Die Griechen werden am 6. Mai ein neues Parlament wählen. Das teilte Regierungschef Lucas Papademos am Mittwoch dem Ministerrat mit, wie das staatliche griechische Fernsehen berichtete. Der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte im November 2011 die Führung einer Übergangsregierung für das vom Bankrott bedrohte Land übernommen. Die von Sozialisten (Pasok) und Konservativen (Neue Demokratie) unterstützte Regierung brachte zahlreiche Reformen und Sparmaßnahmen auf den Weg.
Laut griechischer Verfassung kann der Ministerpräsident wegen eines Themas von nationaler Bedeutung eine vorgezogene Wahl beantragen. Im aktuellen Fall steht der Wahltermin im Zusammenhang mit der schwersten Finanzkrise in der jüngeren Geschichte des Landes. Umfragen sehen schwere Verluste für PASOK und Neue Demokratie voraus - Neuwahlen dürften eine Mehrheit für Parteien bringen, die sich gegen das Rettungspaket der Euro-Staaten und weitere Austeritätsmaßnahmen stellen.
Bei den Wahlen steht auch für die Europäische Union viel am Spiel. Gewinnen die Protestparteien tatsächlich die Oberhand, könnten Vereinbarungen zwischen Athen und der EU wackeln. Dann beginnen die Verhandlungen um die griechische Zukunft von Neuem.
(Ag.)
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