Breivik: "Große Entschuldigung" an einige wenige Opfer

23.04.2012 | 10:23 |   (DiePresse.com)

Der norwegische Attentäter beantwortet Detailfragen über das Massaker auf Utöya. An viel will er sich nicht mehr erinnern können.

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Zu Beginn der zweiten Prozesswoche hat der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik Detailfragen zu seinem Massaker auf der Ferieninsel Utöya beantwortet. An vieles erinnere er sich nicht mehr, betonte der 33-Jährige am Montag in Oslo. Er hatte auf der Insel im vergangenen Sommer 69 Menschen getötet. Für Schüsse über kurze Distanzen habe er eine Pistole genutzt, für längere Strecken ein halbautomatisches Gewehr.

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Zu den Opfern meinte er, dass einige der Verletzten oder Toten im Osloer Regierungsviertel keine Verbindung zur Politik und den Ministerien gehabt hätten. Diese Personen seien nicht das eigentliche Ziel gewesen, so Breivik. "An alle diese möchte ich eine große Entschuldigung richten." Zuvor hatte Breivik betont, seine jugendlichen Opfer auf der Ferieninsel Utöya seien alles andere als unschuldig, sondern politische Aktivisten gewesen. Breivik tötete im vergangenen Sommer 77 Menschen. Er muss sich vor Gericht wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes verantworten.

Psychiatrische Gutachten

Eigentlich sollte Breivik am Montag auch zu den zwei psychiatrischen Gutachten befragt werden. Es sei aber wahrscheinlich, dass dieses Thema auf den kommenden Mittwoch verschoben werden müsse, sagte Staatsanwalt Svein Holden.

Breivik berichtete bei seinen Anhörungen in der Vorwoche, wie er sich mithilfe von Meditationen Gefühlskälte antrainiert und auf der Ferieninsel Utöya systematisch Jagd auf die Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers gemacht hat. Er habe seine Opfer "entmenschlicht", um die Angriffe verüben zu können, da er sie sonst nicht hätte durchführen können, sagte Breivik, der sich als "Anti-Rassist" bezeichnete. Auch seine technische Sprache während der Verhöre sei ein Werkzeug.

Prozess gegen Breivik: Der Attentäter ohne Reue

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Im Zentrum des Prozesses steht die Frage nach Breiviks Geisteszustand und seiner Schuldfähigkeit. Der Attentäter will nach Aussagen seines Verteidigers Geir Lippestad als zurechnungsfähig verstanden werden. Damit käme er bei einer Verurteilung für 21 Jahre ins Gefängnis und nicht in die Psychiatrie.

Breivik ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Der Prozess soll zehn Wochen dauern, das Urteil aber erst Mitte Juli fallen. Viele Angehörige der Opfer leiden darunter, wie Breivik im Gerichtssaal seine Gewalt und seine Weltsicht rechtfertigt.

(Ag./Red.)

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10 Kommentare

der ist nichts

anderes al ein "gegenstück" zu radikale is lam isten...nur schlauer und besser vorbereitet..... !

Gast: Johan C.
24.04.2012 12:09
2

Um Breivik zu "verstehen",

muß man die tiefsten seiner Wurzeln anschauen.

Wie ist er aufgewachsen? Welches Umfeld?
Das hier sagt vieles aus, z.B:
http://m1.krone.at/krone/S28/object_id__274296/hxcms/rssmobile.html
(gut, die Info kommt von der Krone, aber sie gibt ungefährt einen Deut, in welche Richtung es geht).

Breivik lebt in seiner (Alb-)Traumwelt, weil er mit der realen nicht zurechtkommt.

Wer sonst hätte ein Motiv, sich selbst zum "Ritter" zu schlagen? Ich kenne jemanden, der auch zu solchen Ansichten neigt - er ist extrem unglücklich mit seinem Leben, permanent unzufrieden, zwischen Selbstbeschuldigung und Schuldzuweisungen - manchmal äußert er sich furchterregend, aber nicht in der Ich-Form. Aber auch er spricht über "die Größten", "die Stärksten", "Ritter" etc.

Eigentlich ist der Prozess gegen Breivik vollkommen wertlos - es ist wie ein Prozess gegen einen emotional Behinderten.

Interessant wären die Aussagen des Umfelds von Breivik dazu - Aussagen der Mutter, des Vaters, des Stiefvaters... dann würde vielleicht auch die Öffentlichkeit verstehen.

Antworten Gast: Moons
24.04.2012 17:06
1

Re: Um Breivik zu "verstehen",

Die haben nur vergessen zu erwähnen der Vater war/ist ein reicher Sozialist (erklärt auch das Ziel des sozialistischen Jugendlagers) und die Mutter war/ist eine Emanze - von der typischen Patchworkfamilie aufgrund Scheidung & Co. mal ganz abgesehen - stand in der Presse übrigens viel besser als im Krone Blattl...

Gast: Valery
24.04.2012 11:00
0

Dieser Prozess ist eine tolle Bühne für diesen Verbrecher

Medien sollten "verantwortungsvoll" berichten. Was tatsächlich geschieht ist, dass jedes Wort des Massenmörders in die ganze Welt verbreitet wird. Sicher gibt es genugGgestörte, dies sich ihn als "Held" zum Vorbild nehmen.
Hoffentlich kommt keiner auf die Idee, ihn zu kopieren.

Gast: Saiffenstayn
24.04.2012 10:06
3

nur so weiter ....

Je mehr er (Blödsinn) redet und je mehr Menschen davon hören ...
umso m,ehr "schadet er der SACHE, für die er all das angestellt hat"

Denn da müssen doch Vielen "die Augen aufgehen" ...

wohin solche Ideen die Welt bringen ....


Gast: Demokratius
24.04.2012 07:38
13

bewies Breivik erneut seine Faszination für radikal islamistische Bewegungen

Was diese Radikalen so planen:
11. Israel (the Gaza strip, the West bank and Jerusalem)
- Assist Israel in deporting all Muslim Syrians (also referred to as “Palestinians”) from the
Gaza strip, the West bank and Jerusalem. These territories will be included in Israel.
However, Jerusalem will come under joint Christian-Jewish administration.
- Demolish the abomination known as the Al-Aqsa mosque and the Dome of the Rock in
Jerusalem and rebuild the Temple of Salomon – the Third Temple as described in the
Book of Ezekiel, chapters 40-42. The Third Temple will become a place of worship for
both Jews and Christians. The Dome of the Rock is regarded as occupying the actual
space where the Temple once stood.
- Jerusalem will once again become a city shared by Christians (50%) and Jews (50%).
(S. 1320)
http://ia700700.us.archive.org/33/items/2083_A_European_Declaration_of_Independence/2083_A_European_Declaration_of_Independence.pdf

Gast: Ösi
23.04.2012 21:27
3

Grundsätzlichmuss ich jetzt festhalten: die Mutter kann nichts dafür! Sie hatte nie ein Recht auf ihr Kind. So wie überall!

Und die Mutter in die Geschichte reinzuziehen ist eine Frechheit!
Vom wem auch inszeniert: eine Frechheit!
Der Staat hat zu garantieren, weil wir Bürger unser Recht auf Verteidigung abgegeben haben. Der Staat garantiert, der Staat haftet,
Egal was Breivik bekpommt. Unabhängig davon haftet der Staat.
Kein anderer. Kein Opfer hat ein Vertragsverhältnis mit dem Anders, nur mit dem Staat!

so schats aus!
Ösenpower

Gast: badeschwamm
23.04.2012 17:57
1

Ich verstehe nicht,

warum Breiviks Meinung zu den psychiatrischen Gutachten von irgendeiner Bedeutung sein soll.

Traurig die ganze Sache

Glaubt der er ist der Erlöser?

Antworten Gast: mysterium
23.04.2012 18:05
3

Re: Traurig die ganze Sache

Er war Freimaurer.

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