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Griechenland: Drei-Parteien-Gespräch als letzte Chance

12.05.2012 | 15:05 |   (DiePresse.com)

Die Sozialisten haben offiziell ihr Mandat für die Regierungsbildung zurückgelegt. Nun ist der Präsident am Zug. Die für Sonntag geplanten Gespräche sind die letzte Chance, Neuwahlen zu vermeiden.

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In den verzweifelten Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung in Griechenland unternimmt Präsident Karolos Papoulias einen letzten Anlauf. Er berief für Sonntag Drei-Parteien-Gespräche ein, die Neuwahlen mit einem wahrscheinlichen Erstarken radikaler Parteien verhindern sollen. An dem Drei-Parteien-Gespräch am Sonntagvormittag in Athen sollten die sozialistische PASOK, die konservative Nea Dimokratia (ND) und die linksradikale Syriza teilnehmen, erklärte das Präsidialamt. Papoulias wolle anschließend auch mit Vertretern kleinerer Parlamentsparteien sprechen, auch mit den Neo-Nazis von der Chryssi Avgi (Goldene Morgenröte).

Vor der Erklärung von Papoulias hatte PASOK-Chef Evangelos Venizelos das Mandat zur Regierungsbildung zurückgegeben. Vor ihm hatten es bereits schon Nea Dimokratia und Syriza nicht geschafft, eine Koalition auf die Beine zu stellen.

Wähler straften Regierungsparteien ab

Hintergrund der verfahrenen Situation ist das Ergebnis der Wahl vor einer Woche. Dabei hatten die Griechen die bisher regierenden Parteien ND und PASOK abgestraft, weil sie den mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparkurs in Griechenland durchdrückten. Anti-Sparkurs-Parteien erhielten dagegen mehr als die Hälfte der Sitze im neuen Parlament. Da ihr Spektrum aber von den Neo-Nazis bis zu Linksradikalen reicht, können auch sie sich nicht auf eine Regierung einigen.

Sollte es auch Papoulias bis Donnerstag nicht schaffen, die Parteien zu einer Regierung der nationalen Einheit zu bringen, wären Neuwahlen unausweichlich. Aktuellen Umfragen zufolge würden dabei die Sparkurs-Gegner noch stärker abschneiden, die Syriza könnte stärkste Kraft im Parlament werden.

Zu allem Überfluss erklärte der bisherige Regierungschef Lucas Papademos, dass er im Falle von Neuwahlen das Land nicht kommissarisch bis zum Urnengang führen wolle. Der frühere Vizechef der Europäischen Zentralbank hatte die von ND und PASOK nur unter internationalem Druck gebildete Regierung zusammengehalten und galt als Garant für die Erfüllung der Sparzusagen.

"Ein Hauch von Katastrophe entfernt"

"Wir sind nur einen Hauch von Katastrophe und Drachme entfernt", schrieb angesichts der Situation die liberale Tageszeitung "Kathimerini". "Ein sehr großer Teil unserer Bürger realisiert das nicht, und das ist sehr, sehr gefährlich."

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker will Griechenland mehr Zeit zum Sparen geben. Am vereinbarten harten Sparkurs jedoch führe kein Weg vorbei. Der Eurogruppen-Chef warnte davor, den Druck auf Griechenland zu erhöhen. An den vertraglich vereinbarten Konsolidierungszielen dürfe jedoch nicht gerüttelt werden. Griechenland müsse sich sanieren und die Verträge erfüllen, wenn es europäische Finanzhilfen und den Euro behalten wolle.

Deutschland schließt weitere Hilfen nicht aus

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schließt weitere europäische Hilfen für Griechenland nicht aus. "Wenn die Griechen eine Idee haben, was wir zusätzlich tun können, um das Wachstum zu fördern, kann man immer darüber sprechen und nachdenken", sagte Schäuble der "Welt am Sonntag". Schäuble rief die Griechen dazu auf, eine Regierung zu bilden, die den Reformkurs fortführt.

Schäuble bestätigte, dass sich Berlin auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorbereitet. Die deutsche Regierung wäre "eine komische Regierung", wenn sie sich nicht auf "alle denkbaren Fallkonstellationen vorbereiten würden, um sie dann auch meistern zu können".

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), wirbt trotz der politischen Krise in Athen für weitere Finanzhilfen für Griechenland. Eine Pleite Griechenlands sei noch abzuwenden, wenn die Griechen sich an die Vereinbarungen hielten, sagte Schulz. Es sei ärgerlich, wenn ein "gegen viele Widerstände" geschnürtes Hilfspaket "von manchen in Athen als Brüssler Diktat kritisiert" werde. "Wir bringen 130 Milliarden Euro aber nicht nach Griechenland, um die Menschen dort zu quälen."

Fischer: Griechenland muss weiter sparen

Auch Bundespräsident Heinz Fischer vertritt die Auffassung, dass Griechenland auf dem im Zusammenhang mit der EU-Finanzhilfe vereinbarten Sparkurs bleiben muss. Im Radio-"Journal zu Gast" meinte Fischer aber, man müsse in Griechenland "über Sparpakete hinaus Impulse setzen", die in dem angeschlagenen Land wirtschaftliches Wachstum ermöglichten und "Perspektiven eröffnen, die es den Griechen ermöglichen, sich aus dem Schlamassel herauszuarbeiten." Ein Austritt der Griechen aus der Eurozone hätte, so Fischer "sehr große Nachteile - sowohl für Griechenland als auch für die anderen Euro-Staaten", warnte Fischer. Daher sei alles zu tun, um dieses Szenario zu verhindern, wenngleich es auch Fischer nicht völlig ausschließen wollte.

(Ag.)

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26 Kommentare
 
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Gast: pleiti
12.05.2012 18:48
1 0

Kaputtsparen bringt nichts - Endspiel Euro

Das Kaputtsparen bringt in Griechenland nichts mehr. Das geht mit dem Euro nicht. Laut Handelsblatt kostet ein Euroausstieg allein den Deutschen 77 Mrd Euro. Laut Werner Sinn hängen aber rund 500 Mrd in der Luft. Deutschlands Anteil ca 27 %. Also kostet das rund 135 Mrd. Dazu kommen noch private Forderungen. Allein die Target 2 Forderungen stehen bei rund 109 Mrd.

Für Österreich rund 3 bis 4 %. Zwischen 15 und 20 Mrd sind dann weg. Kein Wunder dass die FPÖ einen derartigen Zulauf hat !

Das Endspiel Euro schreitet zügig voran.

Gast: Blankenstein Husar
12.05.2012 18:43
1 0

Es kommt, was kommen muß:

Wenn Griechenland fällt, fällt der Euro,

und wenn der Euro fällt, fällt die EU!

Und das wird gut so.

Gast: b754
12.05.2012 18:13
0 0

jedercent der dorhin geschickt wird ist ein verbrechen an uns steuerzahler

wer nicht hören will muss fühlen

Gast: ich vermute:
12.05.2012 17:28
3 0

den griechischen reedern mit ihren steuerfreien milliarden geht das alles - wie man sagt - am a vorbei.....


Antworten Gast: b754
12.05.2012 18:14
1 0

Re: den griechischen reedern mit ihren steuerfreien milliarden geht das alles - wie man sagt - am a vorbei.....

alleine in england haben sie dreistellige milliardenbeträge gebunkert da ist die schweiz und andere schurkenstaaten noch gar nicht dabei

Gast: EFF EFF
12.05.2012 17:22
1 1

öffentliche Selbstmorde

der totale wirtschaftliche Ruin, die griechischen Banken bankrott, aber sie wollen ja niemanden quälen. Dann tun sie's wahrscheinlich aus krankhaftem Zwang.

Faßt man alle Leistungen zusammen, haben die sogenannten "Retter" soviel Geld nach Athen geschleppt, dass sie eigentlich ohne Schulden mit einem dicken Plus dastehen müssten.

Tatsächlich stehen sie nach dem perversen merkelschen Sadoprogramm schlechter da als je zuvor.
Auf der anderen Seite stopft sich Krisengewinner Blessing von der Commerzbank eine satte Verantwortungserhöhung in seine Taschen.

Mit Deutschland will sich niemand mehr in ein Boot setzen.

Gast: freund?
12.05.2012 16:40
1 0

griechenland ist einfach TOT, und



tote brauchen kein geld von uns !

Die übliche Show halt!

Unmöglich, alternativlos, zu hohe Hürden blablabla und nach ein paar Wochen steht alles. Auch das Volk ist durch dieses Ablenkungsmanöver "erleichtert" endlich eine "Regierung" haben zu dürfen.

Gast: wassolls
12.05.2012 16:20
2 0

alles nur Abenkung

in Wirklichkeit zahlt der kleine Mann für griechische Pensionäre und Eisenbahnler dazu noch für Aktionäre von Banken dafür lassen wir bei uns menschen in Großzügiger Armut und "Sklaverei"

Antworten Gast: EFF EFF
12.05.2012 17:34
1 0

Re: alles nur Abenkung

In Wirklichkeit wurde im Schatten Griechenlands in Spanien über die letzten zwei Jahre die ganz dicke Abzocke vorbereitet.
Spaniens Bankenwirtschaft hat inzwischen 2/3 des gesamten Nettoverschuldung in der Eurozone aufgenommen.

Die EZB-Tender sind bereits außer Landes geschafft worden. Der Steuerzahler bezahlt das nicht. Haircut vorprogrammiert, wenn die EZB nicht schon vorher mangels Glaubwürdigkeit zusammenbricht.
El Viva Argentina!

€-Karussell bedient die Millionäre

Die erste Zangengriff um Griechenland bedingte, dass das Land nach erfolgter Kreditumschuldung von 200 Mrd. € zwar weniger -und damit leistbare- Zinsen zu zahlen hat, das Kreditvolumen verringerte sich jedoch nicht.
Für die Zinsenkorrektur haben die "gerupften" Gläubiger jetzt nicht 9 Millionen Griechen als Schuldner sondern über die ESM-Konstruktion einige hundert Millionen Europäer.
Das war eine sehr gute Bonitätsverbesserung für die Banken und macht den Zinsverlust mehr als wett.
Soviel zu den geschenkten Milliarden an Griechenland!

Und der nächste Zangengriff soll nun verhindern, dass das Griechische Volk, das diese aberwitzige Versklavungsautomatik ahnt, sich über einen Staatsbankrott entschuldet.

Für die vom Lohn abhängigen Menschen in Griechenland wäre die Drachme eine Chance, für die vom Kapital lebenden hingegen ein Problem.
Aber allzu viele €-Millionäre mit Veranlagungen im Inland wird es ohnedies nicht mehr geben. Die Griechischen Banken werden seit Monaten mit frischem Geld der EZB wöchentlich aufgerüstet. Damit es in den folgenden Tagen von den verängstigten €-Kapitalinhabern rasch ins Ausland in Sicherheit gebracht werden kann. Die Summe der auf diese Art zu einem Kurzurlaub in Griechenland gekommenen Gelder betrug allein in den letzten Monaten 130 Mrd. €!

Und wenn jetzt Griechenland aus der €-Zone austritt, wird der EZB-Präsident ein veritables Erklärungsproblem bekommen!

So sieht die Hilfe für Griechenland hinter den Kulissen aus, ganz einfach, aber wahr.

Re: €-Karussell bedient die Millionäre

Vielen Dank für die erhellende Zusammenfassung.

Gast: gegenpapst der ungezählte
12.05.2012 15:44
0 1

habemus conficere?

was machen griechen, die sich nicht vera.rschen lassen?
sie lachen.

ok sorry, manamana.

Gast: Wanderer.
12.05.2012 15:36
3 0

Hunderte Milliarden der "Griechenlandhilfe" gingen bisher nur an Großbanken

in Deutschland, Frankreich und England.

Wir sollten daher endlich von einer Bankenhilfe sprechen, denn in Griechenland kam bislang kaum ein Euro an!

Gast: recherchiertdochmal
12.05.2012 14:56
1 1

umfragen wechselhaft?

schon simples googlen (wer steckt hinter metron analysis?) hätte gereicht um zu erkennen wieso bei der "umfrage" von metron analysis plötzlich die "mehr-europa-pro-europäer" zulegen ...

muhahaa ...

http://www.metronanalysis.gr/web/html/index.asp?language=english&page=about

Re: umfragen wechselhaft?

Was meinen Sie? Habe ich auf dieser Seite etwas übersehen?

Der Hinweis auf die Mitgliedschaft in der ESOMAR hat nichts mit "Pro-Europa" zu tun; es handelt sich hier nur um eine Vereinigung von Marktforschungsinstituten, die z.B. gewisse Qualitätskriterien erfüllen müssen.

Antworten Antworten Gast: uburoi
12.05.2012 16:18
1 0

Re: Re: umfragen wechselhaft?

da biegt sich doch der schieberegler!

melone ist doch kein zustand, oder?

Re: Re: Re: umfragen wechselhaft?

Hallo Ubori,

die Frage war ernst gemeint - kein Grund sich angegriffen zu fühlen. Wenn Sie in dem Link etwas gefunden haben, das mir entgangen ist, bitte ich Sie um Aufklärung.

der einzig mögliche Weg ist, den Staatsbankrott schnell durchzuziehen und von vorne anzufangen

die Griechen sollten nicht alles auf die Banken schieben. Sie haben im Verhältnis zu ihren Leistungen in Saus und Braus gelebt. Sie haben jene Parteien gewählt die diesen Betrug und die Verschuldung ermöglicht haben.

Sie sollten nicht erwarten, dass ihnen die anderen Europäer ihren relativ hohen Lebensstandard weiterfinanzieren.

Antworten Gast: Kaufmann 1010
12.05.2012 15:32
1 3

Re: der einzig mögliche Weg ist, den Staatsbankrott schnell durchzuziehen und von vorne anzufangen

Bei ca. 70% der griech. Bevölkerung von "relativ hohem Lebensstandard" zu sprechen ist entweder derb zynisch oder schlicht blöde!

Länder wie die Slowakei oder Slowenien,

wo die Durchschnittspension unter dem griechischen Niveau liegt, müssen die Verschwender im Süden unterstützen.

Also Arme müssen sparen, damit sich reichere den gewohnten Standard leisten können.

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Re: der einzig mögliche Weg ist, den Staatsbankrott schnell durchzuziehen und von vorne anzufangen

statt deren Lbeenswandel, Siesta bis zum Morgengrauen von anderern Ländern bezahlen zu lassen, wie es sich viele rote und grüne wünschen !

Das allerdings vor allem Banken und der geschützte Bereich (ähnlich wie hier) "gerettet" wurden und der kleine Bürger dafür nun erneut bluten muss, scheint den "Rettern" völlig egal zu sein.

der einzig mögliche Weg ist, den Staatsbankrott schnell durchzuziehen und von vorne anzufangen

die Griechen sollten nicht alles auf die Banken schieben. Sie haben im Verhältnis zu ihren Leistungen in Saus und Braus gelebt. Sie haben jene Parteien gewählt die diesen Betrug und die Verschuldung ermöglicht haben.

Sie sollten nicht erwarten, dass ihnen die anderen Europäer ihren relativ hohen Lebensstandard weiterfinanzieren.

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Re: der einzig mögliche Weg ist, den Staatsbankrott schnell durchzuziehen und von vorne anzufangen

das selbe gilt aber auch für uns, denn unter dem alten Schilling gekoppelt an die Deutsche Mark, lebten auch wir um vieles besser als heute !

Deshalb und wie in vielen Werbebotschaften angepriesen, zurück zum Ursprung !!!

Bitte Bitte liebe Griechischen Politiker

Sagt ja wir wollen Sparen. Damit erspart ihr unser Politikern einen Gesichtsverlust. Den diese Griechenlandhilfe sollte ja ein Geschäft werden, laut Herrn Pröll.
Wenn ihr nein sagt, ist es den Politikern auch recht, aber dann werden ja die bösen CDS schlagend und dass wiederum bedeutet ein sinnloses Geschwaffel von unseren Evolutionshoppalas.
Also sagt ja, nehmt das Geld für eure Freunde den Bankern. Denn wenn die Bevölkerung bei euch und bei uns das Spiel durchschaut ist der Ofen aus.....

Zu hoffen ist irgend eine Lösung,

die verhindert, dass wir noch mehr Sozialabbau und Steuerbelastungen auf uns nehmen müssen um die superreichen Griechen zu schonen. Jene sollten sich erst einmal solidarisch mit ihrem Volk erklären; wenn das nicht reichen sollte, könnte man immer noch über Hilfe nachdenken.

 
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