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Frankreich-Wahl: Hollande führt, Le Pen triumphiert

23.04.2012 | 08:20 |   (Die Presse)

Der Sozialist hat die erste Runde der Präsidentenwahl zwar gewonnen und tritt nun gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy an. Doch die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen holte ein Rekordergebnis.

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Der erste Durchgang der französischen Präsidentschaftswahlen endet mit einer Enttäuschung für Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Er liegt mit 27,1 Prozent klar hinter seinem sozialistischen Konkurrenten François Hollande zurück, der mit 28,6 Prozent in Führung geht. Die Wahlbeteiligung war mit 80 Prozent um einiges besser als erwartet.

Sarkozy und Hollande sind nun für eine Stichwahl am 6. Mai qualifiziert. Sie haben damit zwei Wochen, um die Wähler, namentlich die Sympathisanten der nun ausgeschiedenen übrigen acht Bewerber und Bewerberinnen, für sich zu gewinnen.Umfragen vom Sonntagabend zufolge würde Hollande die Stichwahl derzeit klar gewinnen. Entscheidend könnte aber ein Fernsehduell zwischen den beiden Finalisten am 2. Mai werden.

Großer Erfolg für Marine Le Pen

Viel bemerkenswerter als die Qualifikation der beiden Stichwahlteilnehmer war das Ergebnis der Kandidatin des rechtspopulistischen Front National (FN), Marine Le Pen. Sie vereint 18 Prozent der Stimmen auf sich, was einen historischen Höchststand für den FN darstellt und weit mehr ist, als die Umfragen ihr vorausgesagt hatten. Marine Le Pen hat bewiesen, dass die Partei unter ihrer Führung die Reichweite ausdehnen konnte. Ihr ist es zwar nicht gelungen, wie ihr Vater Jean-Marie Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen von 2002 (damals auf Kosten des Sozialisten Lionel Jospin) den Sprung in die Schlussrunde zu schaffen, aber sie hat den Kandidaten der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon (11,1 Prozent), klar auf den vierten Platz verwiesen. Die Grüne Eva Joly schließlich scheint nicht über 2,5 Prozent hinaus gekommen zu sein.

Le Pen: ''Wir bringen das System zum Beben''

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Bezeichnend sind die Verluste, die Sarkozy im Vergleich zu 2007 hinnehmen muss. Er hatte damals auf Anhieb mehr als 31 Prozent erhalten und dann zwei Wochen später die Sozialistin Ségolène Royal mit 53 zu 47 Prozent klar besiegt. Die Stimmenverluste verdeutlichen, dass Teile seiner damaligen Wähler entweder zur extremen Rechten oder aber zur linken Gegenseite übergelaufen sind. Das ist ein Zeichen der Unzufriedenheit - oder im manchen Fällen des blanken Ärgers über den „Hyperpräsidenten", der alles besser wusste, letztlich aber in den meisten Fragen scheiterte.

Sarkozy mit Ehefrau Bruni (c) AP

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Weit mehr als in früheren Fällen war bereits der gestrige erste Durchgang von einer starken Polarisierung charakterisiert. Für viele Wähler schien es von Beginn weg wie bei einem Plebiszit um die Frage zu gehen, ob Präsident Nicolas Sarkozy ein zweites Mandat bekommen soll oder eben nicht. Ihm gegenüber schien der Sozialist Hollande aufgrund der Umfragen während der Kampagne der einzige Konkurrent zu sein, der sich ernsthafte Siegeschancen gegen Sarkozy ausrechnen durfte. Beide standen darum im Voraus praktisch als „Finalisten" fest, und beide riefen zuletzt die Sympathisanten der anderen Kandidaten auf, von Anfang an auf die Karte dieses Duells zu setzen und „nützlich" zu wählen.

Marine Le Pen jubelt (c) Reuters

Marine Le Pen jubelt (c) Reuters

Hollande hatte darum die Linkswähler ersucht, ihre Stimmen nicht auf die „kleineren" Konkurrenten (Jean-Luc Mélenchon von der Linksfront, Eva Joly von den Grünen und die beiden Linksextremisten Philippe Poutou sowie Nathalie Arthaud) aufzusplittern, sondern ihn vorneweg in eine Pole Position für die Finalrunde zu setzen. Für Sarkozy als Amtsinhaber war es wiederum wichtig, im ersten Wahlgang an der Spitze zu liegen, um die Voraussagen der Politologen zu widerlegen und eine Dynamik zu seiner Wiederwahl zu schaffen.

Feiern und Durchhalteparolen

Jean-François Copé, Chef der Regierungspartei UMP, erklärte in einer ersten Stellungnahme unverzagt, jetzt werde der eigentliche Wahlkampf erst beginnen. Bisher sei das Verhältnis mit neun gegen einen verfälscht gewesen. In der Konfrontation einer gegen einen werde sich aber Sarkozy durchsetzen. Vor der Parteizentrale der Sozialisten an der Rue de Solferino feierte eine Menge ab 20 Uhr bereits den Etappensieg ihres Champions Hollande.

Wegen der Wahlberichterstattung wurde unterdessen auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Französische Medien dürfen nämlich vor Wahlschluss keine Trends oder Ergebnisse veröffentlichen, weshalb diese zumeist aus dem benachbarten Ausland durchsickern. Diesmal sollen sich aber auch französische Medien nicht an das Verbot gehalten haben.

(Rudolf Balmer/Ag.)

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331 Kommentare
 
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Betrachten wir mal die Tatsachen

Die Amis mit ihren Ratingagenturen schießen ein Land nach dem anderen in Europa sturmreif.
Die Frau deutsche Ökonomieexpertin Bundeskanzlerin Merkel wiederum leistet kräftig Schützenhilfe mit Spar und Abwürgprogrammen.
Wei jedes so wie den Griechen verordnete "Sparprogramm" nämlich ein Abwürgprogramm der Sonderklasse ist.

Nächste Kandidaten:
Spanien
Italien
GBR

Spanien mit 25% Arbeitslosigkeit kann sich sehen lassen. Mit rigorosen Abwürgprogrammen bekommt man dieses Problem ja ganz sicher in den Griff.

Aber so was tangiert die Nationalökonomin Kandesbunzlerin Merkel ja ohnehin nicht.

Gast: Bonn
27.04.2012 10:42
1 0

Verweigerung

Frankreich hat sich sehr lange geweigert die Schulden zu senken. Deutschland stellt sich den Weltmarkt. Frankreich hat sich hinter der Wirtschaftsstärke Deutschlands versteckt. Nun fordert Deutschland Reformen und das Land will nicht. Das Interesse für Europa läßt in Deutschland nach.

Stopp der Verschuldung!

NEIN zu lebenslanger Schuldenpolitik!

Gast: ich sags wies ist
25.04.2012 21:03
2 1

wäre ja auch mal was neues, wenn die sozis behirnen würden, dass es ohne zu sparen nicht geht

für die bedeutete "sozial" in saus und braus leben und das volk muss dafür aufkommen (siehe realsozialismus über jahrzehnte hinweg), sie werden bei uns gerade mal ein wenig gebremst duch die normalos, die konservativen. sonst wären wir auch schon alle weg vom fenster wie der ganze ostblockhaufen....

Gast: kritikus
25.04.2012 21:00
0 3

diese entscheidung bedeutet in wahrheit "nein" zur eu, nicht zu deutschland!

da haben wir es mal wieder mehr als deutlich:
die eu-daumenschrauben will niemand ausser den eu-bürokraten selbst!

es hat sich beim euro wunderbar gezeigt, dass dieser nur in kombination mit einer unterdrückung des selbstbestimmungsrechts der staaten funktionieren könnte!
man sollte aber keinesfalls dem fatalen irrtum unterliegen, w i r könnten etwa griechenland oder spanien oder portugal zum guten wirtschaften zwingen oder drängen!
wir können und dürfen das rechtlich gar nicht und deutschland ebensowenig!

in wahrheit droht uns eine fundamentale änderung des eu-rechts und zwar derart, dass die eu uns alle (also natürlich auch österreich!) zu was auch immer diesen eu-bürokraten noch einfällt, zwingen kann, selbstverständlich nicht nur griechenland oder ähnliche schlecht gewirtschaftet habende länder!

der ohne wenn und aber (und wie man weiß ganz besonders von uns als eu-nettozahler!) zu bezahlende preis für diesen euro besteht in einem raub unseres entscheidungsrechts in vielen fundamentalen dingen!

es möge jeder/jede selbst entscheiden, ob er/sie diese extreme fremdherrschaft über uns will!

ich selbst meine dazu:
WIR BRAUCHEN DIE EU NICHT, SONDERN DIESE BRAUCHT UNS, UM UNS DAS GELD ABPRESSEN ZU KÖNNEN, DAS SIE DEN SCHWEIZERN UND NORWEGERN (INFOLGE NICHT-EU-MITGLIEDSCHAFT DIESER) NICHT ABPRESSEN KANN!!!!!

EU-Ende

Zurück zur Kleinstaaterei, Austritt aus der EU und alles wird gut, small is beautyfull, die Amerikaner sagen uns wieder was wir zu tun haben, vielleicht führen wir Europäer auch wieder kleine Kriege untereinander und die neuen Großmächte wie China, Indien oder Brasilien ignorieren uns : Hauptsache wir können unseren kleinen Schrebergarten bestellen und das Paradies bricht aus.

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Re: EU-Ende

Die Amerikaner sagen uns immernoch was wir zu tun haben.
Warum glauben sie wirtschaftet sich die EU im beinahen selben Tempo herrab wie die USA?

Er wird für die EU gefährlich werden

Warum? Hier die Fakten: www.welt.de - "Die Angst der Manager vor Firmenschreck Hollande". Sollte all das verwirklicht werden, was Hollande anstrebt, dann wird das Ablaufdatum für die EU in greifbare Nähe rücken.

Gast: Rien ne va plus
25.04.2012 18:15
0 1

"Nein zu lebenslanger Sparpolitik"

Irgendwann wird schon jemand den Mut finden,
die ''Europäische Reset-Taste'' zu betätigen.

Antworten Gast: Zurück auf die Bäume?
25.04.2012 21:06
0 0

Re: "Nein zu lebenslanger Sparpolitik"

Und wo beginnt dann der Neutstart?
1945?
1918?
1871?
1866?
Im Mittelalter?
Oder noch früher?
Sie müssen schon ein korrektes Wiederherstellungsdatum eingeben und nicht nur blöd rumlabern, sonst funktioniert das nicht, was Sie sich da zusammenphantasieren!

Re: "Nein zu lebenslanger Sparpolitik"

Das "Rien ne va plus" könnte für die EU schneller kommen, als man bis heute dachte. Man kann im Internet seriöse Websites anklicken, die die Wahrheit über die EU schreiben. Bei uns jedoch darf man den (gelenkten) Medien nicht mehr glauben, denn die schreiben viel, wenn der Tag lang ist. Diese vielen Lobeshymnen auf die EU werden allerdings bald verstummen und wir werden über kurz oder lang mit einer Realität konfrontiert werden, die es in sich haben wird.

Gast: freund?
25.04.2012 18:01
0 1

na, vielleicht ZREISSTS AS



jetzt endlich, die SCH...ÄÄUUU !

Gast: L.W.
25.04.2012 17:35
1 2

Ich hoffe sehr, dass Hollande gewinnt.

Damit man ich mich nicht missversteht, wenn dieser linke Wirrkopf am Ruder ist, geht es nur umso schneller mit der Implosion des Euro und damit der EU.

Denn dann ist endlich Schluß mit diesen idiotischen Pseudo-Rettungsschirmen in bald Billionenhöhe.

Je eher, desto besser.

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Re: Ich hoffe sehr, dass Hollande gewinnt.

Ja, nur werden wir zuerst noch unseren letzten cent für Frankreich opfern müssen.

Zu Tode sparen

Die Amis lachen uns aus während sie selbst Geld ohne Ende ausgeben. Der Dollar soll wieder ohne Konkurrenz des Euro dastehen und wir Europäer sparen uns und den Euro zu Tode. Die Deutschen haben seit Jahren keine reale Lohnerhöhung mehr bekommen , aber die Unternehmen sanieren sich auf Kosten der Arbeitnehmer und der Nachbarländer. Hollande hat Recht, Schluss damit !

Re: Zu Tode sparen

Das sehe ich auch so, abgesehen vom andauernden Sozialabbau.

Gast: Kapitalistenfresser
25.04.2012 13:54
0 1

Ende der Sparpolitik

Europa spart sich zu Tode, die ausgabefreudigen Amis lachen uns aus und warten auf das Ende des Euro damit die Hegemonie des Dollars wieder hergestellt wird.
Deutschland hat seit Jahren keine reale Lohnerhöhung durchgeführt und sich auf Kosten der Arbeitnehmer und der Nachbarländer bilig finanziert. Damit möchte Hollande schluss machen, hoffentlich.

Gast: Na und?
25.04.2012 13:35
0 0

Hollande möge eines nicht vergessen:

Bricht er mit Merkel, wird sie auf die EU/ Europa husten. Nicht weil sie so böse ist, sondern weil sie ihre Wähler sonst steinigen würden.

Auch die Sache mit den diversten Rettungsschirmen wäre passé.

Stabilitätspakte bricht man nicht leichtfertig.

Antworten Gast: Fprester
27.04.2012 17:00
0 0

Re: Hollande möge eines nicht vergessen:

Da bin ich nicht so sicher. Merkel wird die Kurve schon kriegen.

Wahlausgang

Offensichtlich eine Wahl zwischen Pest und Colera

Gast: Pirate
25.04.2012 09:44
4 1

seit Sarkozy und die Merkel schustern

. . . wissen die Politiker und das Stimmvieh nicht mehr ein und aus.
Worauf's ankommt, steht in den Sternen: die Welt brauchte ein Wirtschaftsgemeinschaft, so sie für die EU geplant war.

Occupy den Freien Markt, zerstört die Großbanken und die Multinationalen.

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Re: seit Sarkozy und die Merkel schustern

"...brauchte ein Wirtschaftsgemeinschaft, so sie für die EU geplant war."

Da haben Sie aber Entscheidendes wieder vergessen (wollen!).

Im September 1946, nur 16 Monate nach Kriegsende, forderte Winston Churchill in einer Rede in der Züricher Universität die Regierungen auf, die Vereinigten Staaten von Europa zu schaffen. Kern der Vereinigung müsse eine Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland sein. Als erster Schritt sollte ein Europarat gegründet werden. Die britische Insel sollte sich wegen ihrer Verpflichtungen im Commonwealth nicht beteiligen. Zur selben Zeit veröffentlichten Europäer aus fünf Staaten am Vierwaldstätter See ihr „Hertensteiner Programm“ mit 12 Thesen zur Europäischen Union.

Googeln Sie nach dem „Hertensteiner Programm“, da können Sie nachlesen, dass Ihre Behauptung nicht richtig ist!

Gast: Till aus dem Haus der Freude
25.04.2012 09:15
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Auch in Frankreich gilt:

Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten!

Gast: mir reichts
25.04.2012 07:08
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interessant

gestern war die fn noch rechts+ populistisch, über nacht ist sie dann rechts+extrem.

presse, ihr seid sowas von schizo. ihr lasst worte, die ihr im artikel schreibt im kommentarbereich nicht zu.

normal ist sowas sicher nicht mehr.

Schade dass es dieses Wahlsystem in Ösiland nicht gibt

Dann könnte unser "Werni" in der Krone ein großes Inserat schalten.

Liebe verwirrte Krone-Poster ab sofort SPÖ wählen.


Gast: La Symétrie
24.04.2012 22:44
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Rechts und links gemeinsam?

Sicherlich ein interessantes Projekt für ein gerechteres Frankreich für Franzosen.

 
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Im Fadenkreuz der Terroristen