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Libyens Ex-Premier tot in Neuer Donau gefunden

30.04.2012 | 10:54 |   (DiePresse.com)

Ex-Ölminister Shukri Ghanem gehörte jahrelang zur engsten Entourage Gaddafis, ehe er dem Regime vor einem Jahr den Rücken kehrte. Eine Obduktion soll Aufschlüsse über die Todesursache bringen.

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Der ehemalige libysche Ministerpräsident und Ölminister Shukri Ghanem ist am Wochenende in Wien gestorben. Der Tod des langjährigen Gefolgsmanns des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi gibt Rätsel auf. Hatte die Familie ursprünglich gegenüber Journalisten erklärt, der 69-jährige sei Sonntag früh leblos in seiner Wohnung entdeckt worden, berichtete die Polizei am Sonntagabend, dass die Leiche Ghanems in der Neuen Donau gefunden wurde.

Ein Passant hatte gegen 8.40 Uhr die Polizei informiert, dass nahe der Copa Cagrana ein lebloser Körper in der Neuen Donau treibe. In weiterer Folge sei der Tote zweifelsfrei als Shukri Ghanem identifiziert worden.

Wie Polizeisprecher Roman Hahslinger erklärte, seien bei dem Toten keine Spuren von Gewalt festgestellt worden. "Aber wenn ihn jemand hineingestoßen hat, gibt es auch keine Gewaltspuren", meinte der Beamte. "Möglicherweise ist ihm aber auch schlecht geworden, und er ist ins Wasser gefallen". Die Familie hatte als wahrscheinliche Todesursache einen Herzinfarkt genannt.

Aufschlüsse über die Todesursache soll eine Obduktion bringen. Diese könnte bereits Montagmittag abgeschlossen sein.

Ermittlungen im Umfeld des Toten laufen

Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld des Verstorbenen würden derzeit Ermittlungen durchgeführt, sagte Hahslinger am Montag. So soll herausgefunden werden, ob an einer natürlichen Todesursache gezweifelt werden muss. In eine konkrete Richtung werde aber nicht ermittelt, da es im Moment noch keinen Verdacht auf Fremdverschulden gebe erklärte der Polizeisprecher.

Laut Ermittlungen hatte Ghanem Sonntag früh seine Wohnung verlassen. Der leblose Körper sei noch nicht lange im Wasser gelegen, als er entdeckt wurde.

Der 69-Jährige Ghanem  arbeitete der Polizei zufolge in den vergangenen Monaten in einem Büro in der Wiener Innenstadt und lebte in Wien. Vor seiner Abkehr vom Gaddafi-Regime war er im März des Vorjahres auch verdächtigt worden, in Österreich Milliarden-Summen für den damaligen Machthaber in Wien geparkt zu haben. Sogar die Sperrung seiner Konten in Wien stand im Raum. Auch in der Schweiz soll Ghanem über beträchtliches Vermögen verfügt haben.

VIDEO: Wien: Rätsel um Tod von Ex-Gaddafi-Vertrautem

Bild: rca

Der mysteriöse Tod des ehemaligen libyschen Ministerpräsidenten und Ölministers Schukri Ghanem stellt die Wiener Polizei vor ein Rätsel.

Fünf Jahre als Ölminister

Ghanem war jahrelang ein Gefolgsmann des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gewesen, ehe er dem Regime Mitte Mai des vergangenen Jahres den Rücken gekehrt hatte. Er war von März 2003 bis Mai 2006 unter Gaddafi Ministerpräsident und von März 2006 bis Mitte Mai 2011 Chef der staatlichen libyschen Öl-Gesellschaft, also Ölminister, gewesen. Im Mai 2011 wandte sich Ghanem aber vom später getöteten Gaddafi ab und ging nach Italien. Bei einer Pressekonferenz in Rom klagte er am 1. Juni des Vorjahres über die "unerträgliche Gewalt" des damaligen Regimes in Tripolis und über den Bürgerkrieg in seinem Land.

"Ich habe jahrelang in Libyen gearbeitet und gedacht, dass man intern Reformen durchsetzen konnte. Das war jedoch nicht möglich, vor allem jetzt, wo die Gewalt unerträglich geworden ist", so Ghanem damals in seinem Presse-Statement.

Zuletzt sei Ghanem sehr besorgt über die Entwicklungen in seiner Heimat gewesen, berichtete Al-Bayati. Zudem habe er sich auch stark unter Druck gesetzt gefühlt, weil im Internet Anschuldigungen wegen mutmaßlicher Korruptionsfälle verbreitet worden seien. Seitens der Familie hieß es, dass der Leichnam Ghanems möglicherweise nach Libyen überstellt werde.

Gaddafi, Kreisky, Haider: Österreichs Beziehungen zu Libyen

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(APA)

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103 Kommentare
 
1 2 3
Gast: Hans Liubegaster
30.04.2012 07:45
0 0

Dahoam

Seine "Familie" wird einfach gesagt haben, er sei "dahoam" an einem Herzinfarkt gestorben und gemeint haben in Wien, nicht dass seine Wohnung in Wien der Fundort gewesen wäre.

Gast: rai
30.04.2012 00:08
15 0

gaddafi

eine prostituierte ist ja auch zufällig aus dem hotel geflogen in dem gaddafi logierte.
zufälle gibts

Gast: tatort55
29.04.2012 23:53
1 1

Gadaffis Gelder

Was passiert übrigens mit den vielen Milliarden, die Gadaffi in den Steueroasen Deutschland, Italien, Frankreich, Ö, usw. bunkerte?


3 2

Re: Gadaffis Gelder

Die werden alle machen genau das gleiche wie damals mit dem Juden: Wo klein Kläger kein Richter. Die Banken brauchen nur auf "dumm" schalten und abwarten. Dann bleiben die Milliarden übrig... und KEINER der kommt und sagt "darf ich meine Millionen haben!..."

Re: Gadaffis Gelder

die bekommen die Amis für den nächsten Bank-Bailout...ist ja schließlich gut angelegt!

Antworten Antworten Gast: Romanino
30.04.2012 15:35
0 0

Re: Re: Gadaffis Gelder

DIE FAMILIE GHANEM SOLL DAS VERMÖGEN DASS SIE SICH MIT ZARTIS UND ANDEREN AUFTEILT ABLIEFERN
DAS WÄRE DAS BESTE DENN ES GIBT NOCH SEHR VIELE ARME LEUTE IN LIBYEN UND DIESE BANDITEN HABEN JAHRELANG IN SAUS UND BRAUS GELEBT UN VERMÖGEN AUF DIE SEITE GESCHOBEN

Antworten Antworten Antworten Gast: Störrisch
30.04.2012 16:02
0 0

Re: Re: Re: Gadaffis Gelder

....Zitat: "diese Banditen!....Sie meinen die europäischen ehrlichen, sauberen und rechtschaffenden Politiker, die mit ihm befreundet waren, ihn besucht haben, sogar mit der Familie verbändelt sind? Oder die Waffenfirmen weltweit, die sich ein goldenes Näschen verdient haben?

Das Vermögen, nehme ich an, wurde zwischen EU und USA (-Banken) aufgeteilt...haben sich das quasi zurückgeholt!

Ein Beispiel für die 0,01256% qualifizierter Migration mit bösem Ende.


Gast: Hans Gans
29.04.2012 23:38
6 0

Vielleicht (bzw. wahrscheinlich) wusste er einfach zuviel.


17 0

Libyens Ex-Premier Minister tot in Neuer Donau gefunden

Eines ist wohl klar: Wer jetzt im April, selbst bei diesem Schönwetter, in die Donau fällt, der muss ein starkes Herz haben. Und wenn da dann jemand am Ufer steht, der einen nicht mehr an Land lässt, ....., dann muss es ein noch stärkeres sein.

Nun ja, EU! So ein Herz gibt es woh weltweit nicht, außer man heißt Jason Bourne. Aber ich denke, die Staatsanwaltschaft wird gemeinsam mit der Mordkommission schon die richtige Entscheinung treffen, damit die Gerichte nicht zu sehr überlastet werden, schließlich sind wir ja gerade dabei, die eigenen Sümpfe in Österreich trocken zu legen, und da bedarf es aller Arbeitskräfte, die es halt so gibt!

Aber vielleicht erfahren wir die Wahrheit ja im 4. Teil zur Bourne-Trilogie! Ach, shit! Robert Ludlum kann sie nicht mehr schreiben, der ist schon 2001 gestorben. Das wird mit Sicherheit ein Urheberrechtsproblem! Nun ja, EU! Vielleicht klappt es ja mit Mission Impossible 5?

Eine gewisse Spannung ist jedenfalls da! Also auf, ihr Film-AutorInnen, schreibt euch eure Finger wund! Und das Wiener Donau-Inselfest wird zum irren Schauplatz dieses Thrillers. Ich melde mich schon jetzt als Statist! Ich könnte auch für einen Stunt sorgen! Ich speibe als heute typischer Donauinselfestbesucher vor der Kamera in die Donau, und dabei entdecke ich dann die Leiche! Und die Kripo denkt lange Zeit, dass ich der Mörder war, weil sie ja meine DNA auf ihr gefunden haben.
Also, das wäre ein geiler Tatort mit Harald Krassnitzer als Kommissar!
Urheberrecht by buji!

Re: Libyens Ex-Premier Minister tot in Neuer Donau gefunden

Harald Krassnitzer wäre als Kommissar wahrlich der Beste - denn der sagt dann nur mehr das, was der Löwelstrasse genehm ist.


Re: Re: Libyens Ex-Premier Minister tot in Neuer Donau gefunden

Richtig. Vielleicht wäre der Typ ein guter Kommissar, weil als Schauspieler taugt er nichts.

Gast: Regine Metes
29.04.2012 23:23
5 1

Was ist denn in Wien los?

Schaut man sich die Sachbücher über Libyen zu Zeiten Gaddafis an, findet mn großes Engagement in Österreich.
Oder: haben die lsterreicher die Zeiten vergessen, als Bruno Kreisky und Muammar al Gaddafi befreundet waren (übrigens bis zum Tod von Bruno Kreisky).
Seitens Bruno Kreisky war es ein mutiges Engagement (nämlich gegen die Übermacht des Westens).
Er stärkte Gaddafi den Rücken, als Reagan 1986 Militärmanöver vor der libyschen Küste abhielt. Er war vor der Eskalation bei Gaddafi - kurz später kamen die Bombenangriffe auf Tripolis und Benghazi, um Gaddafi zu töten.
Oder: hat man den Studenten Saif al Islam in Wien vergessen?
Der Ölminister ist mysteriös ums Leben gekommen: setzte er sich vielleicht dafür ein, dem alten Gaddafi-Regime zu ein wenig Gerechtigkeit zu verhelfen, vielleicht durch Fürsprache für Saif al Islam und seine unzumutbaren Haftbedingungen?
Was ist los in Wien?
Werden wir hier alle gleichgeschaltet?
Immerhin hatte man früher mehr Spielraum in Österreich, was die Meinungsfreiheit anging: das war ermutigend.

Gast: plebs potus
29.04.2012 22:56
2 2

Geheimdienstmord?

der kannt sicher Haiders Bankverbindungen mitGadhafi. Vielleicht sollte man den Herren genauer obduzieren. Aber das will wahrscheinlich eh keiner

ein Schelm wer hier

an eine Verschwörung denkt...man kann davon ausgehen, dass Ermittlungen eingestellt oder im Sande verlaufen werden!

21 0

Ganz Allein?

Hatte er keine Begleitung?
Ein derart hochrangiger Funktionär?
In dessen Heimat gerade Revolution ist?

Das ganze klingt nach einem Geheimtreffen mit tödlichem Ausgang.

Gast: gast1984
29.04.2012 20:44
18 1

"Möglicherweise ist ihm aber auch schlecht geworden, und er ist ins Wasser gefallen"

Aha! So nennt man das, wenn ehemalige hochrangige Gefolgsleute von Gaddafi verunfallen!

AUFTRAGSMORD

Na sowas doch-Auftragsmord an einen Spitzen-Ex-Politiker Libyens-MITTEN IN WIEN!!
Und die glorreiche Österr. Pölizei weiß-WIE ÜBLICH-VON NICHTS!!
Klar doch, die sind im Auftrage der Innenministerin hauptsächlich damit beschäftigt-DIE VERBRECHERISCHEN ÖSTERREICHISCHEN AUTOFAHRER-ORDENTLICH ABZUCASHEN, für Verbrechen, wie: #Falschparken, und, #"Rasen-um 10kmh zu schnell!!
Nur weiter so, denn schon jetzt gilt Österreich-als das-"HOMELAND" der Internationalen Kriminalität!!

Antworten Gast: Section 6
29.04.2012 22:03
3 0

Re: AUFTRAGSMORD

Österreichische Ermittler wollen in Wien nur überleben.

Stell dir vor es ist AUFTRAGSMORD..

... und Kottan ermittelt!

Gast: Glueckskeks
29.04.2012 20:33
10 1

wurde er etwa

phaetonisiert?

Gast: Lachsack
29.04.2012 20:19
17 0

Sicher nur ein Unfall!

Und die Erde ist eine Scheibe ^^

Gast: Nicht der
29.04.2012 20:09
2 0

erste

welcher nach dem Niedergang einer Diktatur in seinem Exil ex ging.

Gast: Alternativlos
29.04.2012 19:48
14 0

Man liebt den Verrat

... aber nicht den Verräter.

Gast: Quiz21
29.04.2012 19:46
8 0

hätte man nicht

auch seine Ansiedelung in Wien erklären können? Wurde Wien zu seinem Exil weil hier einflussreiche Gönner in der SPÖ oder ÖVP sind? Oder ließ er sich hier nur wegen der Heurigen Musik nieder?


Antworten Gast: Pips
29.04.2012 20:21
5 1

Re: hätte man nicht

Nein, sondern weil Ganoven aller Welt, vorzugsweise aus sozialistischen Ländern hierzulande keiner Verfolgung ausgesetzt sind. Zumindest solang sie den zuständigen Politikern entsprechende finanzielle Zuwendungen machen. Beispiele gibt es zuhauf.

Gast: MönchMaier
29.04.2012 19:38
26 1

Exilland Wien

Was sich hier so alles rumtreibt ist ja allerhand...

 
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Im Fadenkreuz der Terroristen