Hollande an Le-Pen-Wähler: "Die Linke verteidigt euch"

24.04.2012 | 10:43 |   (DiePresse.com)

Der Sozialist setzt auf die "rechte Karte" und will die Wähler der Front National von sich "überzeugen". Auch Amtsinhaber Sarkozy rittert um deren Stimmen.

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Nach dem Sieg von Sozialist Francois Hollande bei der ersten Runde der Präsidentenwahl und dem starken Abschneiden der rechtsextremen Front National (FN) von Marine Le Pen beginnt der Kampf um die Wähler des rechten Lagers. Immerhin liegt dieses in 15 der 101 Départements nur knapp auf dem zweiten, in vielen sogar auf dem ersten Platz. Da die drittplatzierte FN aber nicht zur Stichwahl am 6. Mai zugelassen wird, beginnt nun das Rennen um die Rechten.

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Der als Favorit gehandelte Hollande erklärte daher am Dienstag, dass er die rechtsextremen Wähler von sich und seinem Programm „überzeugen" möchte. Immerhin komme ein Teil von ihnen aus dem linken Lager, sagte er der Zeitung „Libération". Weiters betonte er, dass seine Wahlkampf-Strategie drei Teile umfasse.

"Soziale Wut" brachte FN den Erfolg

Der sozialistische Präsidentschaftskandidat will demnach zunächst diejenigen mobilisieren wolle, die nicht zur Wahl gegangen seien. An zweiter Stelle wolle er alle „ernsthaften Republikaner" ansprechen, denen das Wohl Frankreichs am Herzen liege. Und dann gehe es um die Wähler der Rechtsextremen Marine Le Pen: „Ich muss sie überzeugen, dass es die Linke ist, die sie verteidigt", sagte Hollande. Diese Wähler seien nicht automatisch Anhänger rechtsextremer Ideen, sondern würden vor allem eine „soziale Wut" zum Ausdruck bringen.

Doch auch auf die Stimmen aus der linken Wählerschaft will er nicht verzichten. Ein Umschwenken auf einen extrem rechten Kurs sei von seiner Partei daher nicht zu erwarten. „Ich werde nicht den Fehler begehen, nur zu den anderen zu sprechen und unsere zu vergessen", so Hollande. Die unterlegenen linken Kandidaten, darunter Jean-Luc Mélenchon, haben bereits ihre Unterstützung für Hollande in der Stichwahl gegen Präsident Nicolas Sarkozy deutlich gemacht.

Amtsinhaber Nicolas Sarkozy will ebenfalls um die Wählerschaft von Marine Le Pen rittern. Bereits im Wahlkampf hatte er auf die „rechte Karte" gesetzt.

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Wahlergebnis

Der Sozialist François Hollande gewann die erste Runde mit 28,6 Prozent der Stimmen vor Nicolas Sarkozy (27,2 Prozent). Die Rechtsextreme Marine Le Pen kam auf 17,9 Prozent, der Linkskandidat Jean-Luc Mélenchon auf 11,1 Prozent, der Zentrumspolitiker François Bayrou auf 9,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 80 Prozent.

Während in 95 der 101 Départements am Sonntag gewählt wurde, gingen in den sechs Überseegebieten Französisch-Guyana, Guadeloupe, der Karibikinsel Saint Martin sowie Saint Pierre und Miquelon die Wahlberechtigten schon am Samstag zu den Urnen. Dort siegte ebenfalls Hollande vor Sarkozy.

(Ag./Red.)

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331 Kommentare
 
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Betrachten wir mal die Tatsachen

Die Amis mit ihren Ratingagenturen schießen ein Land nach dem anderen in Europa sturmreif.
Die Frau deutsche Ökonomieexpertin Bundeskanzlerin Merkel wiederum leistet kräftig Schützenhilfe mit Spar und Abwürgprogrammen.
Wei jedes so wie den Griechen verordnete "Sparprogramm" nämlich ein Abwürgprogramm der Sonderklasse ist.

Nächste Kandidaten:
Spanien
Italien
GBR

Spanien mit 25% Arbeitslosigkeit kann sich sehen lassen. Mit rigorosen Abwürgprogrammen bekommt man dieses Problem ja ganz sicher in den Griff.

Aber so was tangiert die Nationalökonomin Kandesbunzlerin Merkel ja ohnehin nicht.

Gast: Bonn
27.04.2012 10:42
1

Verweigerung

Frankreich hat sich sehr lange geweigert die Schulden zu senken. Deutschland stellt sich den Weltmarkt. Frankreich hat sich hinter der Wirtschaftsstärke Deutschlands versteckt. Nun fordert Deutschland Reformen und das Land will nicht. Das Interesse für Europa läßt in Deutschland nach.

Stopp der Verschuldung!

NEIN zu lebenslanger Schuldenpolitik!

Gast: ich sags wies ist
25.04.2012 21:03
2

wäre ja auch mal was neues, wenn die sozis behirnen würden, dass es ohne zu sparen nicht geht

für die bedeutete "sozial" in saus und braus leben und das volk muss dafür aufkommen (siehe realsozialismus über jahrzehnte hinweg), sie werden bei uns gerade mal ein wenig gebremst duch die normalos, die konservativen. sonst wären wir auch schon alle weg vom fenster wie der ganze ostblockhaufen....

Gast: kritikus
25.04.2012 21:00
0

diese entscheidung bedeutet in wahrheit "nein" zur eu, nicht zu deutschland!

da haben wir es mal wieder mehr als deutlich:
die eu-daumenschrauben will niemand ausser den eu-bürokraten selbst!

es hat sich beim euro wunderbar gezeigt, dass dieser nur in kombination mit einer unterdrückung des selbstbestimmungsrechts der staaten funktionieren könnte!
man sollte aber keinesfalls dem fatalen irrtum unterliegen, w i r könnten etwa griechenland oder spanien oder portugal zum guten wirtschaften zwingen oder drängen!
wir können und dürfen das rechtlich gar nicht und deutschland ebensowenig!

in wahrheit droht uns eine fundamentale änderung des eu-rechts und zwar derart, dass die eu uns alle (also natürlich auch österreich!) zu was auch immer diesen eu-bürokraten noch einfällt, zwingen kann, selbstverständlich nicht nur griechenland oder ähnliche schlecht gewirtschaftet habende länder!

der ohne wenn und aber (und wie man weiß ganz besonders von uns als eu-nettozahler!) zu bezahlende preis für diesen euro besteht in einem raub unseres entscheidungsrechts in vielen fundamentalen dingen!

es möge jeder/jede selbst entscheiden, ob er/sie diese extreme fremdherrschaft über uns will!

ich selbst meine dazu:
WIR BRAUCHEN DIE EU NICHT, SONDERN DIESE BRAUCHT UNS, UM UNS DAS GELD ABPRESSEN ZU KÖNNEN, DAS SIE DEN SCHWEIZERN UND NORWEGERN (INFOLGE NICHT-EU-MITGLIEDSCHAFT DIESER) NICHT ABPRESSEN KANN!!!!!

EU-Ende

Zurück zur Kleinstaaterei, Austritt aus der EU und alles wird gut, small is beautyfull, die Amerikaner sagen uns wieder was wir zu tun haben, vielleicht führen wir Europäer auch wieder kleine Kriege untereinander und die neuen Großmächte wie China, Indien oder Brasilien ignorieren uns : Hauptsache wir können unseren kleinen Schrebergarten bestellen und das Paradies bricht aus.

Re: EU-Ende

Die Amerikaner sagen uns immernoch was wir zu tun haben.
Warum glauben sie wirtschaftet sich die EU im beinahen selben Tempo herrab wie die USA?

Er wird für die EU gefährlich werden

Warum? Hier die Fakten: www.welt.de - "Die Angst der Manager vor Firmenschreck Hollande". Sollte all das verwirklicht werden, was Hollande anstrebt, dann wird das Ablaufdatum für die EU in greifbare Nähe rücken.

Gast: Rien ne va plus
25.04.2012 18:15
0

"Nein zu lebenslanger Sparpolitik"

Irgendwann wird schon jemand den Mut finden,
die ''Europäische Reset-Taste'' zu betätigen.

Antworten Gast: Zurück auf die Bäume?
25.04.2012 21:06
0

Re: "Nein zu lebenslanger Sparpolitik"

Und wo beginnt dann der Neutstart?
1945?
1918?
1871?
1866?
Im Mittelalter?
Oder noch früher?
Sie müssen schon ein korrektes Wiederherstellungsdatum eingeben und nicht nur blöd rumlabern, sonst funktioniert das nicht, was Sie sich da zusammenphantasieren!

Re: "Nein zu lebenslanger Sparpolitik"

Das "Rien ne va plus" könnte für die EU schneller kommen, als man bis heute dachte. Man kann im Internet seriöse Websites anklicken, die die Wahrheit über die EU schreiben. Bei uns jedoch darf man den (gelenkten) Medien nicht mehr glauben, denn die schreiben viel, wenn der Tag lang ist. Diese vielen Lobeshymnen auf die EU werden allerdings bald verstummen und wir werden über kurz oder lang mit einer Realität konfrontiert werden, die es in sich haben wird.

Gast: freund?
25.04.2012 18:01
0

na, vielleicht ZREISSTS AS



jetzt endlich, die SCH...ÄÄUUU !

Gast: L.W.
25.04.2012 17:35
1

Ich hoffe sehr, dass Hollande gewinnt.

Damit man ich mich nicht missversteht, wenn dieser linke Wirrkopf am Ruder ist, geht es nur umso schneller mit der Implosion des Euro und damit der EU.

Denn dann ist endlich Schluß mit diesen idiotischen Pseudo-Rettungsschirmen in bald Billionenhöhe.

Je eher, desto besser.

Re: Ich hoffe sehr, dass Hollande gewinnt.

Ja, nur werden wir zuerst noch unseren letzten cent für Frankreich opfern müssen.

Zu Tode sparen

Die Amis lachen uns aus während sie selbst Geld ohne Ende ausgeben. Der Dollar soll wieder ohne Konkurrenz des Euro dastehen und wir Europäer sparen uns und den Euro zu Tode. Die Deutschen haben seit Jahren keine reale Lohnerhöhung mehr bekommen , aber die Unternehmen sanieren sich auf Kosten der Arbeitnehmer und der Nachbarländer. Hollande hat Recht, Schluss damit !

Re: Zu Tode sparen

Das sehe ich auch so, abgesehen vom andauernden Sozialabbau.

Gast: Kapitalistenfresser
25.04.2012 13:54
0

Ende der Sparpolitik

Europa spart sich zu Tode, die ausgabefreudigen Amis lachen uns aus und warten auf das Ende des Euro damit die Hegemonie des Dollars wieder hergestellt wird.
Deutschland hat seit Jahren keine reale Lohnerhöhung durchgeführt und sich auf Kosten der Arbeitnehmer und der Nachbarländer bilig finanziert. Damit möchte Hollande schluss machen, hoffentlich.

Gast: Na und?
25.04.2012 13:35
0

Hollande möge eines nicht vergessen:

Bricht er mit Merkel, wird sie auf die EU/ Europa husten. Nicht weil sie so böse ist, sondern weil sie ihre Wähler sonst steinigen würden.

Auch die Sache mit den diversten Rettungsschirmen wäre passé.

Stabilitätspakte bricht man nicht leichtfertig.

Antworten Gast: Fprester
27.04.2012 17:00
0

Re: Hollande möge eines nicht vergessen:

Da bin ich nicht so sicher. Merkel wird die Kurve schon kriegen.

Wahlausgang

Offensichtlich eine Wahl zwischen Pest und Colera

Gast: Pirate
25.04.2012 09:44
4

seit Sarkozy und die Merkel schustern

. . . wissen die Politiker und das Stimmvieh nicht mehr ein und aus.
Worauf's ankommt, steht in den Sternen: die Welt brauchte ein Wirtschaftsgemeinschaft, so sie für die EU geplant war.

Occupy den Freien Markt, zerstört die Großbanken und die Multinationalen.

Re: seit Sarkozy und die Merkel schustern

"...brauchte ein Wirtschaftsgemeinschaft, so sie für die EU geplant war."

Da haben Sie aber Entscheidendes wieder vergessen (wollen!).

Im September 1946, nur 16 Monate nach Kriegsende, forderte Winston Churchill in einer Rede in der Züricher Universität die Regierungen auf, die Vereinigten Staaten von Europa zu schaffen. Kern der Vereinigung müsse eine Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland sein. Als erster Schritt sollte ein Europarat gegründet werden. Die britische Insel sollte sich wegen ihrer Verpflichtungen im Commonwealth nicht beteiligen. Zur selben Zeit veröffentlichten Europäer aus fünf Staaten am Vierwaldstätter See ihr „Hertensteiner Programm“ mit 12 Thesen zur Europäischen Union.

Googeln Sie nach dem „Hertensteiner Programm“, da können Sie nachlesen, dass Ihre Behauptung nicht richtig ist!

Gast: Till aus dem Haus der Freude
25.04.2012 09:15
12

Auch in Frankreich gilt:

Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten!

Gast: mir reichts
25.04.2012 07:08
13

interessant

gestern war die fn noch rechts+ populistisch, über nacht ist sie dann rechts+extrem.

presse, ihr seid sowas von schizo. ihr lasst worte, die ihr im artikel schreibt im kommentarbereich nicht zu.

normal ist sowas sicher nicht mehr.

Schade dass es dieses Wahlsystem in Ösiland nicht gibt

Dann könnte unser "Werni" in der Krone ein großes Inserat schalten.

Liebe verwirrte Krone-Poster ab sofort SPÖ wählen.


Gast: La Symétrie
24.04.2012 22:44
1

Rechts und links gemeinsam?

Sicherlich ein interessantes Projekt für ein gerechteres Frankreich für Franzosen.

 
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