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Athen: Radikale begraben "Traum von linker Regierung"

09.05.2012 | 21:35 |   (DiePresse.com)

Griechenland scheint sich auf Neuwahlen einzurichten: Die Radikalen Linken einigen sich weder mit Sozialisten noch mit Konservativen. Nun suchen die Sozialisten nach einer Koalition.

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ATHEN/c.g./red. Mittwochnachmittag traf sich Alexis Tsipras, Chef des Linksbündnisses (Syriza) und überraschend Zweiter der griechischen Parlamentswahlen vom Sonntag, mit Antonis Samaras, Chef der Konservativen (Nea Dimokratia, ND) zu Sondierungsgesprächen über die Bildung einer Regierungskoalition. Kurz vor 20 Uhr kam dann das – wenig überraschende – Ergebnis: Die beiden konnten sich nicht auf die Bildung einer Regierung zusammen mit anderen Kräften im Parlament einigen. „Herr Tsipras will etwas völlig anderes als wir“, sagte Samaras. „Er will das Sparpaket für null und nichtig erklären. Das wird eine Katastrophe für das Land sein“, meinte der Vorsitzende der Konservativen. Seine Partei sei bereit, jede Regierung zu unterstützen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Griechenland im Euroland bleibe. Der Syriza-Chef will nun am Donnerstag das Sondierungsmandat zurückgeben. "Wir können unseren Traum von einer linken Regierung nicht umsetzen", sagte er am Mittwochabend in Athen.

Venizelos will „Regierung der Hoffnung“

Als nächste wollen die Sozialisten Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung führen. Und damit kommt Sozialistenchef Evangelos Venizelos ins Spiel. Er werde am Donnerstag von Staatschef Karolos Papoulias mit der Regierungsbildung beauftragt, sagte der Chef der Pasok-Partei Mittwochabend. Bei einem Gespräch mit Tsipras habe sich gezeigt, „dass derzeit keine eindeutige Lösung zu erreichen ist“, erklärte Venizelos. Er wolle daher „eine Regierung der Hoffnung, der Sicherheit und der Perspektive bilden. Ich habe die Kooperation aller Parteien vorgeschlagen, die für den Verbleib im Euroland sind“, so Venizelos. Das schließe das Bündnis der Linken ein. Tsipras habe ihm die Bildung einer breiten Regierung angeboten, die aber alle Sparmaßnahmen auf Eis legen solle. Dies habe er aber abgelehnt.

Schon vor den Sondierungsgesprächen hatte Tsipras erklärt, der Kreditvertrag müsse angefochten, die Rückzahlungen an die Gläubiger ausgesetzt werden. Denn, so Tsipras, das Volk habe bei den Wahlen einer „barbarischen“ Politik der „Verelendung“ breitester Bevölkerungsschichten eine Absage erteilt. Er werde sich nicht unter dem Deckmantel einer Regierung der „nationalen Rettung“ zur Erfüllung der Auflagen der Sparpolitik missbrauchen lassen. Wichtige Punkte seines Wirtschaftsprogramms: Umverteilung der Steuerlast, Aussetzung der Gesetze, die Kollektivvertrag und Arbeitsgesetzgebung aushöhlen, Verstaatlichung der Banken, das einfache Verhältniswahlrecht – und ein Schuldenmoratorium.

Samaras: „Unglaublicher Hochmut“

Samaras konterte ebenfalls aggressiv: Die Nea Dimokratia sei bereit gewesen, eine linke Regierung unter Tsipras im Parlament zu dulden, aber man habe erkennen müssen, dass dieser „in keiner Weise bereit ist, die europäische Identität des Landes zu garantieren“. Tsipras deute das Wahlergebnis mit „unglaublichem Hochmut“ als „Auftrag, das Land ins Chaos zu stürzen“.

Die Konservativen, so Samaras weiter, wollten Änderungen im Kreditvertrag verhandeln, Tsipras aber wolle den Vertrag aussetzen, und das sei der „direkte Weg zum Ausscheiden aus der Eurozone“. Er beschuldigte Tsipras, eine antieuropäische Front aufbauen zu wollen, appellierte andererseits aber selbst an zentrumskonservative Parteien und Gruppierungen, eine „Front“ mit seiner Partei zu bilden.
Erst kürzlich spalteten sich die „Unabhängigen Griechen“ unter Panos Kammenos von der Nea Dimokratia ab und erreichten über zehn Prozent der Stimmen. Kleinere liberale Parteien hingegen schafften den Einzug ins Parlament nicht.

Bleiben letztendlich aber auch Venizelos' Bemühungen fruchtlos, wird Staatschef Karolos Papoulias Allparteiengespräche unter seinem Vorsitz einberufen, um eine Lösung zu finden. Sollte diese aber bis zum 17. Mai nicht absehbar sein, muss das Parlament neu gewählt werden. Ein möglicher Wahltermin wäre Mitte Juni.

Warnungen von Westerwelle und Asselborns

Indes drohte am Mittwoch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle Griechenland ein Aussetzen der Hilfstranchen an, sollte das Land von seinem rigorosen Sparkurs abweichen. Ob das schwer verschuldete Land in der Eurozone bleibe, liege „in den Händen Griechenlands“, so der FDP-Politiker. Und Luxemburgs Außenminister Asselborn warnte Griechenland vor einer „Katastrophe“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10. Mai 2012)

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34 Kommentare
 
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Ein Land in dem kein einziger Reeder Steuern zahlt

und andere nennenswerte Einnahmen bzw. Industrie hat Griechenland nicht, dem ist einfach nicht zu helfen.

So einfach ist das.

Antworten Gast: Kein Reeder
10.05.2012 15:51
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Re: Ein Land in dem kein einziger Reeder Steuern zahlt

1)nicht nur die reeder die keine steuern (mehr) zahlen in griechenland (wobei jetzt jeder "kleine nettoempfänger- heinzi" in europa so tut als ob er von u. über reeder etwas wüsste bzw. etwas von dieser branche verstehen würde) !! 2)/tens würde auch ich (unternehmer) keine steuern an diesen staat(griechenland) entrichten bzw. generell gibts kein geld von mir für dubiose systeme,hab schon in österreich ein schlechtes gefühl wenn ich daran denke wer aller von meinem steuergeld subventioniert u. alimentiert wird fürs nichtstun,ausnutzen u. "wo" unterkommen ,da es aber um griechenland geht nenne ich keine namen diverser einrichtungen, institutionen etc. ! ps: griechenland ist für mich schon gefallen,andere werden folgen ----> plan b für die zeit nach dem euro läuft bei mir schon ,so gut es eben geht !!

Aber Sie sind sicher auch der Meinung, daß STeuerhinterzieher asoziale Typen sind, die besser hinter Gitter als ins Fernsehen gehören!

Denn einer der reichsten griechischen Reeder schaffte es vorgestern ins deutsche 2. Fernsehen ZDF. Dabei konnte man hören, daß die griech. Reeder mit Verfassungsbestimmung steuerfrei gestellt sind.
Ein Land mit derartigen Gesetzen verdient den Abgrund, da können auch weinerliche FS Diskussionen von wirtschaftsfremden Gutmenschen nichts ändern.

Antworten Antworten Antworten Gast: Kein Reeder
10.05.2012 19:01
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Re: Aber Sie sind sicher auch der Meinung, daß STeuerhinterzieher asoziale Typen sind, die besser hinter Gitter als ins Fernsehen gehören!

hab die sendung gesehn, ist ihnen keine parallele bzgl. des reeders/der reeder zu österreich aufgefallen bzgl. keine steuern zahlen(weil eh schon mit steuergeld subventioniert) u. sonderstellung , sogar mit monopol u. staatsgeld ausgestattet,bzgl. justiz anscheinend unantastbar,also mir sind da speziell sofort zwei institutionen dazu eingefallen !!??

Gast: Randolph Carter
10.05.2012 12:26
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griechen, lasst Euch nicht erpressen...

Werft als Erste das Jocj der banken und der Europäischen olitkommissare ab: Befreit Euch udn Eurer Land. zeigt uns, dass Widerstand gegen die Bankster und Eurokraten möglich ist!
Spätestens wenn die breite Mittelschicht begreift, dass sie zu Ehren der banekn mittels Zins&Zinseszein ausgenommen werden und in Armut altern dürfen, werden wir Eurem beispiel folgen und den Aufstand wagen!
Freiehit für die souveränen Nationalstaaten.Jetzt!

Antworten Gast: drugster
10.05.2012 13:50
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Re: griechen, lasst Euch nicht erpressen...

Was rauchen Sie ?

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Was rauchen Sie ?

ein guter strain von "White Widow" oder "AK 47".
So ein gigantischen high gibt's nicht billiger...

Gast: Werkschaft
10.05.2012 10:27
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Linke (Gewerkschaften usw.) trieben die Menschen auf die Straße um die Basis zu mobilisieren und von der Verantwortung für die horrenden Defizite durch ihre Schuldenpolitik abzulenken.


Damit haben sie das politische Umfeld radikalisiert und Unternehmer, Kapital und dadurch Arbeitsplätze vertrieben.

Wie jeder weiss fahren in einem radikalisierten politischen Umfeld leider Extremisten die Ernte ein.

Gast: Richtungswandel
10.05.2012 10:20
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Jetzt dämmert es auch unsere Linken

dass sie sich nächstes Jahr bei uns eine von ihnen erträumte chaotisierte Regierung abschminken können. Denn kein vernünftiger Mensch möchte diesen bösen Traum Wirklichkeit werden lassen.


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Re: Die Griechenland Lüge

Danke für den interessanten Link!

sollte wohl eher

heissen: "albtraum einer linken regierung" !!!

Bei aller Traurigkeit

muss man eines den Griechen lassen. Nämlich, dass sie wenigstens mit den Sondierungsgespärchen nicht viel unnötige Zeit verplempern. Überhaupt, wenn ich daran denke, was diesbezüglich die SPÖVP bei uns schon aufgeführt hat... ;-)

Gast: Na und?
10.05.2012 08:06
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So kann es in Ö auch einmal laufen:

Korrupte Politiker + gekaufte Wähler = Staatsbankrott

Daher ist es hierzulande Zeit für eine "Nettoeinzahlerpartei", die die Interessen der Steuerzahler vertritt, nicht die der Abkassierer!

Mehrheitswahlrecht verhindert Neubeginn

Es ist in Wahrheit das Mehrheitswahlrecht, welches keine Regierungsbildung zulässt. Mit nicht einmal 1/3 der Stimmen kommen die Regierungsparteien auf fast 50 % der Sitze.

Österreich darf nicht Griechenland werden.

http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkommentare/455425_der_groesste_betrug_bzw._selbstbetrug_in_der_geschichte_der_2._republik.html

Gast: dsfsdfadsf
10.05.2012 06:34
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Neuwahlen werden also wie erwartet kommen.

Nur sollte GR bis dahin wieder einmal Pleite sein. Bin schon gespannt, was jetzt für Kunstgriffe angewendet werden, damit wir auch dieses Mal das Geld Richtung Athen werfen dürfen. Das Ende mit Schrecken hätte schon vor 2 Jahren passieren müssen, dann stünden die Griechen schon längst wieder besser da und das Land, die Wirtschaft und die Bevölkerung hätte sich schon erholen können. So aber wird nur weiter an der Eskalationsschraube gedreht.

Deutschland verabschiedet sich von Athen

Welche besondere Verantwortung trägt der Deutsche Außenminister Westerwelle? Seine Mahnungen in Richtung Griechenland zielen offenbar bereits auf das Wahlverhalten der Griechen bei den bevorstehenden Neuwahlen ab.

Sein Einwirkungsversuch ist jetzt, bei den noch laufenden Gesprächen, nicht hilfreich. Und bei Neuwahlen, werden seine Mahnungen den politischen Zerfalls in Athen nur beschleunigen.

Der Deutsche Außenminister ist sich der Wirkung seiner Botschaft bewusst. Der Austritt Griechenlands aus der EU ist somit Bestandteil des politischen Kalküls in Berlin.

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Der Austritt Griechenlands aus der EU ist somit Bestandteil des politischen Kalküls in Berlin.

Schlecht?

Für Griechenland ist eine Rückkehr zur Drachme und Austritt aus der EU langfristig das Beste... vorausgesetzt natürlich das bedeutet nicht auch die Rückkehr zum alten - gescheiterten - Regierungsstil.
Und auch für den Euro wäre das mittel- bis langfristig besser. Eine Kette ist halt nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

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In letzter Konsequenz wird eine Militärregierung

die vergleichsweise günstigste Lösung der griechischen Tragödie sein.
Verglichen mit den beiden andren Alternativen Naz:is oder marxistischen Chaoten ist das eine süße Medizin - und die einzig Logische.

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Re: In letzter Konsequenz wird eine Militärregierung

Was sollen derartige Regierungen von Militärs, Polizisten oder Briefträgern anders machen?
Denen leiht erst recht keiner mehr einen Cent.

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Denen leiht erst recht keiner mehr einen Cent.

Und das ist gut so

Antworten Gast: L.W.
10.05.2012 09:16
2 2

Vollkommen richtig.

Als ich das vor ein paar Tagen schrieb, wurde ich rotgestrichelt...

Antworten Antworten Gast: Satyriker 0815
10.05.2012 13:33
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Re: Vollkommen richtig.

Besser rotgestrichelt als totgestichelt
;-)

Dick und Doof

Und der Dümmste hebt seinen Arm 75 grad ! Aus diesem Land stammt die Kultur Europas !?

Gast: Die Wahrheit altert NIE!
09.05.2012 23:15
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gehen wir ein paar Schritte zurück.....

....Papandreou hat Venizelos zum Finanzminister gemacht, weil Papandreou wusste, dass es ein paar Tage später einen Militärputsch gegeben hätte....und WER war der damalige Verteidigungsminister? Erraten, Evangelos Venizelos.......mich wundert das Verhalten der Griechen NICHT, obwohl sie in den letzten Jahrzehnten die Möglichkeit gehabt hätten, bei Wahlen diesen Wahnsinn zu stoppen......ABER WENN MAN HÖRT, DASS SOGAR TRETTBOOTVERMIETER IN DEN BEAMTENSTATUS GEHOBEN WURDEN, DAMIT SIE IM WINTER EIN GUTES AUS(EIN)KOMMEN HATTEN......JA, dann versteht man warum sie ALLE gekuscht haben.....ABER IRGENDWANN IST HALT DER KIRTAG VORBEI, ABER DIE GRÖSSTE SCHULD TRAGEN DIE VERGANGENEN REGIERUNGEN(eh immer die Gleiche, Logo), WEIL DIE HABEN JA DAS GELD NUR "VERSCHENKT", WEIL SIE WÄHLERSTIMMEN DAMIT "GEKAUFT" HABEN....Österreich hat so etwas Ähnliches noch VOR SICH!
Zur Erinnerung:
http://www.youtube.com/watch?v=GV3oIZJahaQ

ergebnis ist ein trauerspiel

ich hoff bei den neuwahlen werden sie einsichtiger. solche schwachsinnsparteien müssen natürlich zum denkbar ungünstigsten zeitpunkt gewählt werden…


 
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