Wien/Cu. US-Botschafter William Eacho ist nun zufrieden. Monatelang war er mit Kanzler-, Außen- und Verteidigungsamt in Kontakt gestanden, um eine möglichst hochrangige Delegation zum Nato-Gipfel nach Chicago zu lotsen. Das Ergebnis ließ zunächst aus amerikanischer Sicht zu wünschen übrig. Denn Kanzler Werner Faymann hatte ursprünglich Verteidigungsminister Norbert Darabos ersucht, den Termin zu übernehmen. Ihn sollte Außenamts-Staatssekretär Wolfgang Waldner begleiten.
Doch William Eacho blieb beharrlich. In einem Vieraugengespräch mit Außenminister Michael Spindelegger deponierte er am vergangenen Freitag erneut den Wunsch seines Präsidenten, dass die Regierungsspitze zum Nato-Gipfel kommen möge. Zwei Tage später redete der US-Botschafter am Rande der Gedenkveranstaltung in Mauthausen noch einmal auf Faymann ein. Und schließlich fand der Kanzler doch noch Platz in seinem Kalender, so wie übrigens auch sein schwedischer Amtskollege Fredrik Reinfeldt.
Faymann wird am Sonntag für einen Tag nach Chicago reisen, um danach zum EU-Gipfel nach Brüssel zu fliegen. Außenminister Spindelegger war nach Angaben seines Sprechers nie zum Nato-Gipfel gebeten worden. Die Einladung habe sich an den Kanzler gerichtet, der sie an Darabos weitergereicht habe. Außerdem plane der Vizekanzler für den Zeitraum seit Langem Besuche in Tunesien und Marokko.
Die Nato hat Partnerländer zum Gipfel eingeladen, bei denen sich Obama besonders bedanken will. Im Falle Österreichs bezieht sich die Geste wohl vor allem auf das Balkan-Engagement. In Afghanistan hat Österreich lediglich drei Offiziere im Einsatz.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2012)
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