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Syrien: Gewalt trotz Ankunft der UN-Beobachter

16.04.2012 | 10:23 |   (DiePresse.com)

Ein Vorausteam der Blauhelme ist in Damaskus eingetroffen. Die Angriffe auf die Rebellenhochburg Homs halten hingegen weiter an. Die UN sind "sehr besorgt".

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Die Gewalt zwischen Rebellen und Truppen der Regierung von Bashir al-Assad ging in Syrien auch nach der Ankunft der UN-Beobachtermission weiter. Am Montag berichteten Regimegegner und syrische Menschenrechtler von neuem Granatbeschuss auf zwei Viertel der Stadt Homs. In der Stadt Hama sollen in der Nacht zwei Zivilisten in ihrem Auto erschossen worden sein. Aus Idlib wurden Gefechte zwischen Deserteuren und Truppen des Regimes gemeldet. Am Sonntag war nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats über die Entsendung einer Beobachtermission ein Vorausteam der Vereinten Nationen in Damaskus angekommen. Unklar war zunächst, wie viele Blauhelme die Vorhut umfasst. Laut einem Augenzeugen waren fünf Experten in der Hauptstadt Damaskus angekommen. Die Aufgabe der Blauhelme wird es sein, den Truppenabzug aus den Städten und die Waffenruhe, die zum - von Damaskus und der Opposition akzeptierten - Sechs-Punkte-Plan des Sondergesandten Kofi Annan gehören, zu überwachen.

Der Sicherheitsrat hatte am Samstag in New York beschlossen, umgehend ein Team nach Damaskus zu schicken. Es war die erste UN-Resolution zu Syrien seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime vor 13 Monaten, nachdem sich auch Russland mit dem Resolutionsentwurf einverstanden erklärte. Laut der einstimmig verabschiedeten Resolution 2042 muss Syrien den Beobachtern Bewegungsfreiheit zugestehen.  Der Sicherheitsrat machte den Weg für zunächst 30 Kontrolleure frei. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Beobachtermission werde später insgesamt etwa 250 Mitglieder haben. In einem Bericht der syrischen Nachrichtenagentur Sana hieß es, Syrien habe "nichts zu verbergen". Von Anbeginn des Konflikts sei das Land für "alle Initiativen und Bemühungen offen gewesen", einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise zu finden.

Brüchige Waffenruhe

Obwohl die Waffenruhe seit Donnerstag gilt, hatte die syrische Armee auch am Sonntag die Stadt Homs bombardiert und sich Gefechte mit Deserteuren geliefert. Es seien die heftigsten Angriffe seit dem Beginn der Waffenruhe gewesen, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, Rami Abdel Rahman. Zudem gab es Kämpfe zwischen Soldaten und Deserteuren in Al-Bab in der Provinz Aleppo.

Landesweit starben am Wochenende laut der Beobachtungsstelle mindestens 18 Menschen, seit Beginn der Waffenruhe waren es mehr als 30, die meisten von ihnen Zivilisten. Damaskus gab erneut an, auf "Angriffe von Terrorgruppen" zu reagieren. Bisher zog die Armee ihre Truppen nicht aus den Städten ab.

UN-Generalsekretär "sehr beunruhigt".

Die US-Botschafterin bei der UNO, Susan Rice, äußerte mit Bezug auf die anhaltende Gewalt "ernsthafte Bedenken". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan begrüßten die im Sicherheitsrat beschlossene Resolution. Ban sagte angesichts der anhaltenden Gewalt jedoch auch, er sei darüber "sehr beunruhigt".

Der oppositionelle Syrische Nationalrat begrüßte die Beobachtermission ebenfalls, zeigte sich aber skeptisch angesichts der Versprechen der Regierung. Der Aufstand in Syrien mit tausenden Toten hält seit mehr als einem Jahr an. Laut UNO gibt es seitdem mindestens eine Million Flüchtlinge innerhalb des Landes. Zahlreiche Menschen flohen in Nachbarländer. Der Aufstand in Syrien mit tausenden Toten hält seit mehr als einem Jahr an.

(Ag.)

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11 Kommentare
Gast: Mahalli
17.04.2012 13:14
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Keine eindeutige Lösungsstrategie

Früher oder später muß die politische Führung in der Türkei die Richtigkeit ihrer Syrien-Strategie hinterfragen. Außer der Türkei und den reichen Steinzeitdiktaturen im arabischen Raum wollte niemand ernsthaft in Syrien einen Regimewechsel durch Gewalteinsatz herbeiführen.

Auch gab es keine eindeutigen Stimmen für einen militärischen Einsatz zum Zwecke des Schutzes der Zivilbevölkerung wie in Libyen. Erstens ist die Bevölkerungsstruktur und die Zusammensetzung der Opposition wesentlich komplizierter. Und zweitens wird das syrische Regime durch fremde Mächte wie Iran, Syrien und China entscheidend protegiert.

In dieser Konstellation war die Türkei nie in der Lage, den Lauf der Dinge alleine zu bestimmen.
Sie konnte weder die Nato noch andere fremde Mächte für einen militärischen Eingriff gewinnen.

Die Türkei ist momentan jenes Land, welche das syrische Regime am offensivsten angreift. Dies führt nur zu einer weiteren Spaltung der Meinung der breiten türkischen Öffentlichkeit.
Aber man kann getrost davon ausgehen, dass der Großteil der Bevölkerung gegen einen militärischen Eingriff, egal alleine oder mit Verbündeten, votieren würde. Denn, ein Stich ins syrische Hornissennest hätte wohl für die Türkei unabsehbare Folgen.

Schon der jahrzehntelange Kampf gegen die PKK hat der Türkei viel zu viele Tote und Verletzte gekostet, und bis heute ist der Staat nicht in der Lage, zu erklären, warum das Kurdenproblem nicht auf friedliche Art und Weise gelöst werden konnte.


Gast: Andere Stimmen als die Frau Clintons
16.04.2012 23:36
6 1

Die Menschen möchten, dass die Armee BLEIBT!

"The Syrians are AGAINST their government's decision to withdraw the army from the cities" http://www.youtube.com/watch?v=jl0WptXBrXk&feature=player_embedded

Was man gehört haben sollte

http://www.youtube.com/watch?v=F60r2QBrBg4&feature=player_embedded#!

Hörstel ist wieder da. Absolut plausibel, was er zu berichten hat.

Antworten Gast: Tatsachen
16.04.2012 23:49
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Die "ersten" Journalisten

Unsere MSM tönen gross, dass jetzt und erst jetzt die "ersten" Journalisten nach Syrien kämen. Tatsache ist, dass in den letzten Monaten mehrere deutsche Journalist Syrien bereist haben, darunter so unterschiedlich positionierte wie Scholl-Latour, Todenhöfer, Hörstel, Leukefeld. Hoffentlich hat diese neue Journalistenwelle auch intellektuell was drauf!

Gast: Türkei
16.04.2012 20:39
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Mahalli

Ja natürlich der tüp kann hellsehen mein freund mach dich nicht lächerlich im Internet auch noch
Schreibst da was ob du der anleinst oder was weis ich bist geh lieber zu deine Kühe im stall und Las Politik Leute machen was ein Ahnung dafon haben die Politik ist so lächerlich da auen sich die hüner im stal schon kaput !!Der Politik ist in Österreich nichts anderes als ein Statistik das Leute Arbeit haben weil in Österreich lauter Bauern in der Politik sind was soll man von solchen Leuten erwarten !!!!???

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Gezielter Staatsterror von außen, und das jahrelang..

Man stelle sich vor, Mexiko würde ganze Brigaden der Al Kahida schulen und finanzieren und über die Grenze mit den USA in Marsch setzen.
Nichts anders läuft derzeit in Syrien ab.

Re: Gezielter Staatsterror von außen, und das jahrelang..

sehr wahr .. sehr wahr .. Schöne Grüße von Emanuel (wurde der „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“
zum Opfer gereicht ..)

Gast: Mahalli
16.04.2012 17:12
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Das fatale Ende der Null-Problem Politik

Die Türkei hat als erstes Land die syrische Opposition hofiert und sowohl finanziell als auch logistisch unterstützt. Die politische Oppostion wird von Istanbul aus organisiert. Die Kommandanten der Freien Syrischen Armee planen ihre Angriffe in Antakya und führen diese - durch überqueren der syrischen Grenze - auf syrischem Boden aus.

Das Bemühen der Türkei um einen Schutzkorridor auf syrischem Gebiet wurde international weitgehend ignoriert. Die PR-Strategie in der Flüchtlingsfrage mit Angelina Jolie, Joe Liebemann, Mc Cain und Kofi Annan hat ebenso wenig gefruchtet.

Zum Schluß scheiterte man mit dem Ansinnen den NATO-Bündnisfall auszurufen, weil von Syrien aus auf türkisches Gebiet geschossen wurde. Die NATO will auf keinen Fall in diesen Krieg miteingezogen werden.

Die einzigen Verbündeten für die türkische Strategie bleiben somit Saudi-Arabien und Qatar, mit deren Steinzeitregimen. Tatsache ist auch, sowohl die Osmanen als auch deren Nachkommen, die Türken, sind bei denen verhaßt.

Das weiß auch der neue Programmdirektor von Al-Djazira, Scheich Hamed. Aber er will natürlich die Türkei, genau wie in Libyen die Franzosen, für die Interessen der sunnitischen Ölscheichs einspannen.

Ein einträgliches Geschäft zeichnet sich auch für die USA und Israel ab. Deren Hauptfeinde, Syrien und Iran, werden ohne deren Einwirken, entscheidend geschwächt. Am Ende wird die Türkei wohl ein einziger Verlierer dastehen...

Antworten Gast: Ösimannnixversteh
17.04.2012 01:30
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Re: Das fatale Ende der Null-Problem Politik

Sagen wir es so die Türkei könnte ohne Probleme denn Iran Syrien und Irak einnehmen...

Und nebenbei quer über denn Balkan Machieren Ö in Schutt und Asche legen ...

Nene kein Türke sonder Russe du Ö Wurm

Re: Das fatale Ende der Null-Problem Politik

Sehr gute Analyse.

Wer hat was anderes gedacht?