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Athen: Regierung verliert Mehrheit, Radikale legen zu

07.05.2012 | 12:05 |   (DiePresse.com)

Politisches Erdbeben in Athen: Die beiden Großparteien erleben ein Debakel - die Mehrheit im Parlament haben sie hauchdünn verfehlt. Das Sparpaket wackelt. Und eine Neonazi-Partei zieht ins Parlament ein.

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Griechenland erlebt im Sog der Wirtschaftskrise ein politisches Erdbeben. Sowohl die sozialistische Pasok als auch die konservative Neue Demokratie (ND) sind bei den sonntägigen Parlamentswahlen dramatisch abgestürzt. Die beiden Traditionsparteien hatten seit dem Ende der Militärdiktatur 1974 das politische System Griechenlands dominiert. Nun hat sie der Wähler für ihr Sparprogramm - von dem weitere Hilfszahlungen abhängen - abgestraft. Den größten Zulauf erhielten demnach linke und rechte Splitterparteien, die entweder das Sparprogramm oder Euro und EU-Mitgliedschaft als Ganzes ablehnen.

Nach Auszählung von 99,25 Prozent der Stimmen kommen die konservative Nea Demokratia (ND) von Ex-Außenminister Antonis Samaras (18,87 Prozent) und die sozialistische Pasok (13,19 Prozent) zusammen lediglich auf 32 Prozent. Da die ND trotz herber Verluste die stärkste Partei ist, erhält sie automatisch 50 Sitze im Parlament zusätzlich zugesprochen. Das ergibt, dass die beiden Großparteien zusammen 149 der 300 Parlamentssitze erhalten; zwei mehr und sie hätten die absolute Mehrheit. Zunächst hatte sich eine knappe Mehrheit für die beiden abgezeichnet, in der Nacht auf Montag kippte diese Hoffnung jedoch. Die Sozialisten rutschten auf Rang drei ab - und damit hinter das Linksbündnis Syriza, das überraschend auf 16,76 Prozent kam. Bei den Wahlen im Jahr 2009 hatten ND und Pasok zusammen noch 77,4 Prozent der Stimmen erhalten.

Samaras kündigte in der Nacht auf Montag an, gemeinsam mit der Pasok sowie nach Möglichkeit auch weiteren Parteien eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Bedingung sei der Verbleib in der Eurozone und die Fortsetzung des Sparkurses, allerdings mit einem flankierenden Wachstumsprogramm.

"Fürchtet euch, wir kommen"

Den Zahlen zufolge schafften noch vier weitere Parteien den Sprung ins Parlament, darunter die Kommunisten (KKE) mit 8,4 Prozent, die Demokratische Linke mit 6,1 Prozent und die "Unabhängigen Griechen" mit 10,5 Prozent. Die "Unabhängigen" hatten sich aus Empörung über den rigiden Sparkurs von den Konservativen abgespalten.

Auch die Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" nahm mit 6,9 Prozent die Drei-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament problemlos. Damit zieht die Gruppierung, die sich gegen die "Vermischung der Rassen" ausspricht, mit 21 Abgeordneten in die Nationalversammlung ein. "Fürchtet euch, wir kommen. Wir werden unseren Kampf innerhalb des Parlaments und außerhalb fortsetzen", erklärte Parteiführer Nikos Michaloliakos am Wahlabend einem Bericht der Zeitung Kathimerini zufolge. Fernsehjournalisten beschimpfte er: "Eure Pornokanäle haben mich verleumdet, aber ich habe gewonnen."

''Fürchtet euch, wir kommen'': Radikale Parteien jubeln

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Die sonntägigen Neuwahlen waren nötig geworden, weil der sozialdemokratische Ministerpräsident Giorgios Papandreou Ende 2011 zurückgetreten war. In der Zwischenzeit hatte der Finanzexperte Loukas Papademos mit Unterstützung der Pasok und der Konservativen als Interims-Ministerpräsident das Land regiert und die wichtigen Sparbeschlüsse durch das Parlament gebracht.

Syriza will Schulden einseitig streichen

In Athen droht nun erneut politisches Chaos. Der griechische Politologe Dimitri Sotiropoulos rechnet bereits mit Neuwahlen in spätestens einem Monat. Denn auch eine Koalition mit dem zweitplatzierten Linksbündnis Syriza ist für die Traditionsparteien politisch unmöglich.

Das Sammelsurium aus Trotzkisten, Maoisten und Autonomen hat sich zwar für den Verbleib Griechenlands in Eurozone und EU ausgesprochen, will aber die griechischen Schulden einseitig streichen. "Frau Merkel muss verstehen, dass das Sparprogramm eine erschütternde Niederlage erlitten hat", erklärte Syriza-Vorsitzender Tsipras. Er schlägt eine linksgerichtete Regierung vor, die das Sparpaket aufkünden soll.

---> Umfrage: Versinkt das Land im Chaos?

Sollte eine neue Regierung in Athen die - von ihren Vorgängern gemachten - Sparzusagen nicht einhalten, droht allerdings die Hilfe aus dem Ausland zu versiegen. Die Folge wäre wohl der Staatsbankrott Griechenlands.

Regierungsbildung in drei Tagen?

Der Verfassung zufolge hat die stärkste Partei nach der Wahl drei Tage Zeit, um eine Regierung zu bilden. Sollte ihr dies nicht gelingen, erhält die zweitstärkste Partei die Möglichkeit, danach die drittstärkste und so weiter. Sollte keine Partei binnen der kommenden drei Wochen Erfolg haben, beruft der Präsident Vertreter aller Parteien zu einem Treffen ein. Wird bei diesem die Unmöglichkeit einer Regierungsbildung bestätigt, werden Neuwahlen ausgerufen. In diesem Fall wird eine neue Übergangsregierung bestellt.

Präsident Karolos Papoulias dürfte den Auftrag zur Regierungsbildung zunächst an Samaras geben. Ein Treffen wird für 13 Uhr erwartet. 

Griechenland: Euro-Befürworter gewinnen Wahl

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(Ag./Red.)

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414 Kommentare
 
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Gast: najaa
09.05.2012 05:52
0 1

Wie wär's?

Wie wär's mit einer sozialen finanzwirtschaft mit sozial orientierten banken? (soziale marktwirtschaft)
Das hätte Zukunft - für alle!

Gast: Hardliner 1
08.05.2012 22:59
2 0

Fehlentscheidung korrigieren

Es ist höchste Zeit, dass die größte Fehlentscheidung der EU, die Einführung des Euro, korrigiert wird. Wir brauchen eine Renationalisierung der Währungen. Es kann nicht sein, dass die einen dauernd gigantische Beträge in den Topf stecken und andere permanent den Topf wieder leeren.
Meine Forderung: Keine Transferunion, kein Bail-Out, kein ESM, Rückkehr zu D-Mark und Schilling (gekoppelt wie früher).

Gast: Sekundant
08.05.2012 19:07
1 0

Die Politclowns haben nur ein Rezept: Die Krise aussitzen und Sprechblasen produzieren.

Nur, das hier ist keine TV-Show sondern die Realität. Und der am meisten verwandte Begriff dieser kriminellen Deppen ist: eine UNERWARTETE ENTWICKLUNG

Der Austritt Griechenlands aus der Eurozone ist sowieso schon ausgemachte Sache !

Nach dem Sommer sind sie draussen- die Drachmen sind bereits gedruckt und können innerhalb von drei Tagen verteilt bzw. eingetauscht werden.

Wenn sich nicht bald was ändert...

...wird sich das wohl von selbst ändern.

http://mmaier.bplaced.net/2012/05/europas-letzte-chance/

3 0

raus mit GR und Ö aus dem Dilemma, welcehs nur grösser wird

solange man auf ein Wunder wartet welches niemals eintreten wird !

Banken sofort sich selbst überlassen, würde schon mehr Steuergelder einsparen als dafür ausgegeben werden...... !

Antworten Gast: Young and good
08.05.2012 17:35
0 3

Re: raus mit GR und Ö aus dem Dilemma, welcehs nur grösser wird

Freilich. Am besten gleich ganz raus. Die Grenzen wieder dicht. Reisefreiheit und freien Warenverkehr einschränken. Zoll an EU bezahlen. Industrie verstaatlichen, weil die ausländischen Investoren sich dan sowieso vertschüssen. Molkereigenossenschaft für die Bauern wieder einführen. Und weiter Schulden machen auf Teufel komm raus, denn das wird dann wieder notwendig sein bei noch mehr steigendem Außenhandelsbilanzdefizit. Aber das ist eh wurscht, weil die Schulden müssen dann eh irgendwelche anderen nach dir/euch bezahlen, gellt?!

Gast: kritikus
08.05.2012 13:23
4 0

rationale sinnvolle gründe für die diversen eu-"hilfen" kann es nicht geben!

liebe leserin, lieber leser, was würden sie tun, wenn sie jemandem geld geborgt haben und dieses von dieser person nicht zurückbekommen haben?

würden sie an diese person weiter geld verborgen und glauben, dass diese person dadurch zu einem sparsameren umgang mit geld und zu besserem wirtschaften gebracht wird, je mehr man ihr gibt?

selbst eu-bürokraten geben bereits zu, dass die diversen eu-"hilfen" (die in erster linie einer äusserst zweifelhaften dünnen oberschicht aus diversen politikern und deren günstlingen "helfen" statt dem land selbst) die verschwendung, das schlechte wirtschaften und das hinausschmeissen der hilfsgelder für nutzlosen unsinn sogar gefördert haben und dem staat griechenland folglich keineswegs helfen!!!

wir in österreich müssen übrigens auch deswegen so viel in die von unserem staat "gerettete" bank ÖVAG "hineinbuttern", weil griechenland an diese seine schulden nicht zurückbezahlt hat!
da die ÖVAG mittlerweile zu einem erheblichen teil uns allen gehört, hat griechenland also AN UNS seine schulden nicht bezahlt und folglich beschenken wir griechenland bereits reich für seine lotterwirtschaft mit unserem steuergeld!!!!!

das sind die "segnungen" des euro!

0 0

Wer nimmt schon einen Wenzel als Vorstand?


Antworten Gast: Y.S.
08.05.2012 17:37
0 4

Re: rationale sinnvolle gründe für die diversen eu-"hilfen" kann es nicht geben!

Als Völker aufhetzenden Nationalist werde ich dich nicht bezeichnen. Aber was bist du dann?

Antworten Gast: Pflichtfeld
08.05.2012 13:54
0 0

Re: rationale sinnvolle gründe für die diversen eu-"hilfen" kann es nicht geben!

Also Herr Elsner würde diese Frage mit einem klaren "Ja" beantworten...

Gast: Moderndenkender
08.05.2012 13:22
3 1

Dieses Griechenlanddesaster

ist die beste Wahlhilfe für HC Strache. Er braucht nicht einmal mehr öffentlich aufzutreten, um die kommenden Wahlen zu gewinnen.

Ob es nun einem gefällt oder nicht.

Antworten Gast: Meeschweinchenkünstler
08.05.2012 17:43
1 2

Re: Dieses Griechenlanddesaster

Träume brav weiter, wird aber nichts helfen, der HC bekommt bei der nächsten Wahl nicht mehr und nicht weniger, der ist mit seiner Partei am Limit der Wählergunst, da mag kommen was will. Alles andere sind Möchtegernphantasien realitätsfremde...

Gast: anderswo
08.05.2012 12:54
4 0

Wann ist endlich Schluss

Zitat
Gros schwebt zum Beispiel vor, dass der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM (er wird ab Sommer mit 500 Milliarden Euro an die Stelle der EFSF treten) die griechischen Banken rekapitalisiert.

Wieso zahlen wir unsere Steuern nicht gleich direkt an die Banken?

Wie kommt es, dass die Politik da mitmacht?


Wieso zahlen wir unsere Steuern nicht gleich direkt an die Banken?

Um den Eindruck zu vermitteln, Politik hätte noch ein Wörtchen mitzureden.

Auch Ihre abschliessende Frage kann beantwortet werden: Weil sie muss. Sie hat das jeweilige Land so jenseits aller Tragfähigkeit verschuldet, dass sie es damit auch völlig abhängig gemacht hat.

Dass Schulden Abhängigkeit erzeugen ist Fakt und kann als bekannt vorausgesetzt werden.
Dass Politik diese Abhängigkeit von Aussen wissentlich herbeiführt um selbst in Amt und "Würden" zu kommen/bleiben lässt tief blicken.

Das Euro-Rettungsvehikel EFSF müsste für die griechischen Spareinlagen haften, und das griechische Bankensystem müsste komplett von Europa übernommen werden.

Ja. Kann man machen.
Wie hoch sind eigentlich die Spareinlagen bei spanischen Banken?
Achso. Nur ca. 6x so hoch. Kein Problem.

Gast: freund?
08.05.2012 11:20
1 7

in österreich hat der extremistenpöbel

auch schon knapp 30%.

wir brauchen die klappe gar
nicht so weit aufmachen...

Antworten Gast: najaa
09.05.2012 05:54
0 0

Re: in österreich hat der extremistenpöbel

- nur 1% - abzock-banker u. skrupellose freunderl...

Antworten Gast: freund?
08.05.2012 12:04
7 2

Re: in österreich hat der extremistenpöbel

Zahlendreher, es muss heißen 13%, mehr haben die Grünen nie gehabt.

Antworten Gast: freund?
08.05.2012 11:53
7 0

Re: in österreich hat der extremistenpöbel



sie meinen die sozialisten? ja, die sind bedenklich.

die STEHLEN immer gerne fremdes, so wie sie meinen nick.

Antworten Antworten Gast: trollipop
08.05.2012 12:58
1 1

Pro-Tip: Benutzer registrieren

Wenn Sie Effe sind, seien Sie vorsichtig. Die LinxLinke Regstrierungsmafia will Ihnen an die Nutzerdaten. Machen Sie sicherheitshalber das CD-Rom 2x auf und zu und setzen Sie Ihren besten Alu-Hut auf. Das hilft!

Gast: Pol e Mik
08.05.2012 11:00
3 0

Raus mit den Griechen.....

....tragisch ist nur, dass die Österreichischen Budgetzahlen, wenn man Bundesbahn, Asfinag.....miteinbezieht, was man ja muss, nicht viel besser dasteht.

Na, ok, hier zahlen die Menschen wenigstens ihre Steuern.....

der Schwanz wedelt mit dem Hund

wie kann ein Land mit einem Anteil von 2 % an der europäischen Gesamtwirtschft derartige Probleme verursachen ?

Wieso stehen die korrupten Politiker der letzten 20 Jahre nicht vor dem Richter ? Wieso friert man deren vermögen nicht ein ?

Antworten Gast: Meanderfeld
08.05.2012 17:38
0 0

Re: der Schwanz wedelt mit dem Hund

Von welchem "Land" schreiben Sie?

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Re: der Schwanz wedelt mit dem Hund

wenns nur so wäre ;-)

Was würde die soziale Firme Wr Wohnen dazu sagen wenn ich meine: ich will und werde weiterhin in der deren Wohnung blieben, aber Mieten zahle ich keine ?!

Warum wirft man den kleinen Mieter raus, GR als Schuldenkaiser und Forderer aber nicht ???

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Re: der Schwanz wedelt mit dem Hund

....und was ist mit unseren Goldreserven!

 
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Im Fadenkreuz der Terroristen