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Zu wenige Teilnehmer: Kiew sagt Präsidententreffen ab

08.05.2012 | 18:07 |  JUTTA SOMMERBAUER (Die Presse)

Mehrheit der Staatschefs stornierte Besuch. Darunter auch Präsident Fischer. Kein Alternativtermin für 1993 gegründete Klestil-Initiative, welche jedes Jahr in einer anderen europäischen Staat stattfindet.

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Wien/Jalta. „Ein günstiges internationales Klima herzustellen, in dem die Regierungen besser zusammenarbeiten können.“ Mit diesen Worten beschrieb der frühere tschechische Präsident Václav Havel vor Jahren das honorige Ziel des jährlich stattfindenden „Zentraleuropäischen Präsidententreffens“. Staatsoberhäuptern sei es ihrer verfassungsmäßigen Stellung wegen gestattet, bestimmte Themen – wie etwa das wirtschaftliche und politische Zusammenwachsen Europas – „aus einer längerfristigen Perspektive zu betrachten“, fügte Havel hinzu. So weit, so gemächlich.

Gemächlich hätte es auch diesen Freitag und Samstag wieder werden sollen. Für den 11. und 12. Mai war das 18. Präsidententreffen, das seit 1993 jedes Jahr in einem anderen europäischen Staat stattfindet, in der ukrainischen Stadt Jalta angesetzt.

Dass ausgerechnet diese eher beschaulich wirkende Diskussionsrunde, die übrigens auf eine Idee des einstigen österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil und seiner Kollegen aus Ungarn, Tschechien und Deutschland zurückgeht, nun von ukrainischer Seite abgesagt werden musste, sagt einiges über das derzeitige politische Klima zwischen „Mitteleuropa“ und der Ukraine: Da braut sich kurz vor Beginn der Fußballeuropameisterschaft ein ziemlicher Sturm zusammen.

Sein Hauptgrund ist – auch wenn das kaum einer der Gäste mit den auffälligen Reiseproblemen offen sagt – die prominente Gefangene in der Haftanstalt der ostukrainischen Stadt Charkiw, Expremierministerin Julia Timoschenko. Ihre siebenjährige Haft wegen Amtsmissbrauchs wird von vielen Beobachtern als politisch motiviert angesehen; zudem ist die Frage der medizinischen Behandlung ihres Bandscheibenvorfalls nach wie vor ungeklärt.

 

Kein Ausweichtermin genannt

Für die Ukraine waren die vergangenen Wochen ziemlich unangenehm: Nach und nach wurden immer mehr Absagen europäischer Staatsoberhäupter publik. Der deutsche Präsident Joachim Gauck sagte seinen Jalta-Besuch ab, auch Heinz Fischer stornierte aus „terminlichen und inhaltlichen Gründen“. Zuletzt hat der montenegrinische Präsident Filip Vujanović seine Teilnahme zurückgezogen. Polens Präsident Bronislaw Komorowski – das Land richtet gemeinsam mit der Ukraine die Fußball-EM aus – wollte bis zuletzt in den Krim-Kurort kommen. Dennoch, die Absagen unter den rund zwei Dutzend eingeladenen Staatsoberhäuptern überwogen klar. Da zahlreiche Staatschefs nicht teilnehmen könnten, „sei eine Verschiebung sinnvoll“, sagte ein Sprecher des Kiewer Außenministeriums gestern. Ein neuer Termin wurde nicht genannt.

 

Ende des Hungerstreiks

Indes deutete sich gestern rund um Julia Timoschenkos Gesundheitszustand Entspannung an. Ihre Mutter wolle am heutigen Mittwoch den seit 20. April geführten Hungerstreik beenden, sagte Timoschenkos Tochter Jewgenija. Gestern sollte ein deutscher Neurologe den Transfer Timoschenkos in ein Krankenhaus begleiten – die Politikerin lehnte die Verlegung zunächst ab. Möglicherweise folgt dieser Schritt heute. Laut dem Magazin „Focus“ hat die ukrainische Regierung zwischenzeitlich angeboten, Timoschenko rund um die Uhr von deutschen Ärzten in einem ukrainischen Krankenhaus ihrer Wahl betreuen zu lassen.

Deutschland setzt sich für die Ausreise der 51-jährigen Politikerin und ihre Behandlung in Berlin ein. Diesem Vorschlag will die Ukraine offenbar nicht zustimmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2012)

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18 Kommentare
Gast: Dirlewanger
09.05.2012 00:56
0 0

Ich bin auch jeden Tag im Hungerstreik.

zwischen Frühstück. Mittag-und Abendessen...

Es kommt eine ehemalige Regierungschefin in den Knast...

...und alle Politiker Europas beteuern übereifrig ihre Solidarität. Alle anderen politischen und entrechteten Gefangenen sind diesen Pharisäern keine Beachtung wert. Zum Kotzen!

Ukraine - extrem viele hübsche Frauen, aber gleich viele vertrottelte Männer.


Re: Ukraine - extrem viele hübsche Frauen, aber gleich viele vertrottelte Männer.

Nana, die Frauen ham schon a an schen Bascher dort, ka Angst.

Sehr geehrter Herr Lueger!

Dies gilt offensichtlich auch für Österreich.

Ach, die Timoschenko...

...ist ja auch kein Unschuldsengel.

http://mmaier.bplaced.net/2012/05/die-causa-timoschenko/

Antworten Gast: NFY
08.05.2012 20:12
0 0

Re: Ach, die Timoschenko...

Nu je - wenn du alles glaubst was andere schreiben oder reden....

Gast: arrakaner
08.05.2012 18:55
0 0

da gehts einem ja gleich besser,

dass die wieder essen wird, aber hoffentlich unter Aufsicht deutscher Ärzte , auch der Merkel wird so mancher Stein vom Herzen fallen und die
österr.Regierung durch eine Sondersitzung mit UHBP ein weiteres Zeichen setzen.

So schlimm

wird dann Kreuzleiden wohl nicht sein, wenn man sich erst mit dem Anwalt beraten muss, ob und wie man sich vom (selbst gewählten) Arzt behandeln lassen will... ;-)

Antworten Gast: strelnikov
08.05.2012 18:50
0 0

Re: So schlimm

Fragt eine Frau ihre Freundin: ist dein Kreuzleiden besser? Sagt die Freundin: muss ich erst meinen Anwalt fragen.

Gast: nina blum
08.05.2012 18:04
2 0

Hat sie eben ein wenig gefastet, war eh kein Fehler

Am Donnerstag tut ihr dann sicher der Bauch weh wegen der vielen Leberkässemmeln .... Nächste Krise!

Gast: Till Eulenspiegel
08.05.2012 15:23
0 0

Wer selbst im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen

http://www.amazon.de/Logenmord-J%C3%B6rg-Haider-Freimaurer-mysteri%C3%B6se/dp/3942016362/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1336483163&sr=8-1
Wenn die Oppostitionspolitikerin der
Ukraine dort unrecht behandelt wird,
dann soll sie froh sein,dass sie
nicht in Österreich ist.
Dort geht man nämlich mit
Oppositionspolitikern noch deutlich
anders um .
Lei lei

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Boykott... bla bla bla

Was machen diese ach so mächtigen Politiker?

Sie boykottieren eine Veranstaltung???
Eigentlich besitzen sie ja politische Macht die es ihnen ermöglicht die Ukraine aus der EU auszuschließen bzw. Sanktionen zu erteilen und/oder dort einzurücken.

Re: Boykott... bla bla bla

Sehr gelacht, daher grün. Aber... lernens Geschichte. Oder Geographie, oder am Besten beides.

Re: Boykott... bla bla bla

Die Ukraine in der EU??? mein lieber Mann, da haperts aber

Antworten Antworten Gast: ösi
08.05.2012 18:48
0 0

Re: Re: Boykott... bla bla bla

Kommt darauf an, was man Barroso bietet. Bin gespannt, ob man wenigstens den Kommentar zeigt.

Antworten Gast: nitschki
08.05.2012 13:56
1 0

Re: Boykott... bla bla bla

ah, die Ukraine ist in der EU? Welche Stern ist das da auf der blauen Fahne?

Antworten Gast: Hollertscheck
08.05.2012 13:55
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Re: Boykott... bla bla bla

Sie wollen Kriegshandlungen setzen, nur weil eine lokale Mafiapatin im Gefaengnis die Behandlung ihrer Rueckenschmerzen verweigert? Sind Sie voellig irre?

Im Fadenkreuz der Terroristen