Vor dem Hintergrund des Machtkampfes ist in China die Zensur des Internets weiter verschärft worden. Am Dienstag war verkündet worden, dass der Spitzenpolitiker Bo Xilai von seinem Ämtern entbunden und gegen seine Frau Mordermittlungen eingeleitet wurden. Die Suche nach den Namen der beiden sowie sonstiger heikler Worte wie "König des Südwestens" wurden daraufhin bei Weibo, einem Kurznachrichtendienst, gesperrt. Damit soll offenbar die öffentliche Diskussion über die Causa eingedämmt werden, berichtet "Zeit Online" am Mittwoch.
"Sie wollen nicht, dass es ausufert, und sie versuchen, die Auswirkungen am ersten Tag zu begrenzen", wird der chinesische Blogger und Internetexperte Michael Anti zitiert. Innerhalb der chinesischen Führung soll sich ein Machtkampf abspielen. Die Kommunistische Partei habe daher zur Einheit gemahnt. Das Parteiorgan Volkszeitung rief in ihrem Leitartikel dazu auf, die "korrekte Entscheidung des Zentralkomitees" zur Unterstützen.
Bo, der im 25-köpfigen Politbüro saß, werden "ernste Disziplinarverstöße" vorgeworfen. Im März war er bereits als Parteichef der 32-Millionen-Metropole Chongqing (Tschungking), einer aus der Provinz Sichuan ausgegliederten, 82.500 qkm großen regierungsunmittelbaren Agglomeration, abgesetzt worden. Am Dienstag war die Entbindung von seinen Parteiämtern verlautbart worden. Zuvor galt er als aussichtsreicher Kandidat für den Aufstieg in den engsten Führungszirkel der Kommunistischen Partei Chinas. Seine Frau Gu Kailai und ein Mitarbeiter der Familie werden des Mordes an einem britischen Staatsbürger verdächtigt. Er war im November in einem Hotel in Chongqing tot aufgefunden worden.
(Ag./Red.)
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