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Libyen: Bombe auf Delegation der UN geworfen

11.04.2012 | 14:23 |   (DiePresse.com)

Der Chef der Libyen-Mission musste seinen Besuch in Benghazi abbrechen. Verletze gab es keine. Zuvor war der Sitz des Übergangsrates in Tripolis von unzufriedenen Rebellen angegriffen worden.

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In der ostlibyschen Stadt Benghazi ist ein Konvoi der Vereinten Nationen mit einem Sprengsatz beworfen worden. Nach Angaben örtlicher Sicherheitsbehörden war die UNO-Delegation in vier Fahrzeugen unterwegs, als sie von unbekannten Tätern attackiert wurde. Verletzt wurde bei dem Angriff, der am Dienstagnachmittag stattfand, niemand. Unter den Delegierten war auch der Chef der UN-Libyen-Mission UNSMIL, Ian Martin. Anfang März hatten Politiker und Stammesvertreter in Benghazi die Autonomie der östlichen Region Cyrenaika ausgerufen.

Martin hatte sich in Benghazi mit Beamten sowie Vertretern der Zivilgesellschaft getroffen, sagte eine Sprecherin der UNSMIL. Nach dem Angriff habe er den Besuch abgebrochen und sei nach Tripolis zurückgekehrt. Die US-Regierung verlangte vom libyschen Übergangsrat eine Untersuchung des Vorfalls. US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland forderte am Dienstag "alle bewaffneten Gruppen" auf, "sämtliche Differenzen durch Dialog auszuräumen und auf Gewalt zu verzichten".

Für die Mission UNSMIL, die nach dem Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi eingerichtet wurde, arbeiten etwa 200 Experten, viele von ihnen selbst Libyer oder Araber. Sie sollen beim Aufbau des Staates helfen und die neuen Behörden "unterstützen und beraten bei allen Bemühungen, die Verbreitung von Waffen zu verhindern". Der Übergangsrat hat laut Analyse der "International Crisis Group" keine Kontrolle über das kriegszerstörte Land. Mehr als 125.000 Libyer sollen unter Waffen stehen. Es ist eine der Hauptsorgen der Vereinten Nationen, dass weitere Waffen des alten Regimes Terroristen in die Hände fallen, die in den Sahel-Staaten aktiv sind.

Sitz der Regierung in Tripolis angegriffen

Unzufriedene Ex-Rebellen, die Anspruch auf Sold als "Revolutionäre" erheben, haben am Dienstag den Sitz des regierenden Übergangsrates in Tripolis angegriffen. In einem Regierungskommuniqué vom Mittwoch hieß es, der bewaffnete Angriff habe keine Opfer gefordert. Die Attacke sei gegen "die Souveränität und das Ansehen des Staates" gerichtet, der die "Sprache der Drohung und Erpressung" zurückweise. Regierungssprecher Mohammed Harizi erklärte, die Auszahlung des Soldes an die "Revolutionäre", die gegen das Gaddafi-Regime gekämpft hatten, sei wegen "Missbräuchen" gestoppt worden.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: cc1987
11.04.2012 21:52
0 0

Unzufriedene Rebelln...

Ja ja, nennt das Kind doch beim namen! Die meisten unbekannten Täter sind die Truppen des "grünen Widerstandes" - treu ergebene Ex-Soldaten aus der gaddafi-Ära bzw Gaddafi-Anhänger. Lest andere Medien! Das Volk stand mehrheitlich hinter Gaddafi, auch wenn unsere Meiden uns anderes vorlügen.

Armes Volk

Das Lybische Volk hätte besseres verdient als eine wild gewordene Söldner- und Rebellentruppe von den NATO-Staaten verordnet zu bekommen.

.. am Ende werden sie doch verlieren ....

Man sieht daran, die Satane und Teufel dieser Erde kriegen immer eins auf ihre Mütze ... wenn sie auch dem falschen Glauben verfallen sind, die Herrscher zu sein ...

Und derzeit arbeiten "die Freunde Syriens" unter starker verbaler Beteiligung

unseres Außenministerchens Spindelegger daran, ähnlich chaotisch-anarchische Zustände auch in Lybien herbei zu führen.
Es ist traurig und zum Schämen. Wo sind die Zeiten, als ein Bruno Kreisky noch eine eigenständig-neutrale Außenpolitik betrieb und fast schon der Schweiz den Rang ablief???

Re: Und derzeit arbeiten "die Freunde Syriens" unter starker verbaler Beteiligung

Habe mich natürlich auf Syrien bezogen