25.05.2013 21:17 Merkliste 0

Obama versus Merkel: Schulden- gegen Sparpolitik

11.05.2012 | 18:27 |   (Die Presse)

Washington plädiert für eine stärkere Rolle des Staats und der Zentralbank im Kampf gegen die Krise. Zwei unterschiedliche Wirtschaftsphilosophien prallen hier aufeinander.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Washington/vier. Angela Merkel kann sich auf ökonomische Belehrungen des Obama-Teams hinter verschlossenen Türen einstellen, wenn sie kommende Woche zum G8-Treffen und zum anschließenden Nato-Gipfel in die USA reist. Von Präsident Barack Obama und Finanzminister Timothy Geithner abwärts trommelt die US-Regierung ihr Mantra, dass die EU durch entschlosseneres und schnelleres Handeln ihre Probleme besser in den Griff gekriegt hätte. „Wir haben den Sturm überstanden.“ In Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde und Frankreichs Neo-Präsidenten François Hollande hat Washington zwei starke Verbündete gewonnen.

„Europa ist immer noch in einer schwierigen Lage“, konstatierte der US-Präsident bei einer Spendengala in Seattle. Dies liege zum Teil daran, dass es zu Beginn der Rezession nicht die entscheidenden Maßnahmen getroffen habe, formulierte er verklausuliert seine Kritik am strikten Sparkurs unter der Federführung der deutschen Kanzlerin. Vergeblich hat er sie bisher in Telefonaten zu einem beherzteren Eingreifen aufgerufen. Obama ist dabei von Eigeninteresse geleitet: Ein Überschwappen der Eurokrise könnte die fragile US-Wirtschaft ins Wanken bringen und seine Wiederwahl gefährden.

Statt die Notenpresse anzuwerfen und in großem Stil Konjunkturprogramme zur Ankurbelung der Wirtschaft einzuleiten, hätten die EU-Staaten zu zaghaft und unter der Prämisse eines Spardiktats reagiert, lautet die Einschätzung in Washington. Zwei unterschiedliche Wirtschaftsphilosophien prallen hier aufeinander: die Austeritätspolitik in weiten Teilen Europas gegen die Schuldenpolitik der Obama-Regierung, die ein Anwachsen des Budgetdefizits billigend in Kauf nimmt.

Noch aggressivere Maßnahmen fordert indessen der Princeton-Ökonom, Nobelpreisträger und Kolumnist Paul Krugman in seinem neuen Buch „End This Depression – Now“. Er greift den Präsidenten von links an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.05.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

4 Kommentare
Gast: 1. Parteiloser
13.05.2012 10:57
0 0

Keine Wirtschaftsphilosophien nur Geldphilosophien!

Beide, sehr unterschiedliche, Betrachtungen des Geldsystems und dessen Funktion werden die Gesellschaft nicht weiterbringen und auch keinen Wohlstand bringen können.

Eine gute Versorgung der Gesellschaft, vielleicht auch Wohlstand, der kann nur durch die eigen Leistung der Gesellschaft kommen, ganz egal was mit dem Tauschmittel Geld wirklich passiert. Wenn die Entscheidungsträger 100 Trillionen Euros / Dollars auf die Bevölkerung werfen würden, dann würden die Waren ja auch nicht geschaffen werden können.

Sicher ist, dass die Planwirtschaft, welche weite Bereiche der Europäischen Staaten befallen hat, die erforderliche Leistung für die Gesellschaft immer weniger erbringen.

Es ist eine Planwirtschaft, welche sich durch riesige geschützte Bereiche, eine Frühpensionswahnsinn und einem Förderwahnsinn schon tief in der Gesellschaft festgesetzt hat. Die geschützten Bereiche werden / wollen aber die erforderliche Leistung nicht erbringen, die Frühpensionisten und die Frühruhestandsgenießer auch nicht, die Förderungen (gehen fast ausschließlich in die geschützten Bereiche) auch nicht.

Es wird also höchste Zeit vom reinen monetären Denken auf ein Leistungsdenken umzuschwenken und das Geld als Tauschmittel wieder in eine brauchbare Funktion zu setzen. Geld als Umverteilung von der Realwirtschaft zu den Monstern Staatsunwesen und Finanzunwesen, das wird nur die erforderliche Leistungserbringung verhindern, damit Wohlstand verhindern.


Dieser Artikel liest sich irgendwie wie eine Einleitung...

...und nicht wie ein Ganzer als solches.

Mmhh.

Gast: wassolls
12.05.2012 16:55
1 0

in Prinzip

ist Schuldenpolitik nur eine Verdünnung des existenten Geldes, die Menge die man zum verdünnen nimmt obwohl Wertmäßig das selbe wie vorher gaukelt dann Wachstum in Zahlen vor, ganz einfach erklärt eine Art Bargeldsteuer um ineffizjente Struckturen des Staates zu schützen.

In soziales geht fast gar nichts, das meiste in Versorgungsposten und korrupte Firmen