Frankreichs neue Regierung legt vor - Tempo und Veränderungen. So machte der neue Premierminister Jean-Marc Ayrault gleich am zweiten Tag seiner Amtszeit mit einer Veränderung auf sich aufmerksam. Er kündigte an, seine Regierung müsse „beispielhaft" sein und statuierte an einer seiner Ministerinnen auch gleich das erste Exempel. Die beigeordnete Ministerin im Justizressort, Delphine Batho, muss umgehend aus ihrer Sozialwohnung ausziehen, in der sie im Pariser 19. Arrondissement wohnt.
Ayrault sagte am Freitagvormittag dem Sender France Inter, dass der Umzug Bathos „im Gange" sei. Kurz darauf setzte die Ministerin die Anordnung in die Tat. Sie teilte über den Kurznachrichtendienst „Twitter" mit: „Ich habe den Mietvertrag gekündigt."
30 Prozent weniger Miete
Batho war im Wahlkampf eine der Sprecherinnen von Präsident François Hollande gewesen. Schon seit mehreren Monaten wurde sie wegen ihrer Wohnsituation kritisiert, wie die französische Zeitung „Le Monde" berichtete. Die Politikerin hatte sich damit verteidigt, dass sie einen Zuschlag bezahle und in einer Sozialwohnung mittleren Niveaus wohne. Für 108 Quadratmeter bezahlte sie 1524 Euro im Monat und damit rund 30 Prozent weniger als im Durchschnitt in Paris üblich.
Die Causa Batho ist aber nur ein Indiz für den neuen Wind, den das Kabinett um Hollande an den Tag legt. Schon bei der ersten Sitzung am Donnerstag wurde eine Gehaltskürzung um 30 Prozent für den Präsidenten und die Regierungsmitglieder beschlossen. Die Gehälter von Hollande und von Premierminister Ayrault sinken demnach von 19.000 auf 13.300 Euro im Monat. Die Bezüge der Minister werden von derzeit rund 12.000 auf 8400 Euro gekürzt.
(Ag./Red.)
François Hollande: ''Wackelpudding'' als le Président
Baustellen, Pleiten, SkandaleDer US-Präsident ringt um seine Glaubwürdigkeit
Staatsbürgerschaftstest neuKönnten Sie Österreicher werden?
Zitate der Woche''Die Ehre lasse ich mir nicht abschneiden''
X-47BGroßdrohne hebt erstmals von Flugzeugträger ab
''Kim on Tour''Der Diktator als Pappkamerad
