Kiew droht Berlin mit wirtschaftlichen Folgen

04.05.2012 | 13:42 |   (DiePresse.com)

Sollte kein Abkommen mit der EU zustande kommen, würde der Zugang für Produkte eingeschränkt. Der Vize-Chef der Regierungspartei verteidigt den Umgang mit Timoschenko. Sie könnte bald zwangsernährt werden.

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Die Ukraine hat Deutschland im Streit um die inhaftierte Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko und einen möglichen Boykott der Fußball-EM mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht. Wegen der Auseinandersetzung liegt derzeit ein EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine auf Eis. "Ohne Abkommen wird der deutsche Zugang zum ukrainischen Markt begrenzt sein", sagte der Vizepräsident der ukrainischen Regierungspartei, Leonid Koschara, am Freitag. "Deutsche Hersteller werden verlieren," warnte er vor Folgen für die Bundesrepublik. Julia Timoschenko könnte indes bald zwangsernährt werden.

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Die Ukraine reagierte mit ihrer Drohung auf den deutschen Außenminister Guido Westerwelle. Der hatte zuvor erklärt, ohne Rechtsstaatlichkeit könne das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine nicht ratifiziert werden. "Mir scheint, dass der Fall Timoschenko für einige Politiker im Westen einen sehr persönlichen Charakter trägt", sagte Koschara. Berlin empfinde das Scheitern der von Timoschenko geführten "Orangen Revolution" offenbar als "persönliche Niederlage".

Deutschland: Keine schnelle Einigung

Timoschenko verbüßt in der Ukraine derzeit eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Seit dem 20. April protestiert die an Bandscheibenproblemen leidende Ex-Regierungschefin mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Der Westen hält ihre Strafe für politisch motiviert. Aus Protest gegen den Umgang mit Timoschenko entschied die gesamte EU-Kommission am Donnerstag, der EM in dem Land fernzubleiben.

Deutschland erwartet keine schnelle Einigung zwischen deutschen und ukrainischen Behörden, auch wenn es sehr intensive Kontakte gebe, so ein Sprecher des deutschen Außenamtes. Das Angebot zur Behandlung Timoschenkos in Berlin gelte weiter. Am Freitag reiste ein Berliner Arzt mit Diplomaten in die Ukraine um Timoschenko zu behandeln. Ihre Tochter gibt an, dass sich der Zustand der Oppositionellen in den vergangenen Tagen verschlechtert habe.

Timoschenko handelte "verbrecherisch"

Koschara verteidigte den Umgang der ukrainischen Behörden mit Timoschenko. In ihrer Zeit als Regierungschefin habe die Politikerin "verbrecherisch" gehandelt und der Ukraine 2009 "kolossalen Schaden" bei Gasverhandlungen mit Moskau zugefügt.

Eine Zwangsernährung der Ex-Regierungschefin ist nach Angaben der Justizbehörden der Ex-Sowjetrepublik nicht ausgeschlossen. "Wir werden sie auf jeden Fall nicht sterben lassen." Das sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Gefängnisses in Charkow, in dem die Oppositionsführerin inhaftiert ist zu der ukrainischen Zeitung "Segodnja".

(Ag.)

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73 Kommentare
 
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Gast: bugs bunny
05.05.2012 18:08
2 0

Timoschenko

Frau Timoschenko verdient kein Mitleid. Schliesslich hat sie seinerzeit ihre Machtposition weidlich ausgenutzt, sich durch Ölgeld bereichert, kritische Gegner wurden in Haft genommen und sitzen tw. noch heute unter schlechten Bedingungen im Gefängnis, und die Frau jammert wegen einem Bandscheibenvorfall. Den haben viele Leute und der lässt sich auch in der Ukraine behandeln, wenn man will. Aber die Frau versucht ja durch ihre "Erpressungsversuche", in den Westen zu gelangen, um hier um polit. Asyl anzusuchen. Und den Schmäh mit dem blauen Fleck kennen wir hier von unseren Asylanten zur genüge. Die bringen sich den auch selbst vor dem Grenzübertritt bei, um als traumatisiert und/oder gefoltert zu gelten. Leider gibt es zu viele Gutmenschen, die darauf hereinfallen. Dass allerdings ein Arzt darauf hereinfällt, wundert mich doch sehr. Ob da nicht andere "das Sagen" haben? Also, lasst der Frau Timoschenko ihren Hungerstreik, ein paar Kilo weniger schaden ihr für die Gesundheit auch nicht - ist vor allem für die Wirbelsäule gut. Und die Ukraine ist ein guter künftiger Wirtschaftspartner. Arbeitsplätze haben Vorrang vor den Befindlichkeiten einer abgehalfterten Politikerin, die ihr eigenes Volk drangsaliert und "beschissen" hat.

was hat die Olle Timoschenko mit Sport zu tun

außer die 500 Millionen Dollar in 5 Jahren auf Privatkonto ... ziemlich sportlich ... ha

Gast: gast11
05.05.2012 13:02
4 0

Europa erpresst die Ukraine

das hat im grunde nichts mit gerechtigkeit, sport oder fr. timoschenko zu tun - es dreht sich nur um machtgewinn und machterhalt.

die ukraine ist sehr wichtig für europa, aber das lesen sie besser bei Brzeziński nach.

Gast: Ukrainier
05.05.2012 11:15
4 0

Blamage

Dass man den ukrainischen Ärzten Unfähigkeit auf allen Linien durch dieses Theater vorwirft ist allein schon eine Disqualifizierung als Volksvertreterin. Wie kann man Timoschenko überhaupt noch in einer Parteiführung akzeptieren. Schade, dass die EU da mitspielt.

Antworten Gast: bugs bunny
05.05.2012 19:16
0 0

Re: Blamage

"Schade, dass die EU mitspielt". Der Satz sagt eigentlich alles. Aber wir werden doch von Barroso und Co. keine vernünftigen Entscheidungen erwarten. Alle gekauft und "angefüttert", um bei unserem nationalen Jargon zu bleiben.

1 0

wenn das nächste Mal ein Ostblock zusammenbricht...

.... dann machen wir's aber alle besser.

Gast: Abdisu
05.05.2012 09:24
1 1

Ich staune,

für die ehemaligen sowjetischen Teilstaaten es in diesem Forum gibt, die genau wissen, was Frau T. begangen hat und kein dringlicheres Anliegen haben, als sie unter möglichst grauslichen Bedingungen hinter Gittern zu wissen. Wenn ich raten darf: Hamma Sado-maso-Phantasien, weil die Dame gut aussieht? Das Tollste ist aber der Untertitel des Artikels selbst: „Gerichtsmediziner vermuten indes, dass sich die Oppositionsführerin selbst verletzt haben könnte." Was glauben Sie, wieviele Gerichtsmediziner anno Adolf, Dschugaschwili, Idi Amin, Pinochet ... sowas schon öffentlich vermutet haben. Wohlgemerkt: Ich bin ich der Sache weder kundig noch Partei, sondern nur so durchschnittlich informiert wie die SM-Poster hier auch.

Antworten Gast: Abdisu
05.05.2012 09:36
1 0

Korrektur:

es fehlen ganz am Anfang die Worte „wieviele Fachleute ..."

"Polen ist am wichtigsten"...

aha, die dürfen also!

1 2

Man darf Timoschenke das Recht nicht nehmen ihren selbst gewählten Hungerstreik

ohne Zwangsernährung weiterzuführen.

Damit ist Ihrem persönlichen Wunsch Genüge, der Ukraine eine Dienst getan und alle (möglichen Asylländer) haben eine Problem mit einer ultrakriminellen Bandenchefin weniger

Gast: Kokonutrider
05.05.2012 07:19
3 0

Der Schuss ging nach hinten los!

etwas unscharf und nicht Ast-Rein zu erkennen wie die Gefängniskameras die Prinzessin filmen!

http://astrologieklassisch.wordpress.com/2012/05/04/hier-ist-das-video-das-deutsche-nicht-sehen-durfen-sollen/

Globales Strippenwerk zieht die Puppe Julia

Die Gas-Prinzessin Julia, der Schlächter von Damaskus, der Irre aus Tripolis.

Die Presseaussendungen scheinen global kontrolliert und gesteuert zu sein, eine Zumutung für jeden denkenden Menschen und Schande für jede Demokratie!

Re: Globales Strippenwerk zieht die Puppe Julia

Kennen Sie den Spruch von Rothschild: "Gebt mir die Macht Geld zu drucken und mir ist egal wer das Land regiert"?

... dafür liest man in letzter Zeit ...

... nichts mehr über Syrien!


Re: ... dafür liest man in letzter Zeit ...

Wie wahr wie wahr!

Was ist mit den anderen Gefangenen?

Timoschenko wurde innerhalb weniger Jahre zur Milliardärin. Verdiente sie das Geld mit der gleichen Menschlichkeit/Gerechtigkeit, welche sie nun einfordert?

Kann ich mir kaum vorstellen, aber wichtiger ist wohl, dass die westlichen Staatschef dran glauben.

Gast: Davaoarschte
04.05.2012 22:07
1 3

i reg mi eh net auf, i net.......

....oba jetz schreib i noch 5 Wochn wieda amoal an Kommentar und daun erscheint er net, weils dem Modetraktor net passt.....i werd ols Konsequenz die Sunntogszeitungen nimma lesn sundern boykuhtiern.....i reg mi sicha nimma off!
Bees: di Ukrain is uft fü neha ols ma globt!

Re: i reg mi eh net auf, i net.......

Lernen Sie Deutsch!

9 0

Die Vermutung....

.....sie habe selbst für die blauen Flecken gesorgt habe ich ja auch schon einmal gehabt (und auch hier geäußert).
Irgendwie scheint mir, dass die Dame eine gute Show abzieht. Und die westlichen Politiker lassen sich instrumentalisieren.....
Fakt ist natürlich trotzdem, dass die Einbuchtung für sieben Jahre wohl zuviel ist - zumindest für das was ihr vorgeworfen wird.

Würde jeder Politiker, der schlecht verhandelt, ins Gefängnis marschieren, dann wären diese total überfüllt. Darabosch müsste für seinen Deal "nehme statt 18 neue 15 alte - zahle Preis für 17 neue" wohl bis ins Jahr 3000 weggesperrt werden. Auch der Ausflug von Schüssel und Molterer bei dem die beiden bez. Temelin heraushandelten, dass die Tschechen sich zu gewissen Dingen verpflichten würden - aber eben nur wenn sie selbst wollen - hätte jedem privatwirtschaftlichen Verhandler den Job gekostet - ohne Hoffnung auf einen neuen.

Da hat Timoschenka wahrscheinlich sogar viel besser verhandelt. Wenn ich (ich Ukraine) mich schon intensiv von Russland ab- und dem Westen zuwende, dann muss ich wohl rechnen, dass die Russen eben ganz westlich Marktpreise für ihr Erdgas wollen. Was Timoschenka da erreicht hat dürfte für die UKe aber doch noch deutlich günstiger als eine Marktpreisvariante sein. Wirklich eingekastelt ist sie wohl doch aus anderen Gründen....

Gast: kommentar zur situation...
04.05.2012 21:00
9 0

wer a bissl mitdenkt..

der weiß ungefähr,was da gespielt wird.diese frau ist eine der reichsten personen der ukraine...
und das gefängnispersonal gehört zu den ärmsten lohnbeziehern dort...
was glaubt ihr,was die alles machen für eine/n gefangene/n,der ordentlich schmieren kann...

also

bissl den ball flach halten,redakteure!

Re: wer a bissl mitdenkt..

jeder der in den ehemaligen Sowjetstaaten in einer Machtposition sitzt /saß, kann nicht koscher sein

die haben dort im Osten fast schon so schlimme Zustände wie wir hier in Österreich....

Antworten Gast: P.M.
04.05.2012 21:25
0 6

Re: wer a bissl mitdenkt..

Ja, ja - so denkt sich das der kleine Maxl zusammen, gellt? Ein bisserl Phantasie, ein bisserl Träumerei - und das ganze dann in ein dürftiges Kommentar verpacken....
Mann, glaubst du wirklich, dass das dein Geblabber von jemanden ernst genommen wird?

Antworten Antworten Gast: Röhrengucker
04.05.2012 23:53
2 0

Re: Re: wer a bissl mitdenkt..

Bisserl simpel, der P.M.?

Timoschenko - Ihre neue Daily Soup in Ihrerm Qualitätsblatt

Und lesen Sie morgen: Welche Auswirkung hat eine Stunde ruhig Sitzen auf die Fitness verteilt auf 10 Jahre?

Einfach Pech gehabt

Da könnten sich bei uns einige Politikerinnen schon einmal Vorstellen, was auf sie zukommt, wenn sie weiter gegen die eigene Bevölkerung agieren.

Gast: Charade
04.05.2012 18:46
0 1

"First Lady"

Raissa Maximowna Gorbatschowa, geb. Titarenko 5. Januar 1932 in Rubzowsk, Region Altai, Sibirien; † 20. September 1999 in Münster, Westfalen) war eine russische Soziologin.

 
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