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Griechischer Präsident will Expertenregierung

14.05.2012 | 21:15 |   (DiePresse.com)

Regierungskrise in Athen: Ein Treffen der Parteien blieb ergebnislos und wurde auf Dienstag vertagt. Präsident Karolos Papoulias setzt sich nun für eine Expertenregierung ein.

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Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias hat zur Lösung der Krise in seinem Land die Bildung einer Expertenregierung vorgeschlagen. Sie solle von möglichst vielen der im Parlament vertretenen Parteien unterstützt werden, sagte der Chef der Sozialisten (PASOK), Evangelos Venizelos, nach einem Treffen des Präsidenten mit Vorsitzenden der Konservativen, Sozialisten und der kleineren Partei Demokratische Linke (DIMAR).

Die Regierung solle aus "angesehenen und nicht-politischen Persönlichkeiten" bestehen, sagte Venizelos. Er selbst befürworte die Bildung eines solchen Kabinetts aus Experten, die einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone verhindern sollen. Auch der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaris, sagte, er sei bereit, darüber zu diskutieren. "Wir sagen zunächst nicht Nein. Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen, unsere Anstrengungen werden morgen fortgesetzt".

Samaras sagte, er werde weiterhin alles für die Bildung einer Regierung tun: "Ich kämpfe und versuche mit allen Kräften, eine Lösung zu finden." Eventuell könnte diese Regierung auch von der Rechtspartei der Unabhängigen Griechen (AE) unterstützt werden. Das Treffen wird nach Angaben von Samaras um 13.00 MESZ stattfinden. Zuvor wollte der Staatspräsident AE-Chef Panos Kammenos treffen.

Rechtsextreme ausgeschlossen

Papoulias habe dazu alle Parteien mit Ausnahme der Rechtsextremen (Goldene Morgenröte/Chrysi Avgi) eingeladen, meldete das staatliche Fernsehen am Montagabend. Scheitern diese Gespräche, dürften Neuwahlen am 10. oder 17. Juni kaum noch zu verhindern sein. Laut griechischer Verfassung kann der Staatspräsident durch ein Dekret Neuwahlen veranlassen. Dieses müsste nun vom noch amtierenden Kabinett des Finanzexperten Lucas Papademos ratifiziert werden. Daraufhin hätte der Urnengang binnen 30 Tagen zu erfolgen.

Auch DIMAR-Chef Fotis Kouvelis bestätigte, dass der Vorschlag für eine Expertenregierung auf dem Tisch liegt. Seine Partei spreche sich jedoch weiterhin für eine politische Regierung aus, sagte er. Er werde am Dienstag diese These weiter vertreten. Ob er für diese Regierung stimmen wird oder nicht, blieb zunächst unklar.

Konservative, Sozialisten und DIMAR stellen zusammen 168 der 300 Abgeordneten im Parlament. Allerdings hatte DIMAR eine Beteiligung an der Regierung erneut davon abhängig gemacht, dass diese auch die Radikallinken einschließt. Der Chef des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA), Alexis Tsipras, hatte jedoch nicht an dem abendlichen Treffen beim Präsidenten teilgenommen. Wie es aus Kreisen der radikallinken am Abend hieß, werde Tsipras am Treffen für die Expertenregierung teilnehmen.

SYRIZA könnte nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage damit rechnen, bei Neuwahlen noch einmal zuzulegen und mit 20,5 Prozent der Stimmen noch vor den Konservativen mit 19,4 Prozent stärkste Kraft im Parlament zu werden.

Venizelos "nicht optimistisch"

Venizelos sagte trotz der Fortsetzung der Gespräche: "Ich bin nicht optimistisch." Die Dinge seien kompliziert. Die Koalitionsbildung scheitert vor allem an den unterschiedlichen Einstellungen der Parteien zu den Sparauflagen von EU und Internationalem Währungsfonds IWF. Experten halten es für immer wahrscheinlicher, dass es erneut zu Neuwahlen kommt und sorgen sich vor einer Staatspleite. Auch ein Austritt des Landes aus der Euro-Zone wird immer offener diskutiert.

Europäer und IWF machen weitere Zahlungen allerdings vom Sparkurs Griechenlands abhängig. Bei einer von der Zeitung "Eleftheros Typos" veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Rass meinten 58,7 Prozent der Befragten, Tsipras sei verantwortlich dafür, dass es bishernicht gelungen ist, eine neue Regierung zu bilden. 81 Prozent sprachen sich für den Verbleib Griechenlands im Euroland aus. 66 Prozent der Wähler forderten, die Politiker sollten sofort eine Koalitionsregierung bilden.

Ohne Hilfskredite droht dem Euro-Land Ende Juni der Bankrott. Danach drohen endgültig die Pleite und ein Austritt aus der Euro-Zone. Die Euro-Staaten hatten im Februar ein zweites, 130 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für Griechenland geschnürt, das auf das erste von 110 Milliarden Euro folgt. Die Auszahlung der Kredittranchen ist von der Einhaltung der Sparzusagen abhängig. Die Euro-Finanzminister berieten am Abend in Brüssel über die brenzlige Lage.

(APA)

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42 Kommentare
 
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Schön langsam werden ...

sie mürbe, die Griechen. Unter der Patronanz dieses alten Mannes, wird dort Geschichte geschrieben: der erste Staat, welcher dem intern. Moloch Finanzwirtschaft nichts mehr entgegen zu setzen hat!

Gewünschte Experten kommen aus jenen Ländern, die Griechenland der letzten Werte beraubten!

Nu ja,

wenn das Schule macht, dann können wir uns ja demnächst ALLE Wahlen schenken, eine Stellensausschreibung in der Presse würde dann genügen !!!!!!!!!!!

Damit bleibt dann wohl die Demokratie vollends auf der Strecke. Warum wird gewählt wenn hinterher die demokratisch gebildete Meinung des Volkes ignoriert wird und wieder EINFACH ein paar EXPERTEN die NIEMAND gewählt hat auf den Tron zu heben.

Ich finde das eine sehr sehr ungute und undemokratische Entwicklung.

Antworten Gast: BGE
15.05.2012 11:16
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Leider Quatsch !!


Die Wähler wählen keine Regierung sondern Abgeordnete für das Parlament.

Und in ein Regierungsamt können (jedenfalls bei uns) auch Quereinsteiger (Experten) berufen werden ohne gewählt (Abgeordnete) zu sein.

"Expertenregierung"

"Expertenregierung" Klingt gut! D.h. es handelt sich hierbei um Erfüllungsgehilfen jener, die das Volk noch mehr aushungern wollen. "Pleitegriechen"? Man muss endlich klarmachen, dass nicht DIE Griechen das Geld erhalten haben und erhalten werden, sondern die "Pleitebanken".
Ist es nicht merkwürdig, wie sehr man innerhalb der EU-Staaten an einem Verbleib der "Pleitegriechen" bei der Währungsunion interessiert ist? Jene Parteien, die sagen, wir zahlen nicht mehr, sind absolut im Recht! Eine "Expertenregierung" wäre nichts anderes als eine semidiktatorische Regierung, nicht legitimiert und gegen das hungernde Volk gerichtet! Längst wäre es an der Zeit, die humanitäre Aktion "Nachbar in Not" zu starten! Es würde die ganze Verlogenheit an den Tag bringen und die große Scheinheiligkeit bezüglich des "Friedensprojektes" EU bloßstellen. Unterstützung einer Diktatur ("Expertenregierung"), Volksverhetzung ("Pleitegriechen"), das ist der große Beitrag der "Geldgeber". Und noch ein kleiner Vorschlag: Wie wäre es mit einem "Expertensicherheitsdienst", der mögliche Revolten des hungernden Volkes niederschlägt". Da könnte Deutschland wieder einen guten Absatzmarkt für die Rüstungsindustrie finden!
Aber so ist es eben mit dem "Friedensprojekt" Europa. Armes griechisches Volk!!!

Gast: FullMonty
15.05.2012 08:18
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Demokratie

Zwei Dinge, die ich hier anmerken möchte.
Wenn jetzt wieder Experten an die Regierung kommen, wird die demokratische Wahl in Griechenland elegant ausgehebelt. Man sieht hier wie man durch Erpressung eines Staates die demokratischen Werte mit Füßen tritt!! Politik wird nicht mehr für die Meschen gemacht sondern nur mehr für das Diktat der sogenannten Märkte.
Die Märkte beherrschen die Politik und das ist mit Demokratie nicht vereinbar. Denn wie lautet das Sprichwort:"Geld regiert die Welt!!"
Und wer sagt, dass es "immer" Wachstum geben muß! Wachstum hat einmal ein Ende! Die Fahnenstange hat auch mal ein Ende.
Das will aj auch niemand kapieren.

So das war´s von mir

Re: Demokratie

Wachstum muss es geben. Das hat folgende Gründe:
a) Sie wollen jedes Jahr mehr Geld. Sei´s Einkommen, Gehalt, Pension.
b) Wer (übrigens egal wofür) Kredit aufnimmt, benötigt Wachstum, um ihn zurückzahlen zu können. Das liegt an den Zinsen.

Ansonsten sehe ich das Demokratieproblem wie Sie: Die Wahl war eigentlich nur dazu da, *keine* Regierung bilden zu können. Der Rest läuft wieder ohne Beteiligung des Volks.

Antworten Gast: Na und?
15.05.2012 08:50
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Geld regiert die Welt!

Wenn die Leute demokratisch Schuldenberge anhäufen, sind sie selber schuld.

Auf der einen Seite genehmigt man sich Defizite und hofft darauf, irgendjemand anders würde das zahlen.

Dann werden die Schulden schlagend und die Geldgeber werden als kriminell hingestellt.

SO geht das auch wieder nicht...

Demokratie setzt Verantwortung der Wähler voraus. Das ist aber oft nicht der Fall...

Demokratie setzt Verantwortung der Wähler voraus.

Stimmt. Ganz wichtiger Punkt.

Antworten Antworten Antworten Gast: Na und?
15.05.2012 10:43
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Geschichtsunterricht:

Die KLASSISCHE Demokratie hat zwei Wahlen gehabt:

Wahl der neuen Politiker

Abstrafung der bisherigen untauglichen Politiker; das Scherbengericht war die Möglichkeit, einzelne Personen auf zehn Jahre zu verbannen.

Es fehlt in den "modernen" Demokratien leider die Möglichkeit, Politiker zu bestrafen! Daher die Verdummung in den oberen Etagen, weil ja eh alles geht.

Experten

Diese Experten werden wohl mehr Lobbyisten als Experten sein.

Die Wachstumslüge

Die Zeit der großen Wachstumsraten sind für Europa vorbei. Hat das Modell von Wachstum auf Pump endgültig ausgedient?

http://bit.ly/JfB63Q

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Marionetten Regierung

Kein Experte der diesen Namen verdient, wird Griechenland unterstützen in der Eurozone zu bleiben.

Expertenregierung?

Wie wir es schon sehen und gesehen haben, so kann auch eine Expertenregierung nichts bewirken, ganz im Gegenteil. Die Expertenregierung ist eine konservative Regierung, die dieseleben Fehler macht, wie es die ND, PASOK gemacht haben. Der wahnsinn würde weitergehen. Was noch hinzukommt, eine Expertenregierung ist kine gewählte Regierung. Was der Präsodent da vorschlägt ist der reine Wahnsinn.
http://wp.me/ppWn1-11

Gast: Großonkel Poldi
15.05.2012 06:50
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Wie soll das funktionieren?

Regierungsmitglieder haben keine parlamentarische Stimme. Entscheidungen fallen jedoch im Parlament.

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Expertenregelung

das kann nur ins Hoserl gehen ,haben doch unsere Politiker bei jeder Gekegenheit immer Experten zur Seite.
Eventuell handelt es sich da eher um Überlebensberater !!!!

Gast: mir reichts
15.05.2012 05:39
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xxx

griechenland 2020: wenn nicht sofort 300 milliarden überwiesen werden, sind wir im juni pleite.

Und das Volk ist kein Experte?


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Re: Und das Volk ist kein Experte?

Nein die brauchen ja nur alles bezahlen.

expertenregierung? also nicht demokratisch legitimiert?

ich schlage vor: grasser, gusenbauer, gorbach, und spindel-windel

die koennen den griechen dann mal zeigen, wie man richtig sirtaki tanzt und gyros zubereitet.

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plus neugebauer


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Re: expertenregierung? also nicht demokratisch legitimiert?

unbedingt den Neugebauer dazupacken - auch die griechischen Beamten brauchen eine (um die Leibesmitte zum Venizelos optisch passenden und als optisch starkes Symbol für schlanken Staat stehenden) Vertretung

Gast: HerrvonderInnerenStadt
14.05.2012 23:14
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Griechischer Präsident will Expertenregierung

Was für Zustände - armes Hellas/Europa!

Ob Expertenregierung, Weisenrat....Hellas, Italien, Spanien... benötigen wieder eine eigene Währung, um sie dann gegebenenfalls abwerten zu können.


Gast: gustav_gast
14.05.2012 22:42
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absolut pervers

dass sich nicht ohnehin die fähigsten und tüchtigsten an der staatsspitze befinden.

nur die fettaugen schwimmen oben

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nur die fettaugen schwimmen oben

nicht nur - auch die Ggacke.

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Re: nur die fettaugen schwimmen oben

.... und ... kalte Ente!

.... und ... kalte Ente!

...wenn also das Gewicht eines Regierungsmitglieds jenem einer Ente entspricht...

 
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