22.05.2013 05:40 Merkliste 0

Griechenland: "Verbitterter" führt Übergangsregierung

16.05.2012 | 19:58 |   (DiePresse.com)

Der bisherige oberste Verwaltungsrichter Panagiotis Pikrammenos ist als Chef der Übergangsregierung vereidigt worden. Die Wahlen finden am 17. Juni statt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Termin für die Neuwahl in Griechenland steht fest: Am 17. Juni sollen die Wähler zu den Urnen schreiten, wie Staatspräsident Karolos Papoulias und die Vorsitzenden der wichtigsten griechischen Parteien Medienberichten zufolge am Mittwoch beschlossen.

Als Chef einer Übergangsregierung wurde am Mittwoch Panagiotis Pikrammenos vereidigt. Der bisherige oberste Verwaltungsrichter soll vor allem für die einwandfreie Durchführung der Wahlen sorgen. Neue Gesetze kann sein Kabinett nicht auf den Weg bringen.

"Es ist klar, dass unser Heimatland durch schwierige Zeiten geht. Wir müssen sein Ansehen sichern und einen glatten Übergang ermöglichen", sagte Pikrammenos. "Ich bin wohl der passendste Ministerpräsident für unser Land in diesem Moment", scherzte er in Anspielung auf seinen Nachnamen. Der bedeutet im Griechischen "verbittert" .

Entscheidung über Verbleib in der Eurozone

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erklärte, der neuerliche Urnengang werde über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone entscheiden. Letztendlich liege die Entscheidung über den Verbleib beim griechischen Volk, sagte Barroso. Die Wahlen seien "historisch", es gehe um die Zukunft des Landes. Auch nach der Wahl müsse am rigiden Sparkurs festgehalten werden, sagte der Kommissionspräsident, allerdings seien ergänzende Wachstumsmaßnahmen vorstellbar.

--> Umfrage: Was bringen die Neuwahlen?

Die neuerliche Abstimmung ist notwendig geworden, weil nach der Parlamentswahl am 6. Mai alle Versuche einer Regierungsbildung scheiterten. Unter den europäischen Partnern und an den Finanzmärkten wachsen die Befürchtungen, dass dann die Kritiker des Sparkurses die Oberhand gewinnen und Griechenland in die Staatspleite und zum Euro-Austritt führen.

Griechenland: Euro-Befürworter gewinnen Wahl

Alle 9 Bilder der Galerie »

Einer neuen Umfrage nach liegen die Kritiker der von der EU-Troika diktierten Austeritätsmaßnahmen weiter vorne. Der Erhebung des Instituts VPRC nach würde das "Bündnis der Radikalen Linken" (Syriza) mit 20,3 Prozent stärkste Partei werden. Bei der Wahl selbst hatte sie knapp 17 Prozent erhalten. In Griechenland erhält die stärkste Kraft 50 Sitze zusätzlich im Parlament. Die Unterstützer des Sparprogramms verloren der Umfrage zufolge: Die konservative Neue Demokratie (ND) lag bei 14,2 Prozent und die sozialistische Pasok bei 10,9 Prozent. Unentschlossen zeigten sich 17,3 Prozent.

 

Panagiotis Pikrammenos

Pikrammenos wurde 1945 in Athen geboren und hat die Deutsche Schule in der griechischen Hauptstadt besucht. Danach studierte er Jus in Athen und arbeitete in London. Später setzte er sein Studium in Paris fort, er gilt als Experte im Seefahrtsrecht. Seit 1976 arbeitet Pikrammenos im griechischen Verwaltungsgerichtshof, dem er seit 2009 auch vorsitzt.

(Ag./Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

42 Kommentare
 
12

Müde Kommentare

Es ist bemerkenswert, wie viele hier veröffentlichte Kommentare eher dem "Österreich und Krone"-Niveau entsprechen als dem anscheinend zu hoch eingestuften der Presse. Denken einige nicht nach, bevor sie etwas schreiben oder sind sie wirklich so?
1. "Die Griechen" schlechthin gibt es nicht! Nur einige von Ihnen - und das vor allen die Politiker (speziell Papandreio sen.) haben das Land dorthin geführt, wo es am Anfang der GR-Krise stand
2. Die EU hat viel zu langsam und vor allem falsch reagiert - man kann ein Land nicht retten, indem man es zu Tode sparen lässt, nur damit die eigenen Banken ihre Gewinne lukrieren
3. Die Banken mit ihren vorgelagerten Ratingagenturen (Basel II und III) haben sich auf Kosten der Steuerzahler ganz vorne an den Trog gedrängt und die Politik schaut noch immer zu, wie das 15 fache der Realwirtschaft in Luftgeschäfte und Spekulationen gesteckt wird und steuerfreie Gewinne - sprich der Rest der Welt - abgezockt werden
4. Die Journailie erdreistet sich, Spezialist für alles zu sein und schürt die negative Propaganda, sodass es u.a. zu solchen Kommentaren kommt, wie sie teilweise hier zu finden sind
5. Ideen, wie die GR-Situation zu meistern wäre gibt es - sowohl GR als auch die EU müssten was dazu beitragen, aber die gehen im Gejammere und im Schimpfen unter - die Folge:
6. man droht und schreit nach dem Rausschmiss aus dem EURO (wie wenn das ginge), und vergisst, dass das ein voller Schuss ins eigene Knie wäre

Also bitte: ERST DENKEN, DANN POSTE

Gast: matt03
17.05.2012 08:57
2 3

Die Wahlen finden am 17. Juni statt.

Jetzt wird wohl nur mehr ein Wahlbetrug übrigbleiben.

3 1

Kein Geld für Griechenland!!!


Politik, die nicht einmal in der jetzigen Situation zusammenstehen kann, ist nie und nimmer kreditwürdig.

Anstatt ihre Hausaufgaben, den Staat durchzuorganisieren, die Verwaltung neu auszustellen, zu machen, schieben sie die Schuld für ihr Desaster auf ihre Geldgeber, die das längst Fällige von ihnen verlangen.

Keine Unterstützung mehr.

Gast: eh ois wuascht
17.05.2012 07:22
2 0

...sieht aus wie der nette onkel von der bank...


6 2

Griechenland muss raus aus dem EURO!!!


Genauso wie all die anderen schwachen Länder.


Re: Griechenland muss raus aus dem EURO!!!


Oder wir!

Leider ist aber auch unser "Wohlstand" nur auf Kredit aufgebaut!

Ohne neue Staatsverschuldung könnten wir nicht einmal die Beamtengehälter oder die ÖBB bezahlen...

Dank RotSchwarz!


Antworten Antworten Gast: strelizie
17.05.2012 10:02
5 4

Re: Re: Griechenland muss raus aus dem EURO!!!

SO IST ES!
Wenn man bedenkt, dass Europa nun 50 Jahre lang durch eine Phase prosperierender Wirtschaft gegangen ist und am Ende die Staaten vor dem Ruin stehen, müsste man alle politischen Verantwortungsträger der vergangenen Regierungen vor das Haager Tribunal zitieren, wegen Vergehen an der Menschheit. Anna, den Kredit hamma - so wird Wohlstand auf Pump generiert, bis das ganze Kartenhaus zusammenbricht.

Gast: xxxx
16.05.2012 22:04
3 6

Und Deutschland hat es sich verdient

diesmal den Exdsieg wirtschaftlich zu feiern!
Griechen müssen leiden um Deutschland zu gefallen!
Kapita...tsi leben deutsch!

Re: Und Deutschland hat es sich verdient

Guten Morgen, schon wieder nüchtern?

Gast: Krati
16.05.2012 21:04
1 6

Das Parlament hätte vor der Wahl das Verhältniswahlrecht beschließen sollen und diesen Bonus dem Ersten entziehen, denn der ist wie sich jetzt zeigt unsinnig und extrem verzerrend


Gast: Liberty Valance
16.05.2012 20:59
9 4

Her mit der Marie!

Die Griechen wählen. Nicht links, nicht rechts, nicht Reformen, nicht den Austritt. Sie wählen. Geld. Von der EU.

Antworten Gast: mikleit 22342
16.05.2012 21:57
9 1

Re: Her mit der Marie! woher kenn ich den spruch?

"hea mit da marie, hea mit de mülleonen, hea mit den zasta!!!"

das hab ich doch schon irgendwo gehört, also, in griechenland war es nicht, da war ich nicht, ich glaub fast bei uns in öetsrreich, aber nicht unter der brücke oder auf einem pissoir, nicht bei einem raubüberfall auf ein wettbüro, nein ......

hat das nicht eine österreichische ministerin gesagt?????????

Re: Re: Her mit der Marie! woher kenn ich den spruch?

Also, ich kenn den Spruch aus der Micky Maus!Wird wohl die Frau Innenministerin auch gelesen haben......

Re: Re: Her mit der Marie! woher kenn ich den spruch?

jaja das war diese Trotzkistin, die in einer bürgerlichen Partei ihr Unwesen treibt...Zasta Marie ...hast de Deppate!

Gast: b754
16.05.2012 20:03
7 1

wird das jetzt wieder ein bomben geschäft für uns?


homma wieda guat gmocht

europa kann sich eine griechenland pleite gar nicht leisten, scho schauts aus !!!!!!! dafür haben wir die zinsen jeder hilfstranache ins haushaltbudget eingerechnet. bravo österreich ! raab/figel schauts oba ;(((((

Gast: polly4
16.05.2012 19:52
5 1

Alle Politiker Griechenlands führen sich auf wie "zickige" Diven


und führen ihr Volk ohne Vollbremsung in eine neue Schlacht, wie in die historische bei den Thermophylen.

Haben die aus ihrer Geschichte nichts gelernt?

Antworten Gast: b754
16.05.2012 21:09
1 3

Re: Alle Politiker Griechenlands führen sich auf wie "zickige" Diven

die fpö hat ja auch nichts aus der geschichte gelernt

5 1

Kern des Problems der Südperipherie..

"Um sich der relevantesten und zu Grunde liegenden Ursache der Krise der Südperipherie zu nähern, ist ein Blick auf die Entwicklung der Indizes der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe), ohne Baugewerbe, von Griechenland und der Türkei hilfreich. Dieser direkte Vergleich legt die Annahme nahe, dass vielleicht die Griechen selbst weniger “Schuld” an der Misere sind als vermeintlich angenommen, sondern der Niedergang des Landes, wie auch in Portugal und Spanien, primär der Einführung der gemeinsamen Währung und dem seitdem bestehenden Korsett des Euro geschuldet ist. Eines Korsetts, dass die der eigenen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit, der Mentalität und den heimischen Besonderheiten angepasste Währungs- und Geldpolitik unmöglich macht, sprich dringend notwendige Anpassungen per Abwertung der Währung verhindert."

http://www.querschuesse.de/kern-des-problems-der-sudperipherie/


Wenn Griechenland die Eurozone verlässt dann werden die übernommen Haftungen schlagend und dies wird zum Fall von weiteren Regierungen in Europa führen

Die europäischen Machthaber fürchten nichts mehr als den Sieg der Gegner des Hilfpaketes in Griechenland, weil dann die Haftungen fällig werden und in den Budgets der Garantiegeber auf einmal Löcher in Milliardenhöhe klaffen werden. Für Österreich sind mindestens 6 Mrd. Verlust zu erwarten. Da auch Spanien und Italien vor dem Umkippen stehen und Hilfe benötigen kann sich jeder selbst ausrechnen, dass das angekündigte größte Einsparungspaket Österreichs, das für Jahre ausreichen soll, wie eine Luftblase zerplatzen wird. Noch unsere Kinder und Enkelkinder werden für diese Hochrisikospekulationen von Schwarz/Rot/Grün bezahlen müssen.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/455425_Der-groesste-Betrug-bzw.-Selbstbetrug-in-der-Geschichte-der-2.-Republik.html

Gast: overtheworld
16.05.2012 18:25
2 1

SPÖ kanzler faymann ist bereits in die USA zur NATO eingeladen worden? - die wallstreet börsen/geldeliten werden wohl keine freude mit einer unabhängigen bürgerdemokratie haben.


2 1

Re: SPÖ kanzler faymann ist bereits in die USA zur NATO eingeladen worden? - die wallstreet börsen/geldeliten werden wohl keine freude mit einer unabhängigen bürgerdemokratie haben.

Ich glaube, die haben einfach nur noch einen Kellner gebraucht.....

Antworten Gast: Gandalf
16.05.2012 21:53
5 1

Re: SPÖ kanzler faymann ist bereits in die USA zur NATO eingeladen worden? - die wallstreet börsen/geldeliten werden wohl keine freude mit einer unabhängigen bürgerdemokratie haben.

Also, das mit der NATO muss ein Irrtum sein. Die Einladung ist sicher von Disneyworld gekommen, dort brauchen sie dringend eine Urlaubsvertretung für Goofy.

Antworten Gast: Wieso?
16.05.2012 19:06
5 0

Re: SPÖ kanzler faymann ist bereits in die USA zur NATO eingeladen worden? - die wallstreet börsen/geldeliten werden wohl keine freude mit einer unabhängigen bürgerdemokratie haben.

Obwohl wir ja keinem Militärpakt angehören bzw Nato Mitglied sind.

Die Frage stellt sich nun wieso?

Re: Re: SPÖ kanzler faymann ist bereits in die USA zur NATO eingeladen worden? - die wallstreet börsen/geldeliten werden wohl keine freude mit einer unabhängigen bürgerdemokratie haben.

Wieso ist Faymann eingeladen?

Laut Standard um einen hohen einstelligen Eurobetrag zum Wiederaufbau Afghanistans abzuliefern.

Mit ham´s ja !

Re: Re: Re: SPÖ kanzler faymann ist bereits in die USA zur NATO eingeladen worden? - die wallstreet börsen/geldeliten werden wohl keine freude mit einer unabhängigen bürgerdemokratie haben.

Ergänzung:

soll naturlich "einstelliger, hoher MILLIONENbetrag " heissen.

 
12