird Saif al-Islam Gaddafi in Tripolis den Prozess machen und ihn nicht an das Gericht in den Niederlanden übergeben.

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Der Gaddafi-Sohn soll bereits in zehn Tagen in die libysche Hauptstadt überstellt werden. Momentan wird er in Zintan, 180 Kilometer südlich von Tripolis, gefangen gehalten. Der Prozessbeginn ist noch unklar. Die Übergangsregierung hat es aber offenbar eilig: Noch vor Mitte Juni werde es einen Urteilsspruch gegen den 39-Jährigen geben – zwei Monate vor den geplanten Parlamentswahlen.

Gaddafi werden Vergewaltigung, Mord und Korruption vorgeworfen. Er soll Übergriffe nach dem Beginn der Anti-Gaddafi-Proteste in Benghazi, Misrata und Tripolis angeordnet haben. Die neue libysche Führung hat seit der Gefangennahme Gaddafis im Oktober 2011 durchblicken lassen, dass sie ihm in Libyen den Prozess machen will. Menschenrechtsgruppen werfen der Regierung vor, Gaddafi den Zugang zu einem Anwalt zu verunmöglichen; außerdem soll er physischer Gewalt ausgesetzt sein. Zumindest die Haftbedingungen in Tripolis sollen in Ordnung sein. Nach Berichten des „Observer“ ist das Gefängnis mit Moschee und Basketballplatz ausgestattet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2012)

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8 Kommentare
Gast: noch einer
10.04.2012 12:39
3 0

wir lernen

Vor Gericht kommen
die die Kriege ,
die sie nicht angefangen
aber verloren haben .

Das Recht ist auf der Seite der stärkeren Waffen

Antworten Gast: Johann S
10.04.2012 12:59
0 0

Re: wir lernen

Kann sofort widerlegt werden,wenn Sie Zeitgeschichte kennen.

Vielleicht kann ja 'die presse' ............

morgen schon das urteil abdrucken - :O))............

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Man sollte einen Prozessbeobachter hinschicken.

Vielleicht kommt eine Story raus, wie er in Wien 2007 eine Frau aus dem Fenster geworfen hat und wie der Fall damals von den österreichischen Behörden vertuscht wurde.

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Da lachen sich die Österreichischen Banken & Co. richtig ins Fäustchen, und von den ganzen "Weggefährten" "Freunde" und "sonnigen Lebensmenchen" reden wir lieber nicht! ;-)

In Österreich alleine lauern 30 Milliarden Gaddafi-Gelder herum... Wo kein Kläger kein Richter. Die Maria könnte mit einem Schlag alle "Probleme" dieser Märchen-Bananen-Republik lösen! ;-)

interessant, dass

auf der Welt zwei verschiedene Gesetze gelten...die guten Verbrecher werden nach Den Haag ausgeliefert und die bösen werden in einem Schauprozess abgeurteilt oder gleich völkerrechtswidrig abgemurxt wie Gaddafi, Saddam Hussein und die angeblichen 911 Drahtzieher...

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Re: interessant, dass

Oder man läßt sie wie Milosevic einfach verrecken.Und welch ein Zufall...als die Gefahr bestand,daß die Wahrheit über den Krieg gegen YU ans Tageslicht kommt.Wie hieß es im sog.Friedensvertrag von Dayton???...das ganze Land wird von der Nato besetzt,alle Verbrechen und Straftaten dieser Truppen unterliegen der Immunität...

Antworten Gast: TA
10.04.2012 10:04
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Re: interessant, dass

es DREI Optionen. Für gute, böse und US-amerikanische Verbrecher. Letztere darf Den Haag nicht anrühren.

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