China hat eine ausländische Journalistin ausgewiesen. Die Korrespondentin des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera, Melissa Chan, habe das Land bereits verlassen müssen, berichtete der Auslandskorrespondentenclub (FCCC) am Dienstag in Peking. Hintergrund des Vorgehens ist offenbar die chinesische Verärgerung über die Berichterstattung des TV-Senders. Der reagiert und schließt sein englischsprachiges Büro in Peking.
Der letzte bekannte Fall einer Ausweisung eines Journalisten aus China datiert aus dem Jahr 1998. Damals wurde ein japanischer Korrespondent des Landes verwiesen. Seit gut einem Jahr allerdings haben die chinesischen Behörden ihren Druck auf ausländische Journalisten spürbar erhöht. Die chinesische Seite habe sich besonders über eine Dokumentation den Senders im November empört. Chan arbeitete seit fünf Jahren in China und habe Geschichten über Wirtschaft, chinesische Politik, aber auch über Umweltthemen und soziale Gerechtigkeit geliefert, berichtete Al Jazeera. An der betroffenen Produktion sei sie allerdings nicht einmal beteiligt gewesen, teilte der FCCC mit.
Als Konsequenz aus der Verweigerung der weiteren Akkreditierung für seine Korrespondentin oder einen Ersatz schloss der arabische Sender nach eigenen Angaben sein englischsprachiges Büro in Peking, wird aber die arabische Berichterstattung aus China weiter aufrechterhalten.
(Ag./Red.)
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