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Griechenland: "Mit Vollgas entlang des Abgrunds"

14.05.2012 | 14:43 |   (DiePresse.com)

Die Verhandlungen in Griechenland werden heute Abend zwar fortgesetzt, alle Zeichen stehen aber auf Neuwahlen. Sollte keine stabile Führung gefunden werden, droht dem Land im Juni der Staatsbankrott.

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In Griechenland scheint kein Ende des Chaos in Sicht. Staatspräsident Karolos Papoulias versucht seit 18.30 Uhr noch ein letztes Mal die wichtigsten Parteien des Landes auf eine gemeinsame Regierung einzuschwören. Der Chef der „Demokratischen Linken" (Dimar) hat die Bildung im Vorfeld aber für unmöglich erklärt. "Eine Einheitsregierung kann nicht zustandekommen", sagte Fotis Kouvelis am Montag dem TV-Sender Antenna. Die Hoffnungen ruhten zuletzt auf seiner Partei, die sich prinzipiell zu einer Koalition bereit erklärt hatte.

Ohne die Beteiligung des „Bündnisses der Radikalen Linken" (Syriza) würde eine Regierung „nicht die erforderliche Unterstützung in der Bevölkerung und im Parlament" haben, sagte Kouvelis. Der Chef der Syriza, Alexis Tsipras, hatte am Sonntag die Einladung zu einem letzten Vermittlungsversuch des Präsidenten jedoch abgelehnt. Er werde nicht zu dem Treffen erscheinen, stehe aber für ein individuelles Gespräch mit ihm oder für Gespräche mit allen Parlamentsparteien außer der rechtsextremen Partei „Goldene Morgenröte" (Chrysi Avgi) zur Verfügung, teilte Syriza mit.

Parlament steht vor der Auflösung

Die Rechtspartei „Unabhängige Griechen" (AE) erklärte sich dagegen grundsätzlich bereit, in eine Mehr-Parteien-Regierung einzutreten oder diese zu unterstützen. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Sparpakt nicht in die Tat umgesetzt werde. Weiters müsste Deutschland Reparationen für den Zweiten Weltkrieg bezahlen.

Damit droht die Regierungsbildung zu scheitern. Nach der Wahl vom 6. Mai könnte sich das Parlament bereits an diesem Donnerstag wieder auflösen. Dann wäre der Weg frei für Neuwahlen am 17. Juni. Allerdings zeichnet sich nach Umfragen auch dann keine Mehrheit ab, die den vereinbarten Reform- und Sparkurs mitträgt.

Stattdessen dürfte die Syriza nach Umfragen vom Montag mit 20,5 bis 25 Prozent der Stimmen sogar stärkste Partei werden. Die Radikallinken sind im Aufwind, weil sie die Sparmaßnahmen sofort einfrieren wollen. Sie begründen es damit, dass die Griechen den Gürtel nicht mehr enger schnallen könnten. Alle anderen, insbesondere die beiden Großparteien, die konservative „Neue Demokratie" (ND) und die Sozialisten (Pasok), dürften kräftig abrutschen.

Staatsbankrott im Juni?

Sollte erneut keine Regierung gefunden werden, droht dem Land nicht nur das politische, sondern auch das ökonomische Chaos. Denn von einer stabilen Führung machen die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) weitere Zahlungen abhängig. Griechenland hat nach Angaben des Finanzministeriums in Athen nur noch Geld bis Mitte Juni. Danach droht ein Staatsbankrott. Angesichts der neu aufgeflammten Schuldenkrise wollten die Euro-Finanzminister am Montag über Griechenland und Spanien beraten.

Das Land fahre „mit Vollgas entlang des Abgrunds in Richtung Neuwahlen", titelte am Montag die Athener Zeitung „Ta Nea". Griechische Kommentatoren gaben den Bemühungen von Staatspräsident Papoulias, eine Vier-Parteien-Regierung zu bilden, kaum Chancen. Ein Bündnis aus den Konservativen der ND, den Radikalen Linken, der Pasok und der kleinen Demokratischen Linken hätte im Parlament eine große Mehrheit.

Deutschland drängt auf Sparprogramm

Deutschland hält ungeachtet der komplizierten innenpolitischen Lage in Griechenland an dem Sparprogramm für das Pleite bedrohte Euro-Land fest. „Die Bundesregierung steht zu dem griechischen Programm, mit seinen Zielen, seinen Inhalten und auch mit seinen Zeitplänen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Programm sei "der einzige und richtige Weg, damit das Land mittel-und langfristig wieder gesunden kann", sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums.

(Ag. / Red. )

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37 Kommentare
 
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Reparationszahlungen sollen das Griechen-Budget auffetten?

Da tritt die Partei "Unabhängige Griechen" aber was los. Ich sehe schon, dass die Österreicher, die Deutschen, die Russen etc. ihre Forderungen an Frankreich, die Nachfolgenation von Napoleons Reich richten. Wenn man die Geschichte weiter aufrollt, kommen da schöne Summen zustande.

Der politschen Strafe muss ein Gericht folgen

Die Griechen wollen überleben, den Totalabsturz vermeiden und in eine Zukunft blicken, die Hoffnung auf Besserung zulässt.

Darin sind sich die Menschen, unabhängig ihrer politischen Ansichten, weitgehend einig.
Die Voraussetzungen, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, waren in den letzten zehn Jahren bestens. Üppig flossen Mittel aus Brüssel und die - nicht nur für griechische Verhältnisse - atemberaubend niedrigen Kreditzinssätze schufen ein Verhalten: "Wer will noch mehr, es gibt für alle Geld soviel sie wollen!"

Goldgräberstimmung, leider nicht verbunden mit gefundenen, sondern geliehenen Werten.

Diese Situation missbrauchten die beiden ohnedies nicht durch Seriosität und Redlichkeit bekannten Staatsparteien, ND und Pasok.

Sie sind es, die für diese fatale Entwicklung die volle politische wie auch ökonomische Verantwortung zu tragen haben. Politisch wurden sie bei den vergangen Wahlen abgestraft. Was vollkommen aussteht, ist die Vorführung vor ein ordentliches Strafgericht. Eine Verurteilung der handelnden Personen mit strengsten Maßstäben und Auflösung der beiden Parteien wäre die Mindestvoraussetzung für einen Neubeginn. Das Volk könnte seine politischen Vertreter neu bestimmen. Eine gesundete Mitte des politischen Spektrums könnte sich etablieren und die Extremparteien zurückdrängen.
Brüssel hat mit seinem Wegsehen über viele Jahre Mitverantwortung und ist angehalten, einen Sanierungsplan vorzulegen, der die Zukunft für alle erschwert aber nicht verunmöglicht!


Antworten Gast: Markus Trullus
15.05.2012 12:50
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Re: Der politschen Strafe muss ein Gericht folgen

Ich fürchte, dass hier nicht einmal der Titel "Amtsmissbrauch" geltend gemacht werden kann. Wie wollen sie denn diese Leute hinter Gitter bringen? Verschleudern von Volksvermögen ist kein kriminelles Delikt. Die Rechnung kann nur in Wahlen gemacht werden; und ist erfolgt und nun stehen die Gr auch damit an. Was nun? Denn Verschleudern von Volksvermögen ist in den mit Linksdrall versehenen Nationen Europas zum Volkssport geworden....

Gast: Staatskanzler
14.05.2012 21:17
0 0

Farewell

"„Die Bundesregierung steht zu dem griechischen Programm, mit seinen Zielen, seinen Inhalten und auch mit seinen Zeitplänen"

Na dann.....Farewell to the Euro, and then:
Farewell to the EU-Diktatur.

Und es wird gut sein.

Gast: L.W.
14.05.2012 17:51
4 0

Fordern, fordern, fordern.

Das ist das einzige, was Linke können.

Und dann plärren sie was von "Rechte" - nur wenn es einmal um Pflichten geht, dann herrscht sofort Grabesstille.

Ach wie mich die alle ankotzen.

Gast: africano
14.05.2012 17:29
1 0

Solange die Gas und Ölvorkommen nicht erschlossen werden,

kann man nur von faulen Trick´s sprechen um die Schulden los zu werden .

Gast: pour le mérite
14.05.2012 16:29
3 0

Was heißt entlang des Abgrunds?

Griechenland ist längst im Abgrund aufgeschlagen!

Und das einzig und allein wegen dieser idiotischen Euro-Währungsunion!

Gäbe es keine EU, gäbe es keinen Abgrund.

so einfach ist das...


Antworten Gast: Geldmann
14.05.2012 18:13
1 0

Re: Was heißt entlang des Abgrunds?

Gäbe es kein Geld, dann hätte man auch keine Geldprobleme.

So einfach ist das...

Gast: Der Bremer
14.05.2012 16:03
6 0

Das Ende ist nah

Also das wird der Mann sein, der letztendlich den Euro sprengen wird? Gut, von mir aus. Die Entwicklung ist sowieso nicht aufzuhalten. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende - auch wenn es noch einmal viel, viel Geld kostet -. Hauptsache, die Griechen tun uns einen letzten Gefallen, in dem sie es sind, die der Auslöser für das Ende des Euros sind und nicht die Deutschen. Ich schätze, dass man die nächsten 2-3 Jahrzehnte mit dem Finger auf die Griechen zeigen wird. Diese Bürde haben sie uns Deutschen wenigstens abgenommen. Was danach mit ihnen passiert, interessiert mich nicht sonderlich. Schließlich haben sie anfangs gelogen, um in den Euro hineinzukommen (und Helmut Kohl war dumm, naiv und romantisch genug, sie auch noch in den Euro hineinzulassen), sie waren dumm genug, mit dem geliehenen Geld was sie zu äußerst günstigen Zinsen bekommen haben, in den Konsum anstatt in den wirtschaftlichen Aufbau (Infrastruktur, Bildung, Forschung) zu investieren, sie haben uns beleidigt und unsere Fahne verbrannt und sie haben uns versucht zu erpressen. Ich bin kein Zyniker, aber ich weine ihnen keine Träne nach.

was heisst

da "entlag des abgrundes"...vielmehr müsste es heissen "IN" den abgrund !

die griechen sind verloren...und sie sind daran mehr wie selber schuld !!!


Schizophren nennt man sowas

Haut die Griechen raus aus dem EURO und streicht ihnen auf Jahre jede Art von Transfergelder...


DAs Problem:

Ein Ausfluss der internationalen linken Parteien, die in den letzten Jahren die Menschheit mit blindem Klassenkampf aufgehetzt hat.

Wem wundert's?!

In Österreich haben wir eine Parallele kleinerem Ausmaß: Die AUA.

Damit erhärtet sich wieder einmal, dass das wirkliche Problem für die Erhaltung einer demokratischen Gesellschaftsordnung nicht von rechts kommt, sondern von links.

Alleine wenn ich Staatssekretär Schieder gestern las, als er Wirtschaftsaufschwung mit der Volksrepublik China verglich, kommt mir das Grauen.

Wenn er dem Beispiel folgen will, dann kann er gleich seinen Parteifreunden in der Gewerkschaft sagen, dass sie die Löhne massivst reduzieren sollen.

Denn China ist das Paradebeispiel für schamlosesten Kapitalismus, indem dass wenige Parteibonzen auf Niedrigst-Lohnkosten ihrer Fußvolk-Genossen, überfütterte Gewinne einstreifen und sich daneben auch noch daran bereichern.

Antworten Gast: Markus Trullus
15.05.2012 12:53
0 0

Re: DAs Problem:

Aber,aber.... China ist doch eine sozial gerechte, kommunistische Proletarier- Diktatur, ein Pardies der Werktätigen. Schon vergessen????? Wie das mit Mulimillardären im Politbüro zusammenpasst, muss mir ein Basismarxist erst einmal erklären!
Also: Alles Lüge, Betrug und Ausbeutung! Meine Herrn Linke!

Antworten Gast: Dankwart
14.05.2012 16:01
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Re: DAs Problem:

Selten so viel Unsinn gelesen. Da werden Dinge aus ihren Zusammenhängen gerissen und einfach nur irgend etwas nachgeplaudert. Sämtliche Überlegungen und Ansätze sind falsch.

Eigenartig

"Noch mehr, nämlich 78 Prozent, sprechen sich für einen Verbleib im Euroland aus."

Eigenartig. Wie ist dann bitte dieses Wahlergebnis zustande gekommen?

Griechische verlässliche Quellen sagen, die Mehrheit hat genug von der Eurodrangsalierung, die die Politiker verschuldeten, man will die eigene Währung

andere Umfrageergebnisse kommen von der Bankenlobby, klar warum.

Linker unverantwortlicher Klassenkampf

Ein Ausfluss der internationalen linken Parteien, die in den letzten Jahren die Menschheit mit blindem Klassenkampf aufgehetzt hat.

Wem wundert's?!

In Österreich haben wir eine Parallele kleinerem Ausmaß: Die AUA.

Damit erhärtet sich wieder einmal, dass das wirkliche Problem für die Erhaltung einer demokratischen Gesellschaftsordnung nicht von rechts kommt, sondern von links.

Alleine wenn ich Staatssekretär Schieder gestern las, als er Wirtschaftsaufschwung mit der Volksrepublik China verglich, kommt mir das Grauen.

Wenn er dem Beispiel folgen will, dann kann er gleich seinen Parteifreunden in der Gewerkschaft sagen, dass sie die Löhne massivst reduzieren sollen.

Denn China ist das Paradebeispiel für schamlosesten Kapitalismus, indem dass wenige Parteibonzen auf Niedrigst-Lohnkosten ihrer Fußvolk-Genossen, überfütterte Gewinne einstreifen und sich daneben auch noch daran bereichern.

... wurden die einstigen Volksparteien ÖVP und SPÖ abgestraft. Ihnen droht der politische Bedeutungsverlust.

So werden die EU-konformen Medien entsetzt berichten müssen: und das Volk hat so entschieden! :-o
.
"Neuwahlen" - dieses Wort fürchten unsere EU-Demokraten wie Lucifer das Weihwasser!

Wie bei der AUA Sanierung!

Es giebt immer ein paar Querköpfe die eine Änderung verhindern wollen!

Re: ein paar Querköpfe ...

sind es auch, die im dt. Sprachraum dafür eintreten, das "ie" sorgsamer zu verwenden!

Re: Re: ein paar Querköpfe ...

Richtig!
Es sind immer Diejenigen, welche sonst nichts können!
:)

Antworten Antworten Antworten Gast: L.W.
14.05.2012 17:53
0 0

Qualtinger konnte es.

Seinen Sie sicher...

Die Griechen haben Mut gezeigt!

Die Griechen stellen sich gegen die Parteien, die die grieche Interessen an die EU verkauft haben! Österreicher könnten von diesem zivilen Ungehorsam nur traeumen!

Antworten Gast: alex1955
14.05.2012 14:28
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Re: Die Griechen haben Mut gezeigt!

@Dr. House

Jaja, immer ist die EU schuld, wenn Feuer am Dach ist.

Griechenland ist seit 1981 in der EU, damals noch EG. Das Land hatte also 31 Jahre lang Zeit, von einem der Armenhäuser Europas zu einem wohlhabenden Staat zu werden.

Übrigens, es sind die Griechen, welche die wenigsten EU-Richtlinien umgesetzt haben. Ich denke da an den freien Wettbewerb der Taxiunternehmer, den es bis heute nicht gibt. Umgesetzt wurde nur, was in den Kram passte.

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Re: Die Griechen haben Mut gezeigt!

Um sich von der Last EU zu befreien, genügt es doch, wenn Griechenland aus der EU ausscheidet...

Lustig,

wie der Eu Kasparverein jetzt schnell Umfragen bestellt und deren Ergebnis bezahlt...

Vor ein paar Tagen gabs da noch ganz andere Ergebnisse. Aber was solls, wenn ein Land nicht spurt, Sanktionen, ausbluten lassen und notfalls einmarschieren- das ist die EU.

 
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