Griechische Linke: "Wir werden den Euro behalten"

22.05.2012 | 20:12 |   (DiePresse.com)

Syriza-Chef Tsipras wirbt in Deutschland für eine gemeinsame Lösung auf europäischer Lösung. Das Sparprogramm lehnt er ab.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Der Chef der griechischen Radikallinken, Alexis Tsipras, hat sich für den Verbleib Athens in der Euro-Zone und eine gemeinsame europäische Lösung der Schuldenkrise ausgesprochen. Es sei ein auswegloser Weg, die Krise geografisch einzuschränken und zu versuchen, ein Volk zu vernichten, warnte Tsipras am Dienstag in Berlin. "Wir bitten um die Solidarität der Völker in Deutschland und Frankreich." Erpressung sei der falsche Weg, sagte er nach einem Treffen mit der Spitze der deutschen Linkspartei.

Tsipras betonte, auch seine Partei sei für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone. "Wir wollen nicht die Zerstörung Europas." Sie sei eine "tief europafreundliche" Kraft. Die Wahl am 17. Juni bedeute nicht den Austritt des Landes, sondern eine neue Chance, um die Gemeinschaftswährung zu retten. Athen sei aber nicht Mieter im Euro-Raum, sondern gleichberechtigter Partner.

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel erinnerte Tsipras an die Verpflichtungen Griechenlands gegenüber der EU. Zwar sei die Entscheidung über den Verbleib im Euro-Raum alleinige Sache der Griechen, sagte Gabriel am Dienstag in Berlin bei einem Treffen mit Tsipras. "Wer auch immer die nächste griechische Regierung stellt, muss aber wissen, dass getroffene Vereinbarungen einzuhalten sind", betonte der SPD-Chef. "Niemand darf erwarten, dass Deutschland und die europäischen Geberländer zu ihren finanziellen Zusagen stehen, wenn eine neue griechische Regierung dazu nicht bereit ist."

Das Spar- und Reformprogramm als Gegenleistung für die Milliardenhilfen der internationalen Partner nannte Tsipras "vollständig ineffizient". Das Land befinde sich im fünften Jahr in Folge in einer Rezession. Deutsche Steuerzahler steckten ihr Geld in ein Fass ohne Boden, mit dem in Wirklichkeit Banken finanziert würden. Nach einem Wahlsieg will auch Tsipras das Steuersystem reformieren und Verwaltungsstrukturen verbessern. Konkrete Sparvorschläge machte er allerdings erneut nicht.

Mehr zum Thema:

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

27 Kommentare
 
12

Der Chef der griechischen Radikallinken, Alexis Tsipras, hat sich für den Verbleib Athens in der Euro-Zone und eine gemeinsame europäische Lösung der Schuldenkrise ausgesprochen

dann soll er samt all seinen Parteifreunden in den geschützen Bereichen, arbeiten statt weiterhin siestern und kassieren zu wollen !

Wir im kleinen Ö. haben bereits viel zu Viele Nettonehmer im eigenen Land und können uns das schon nicht mehr leisten !
Wie sollen wir dann ein Land mitdurchfüttern, welches sichtlich gar keine Anstalten macht sich selbst zu regenerieren ?!


Gast: Bänkster
23.05.2012 12:54
4

Alles gesagt

und bereits getan worden.

Nach jahrelangem Täuschen und Lügen durch griechische Statistiken und Zahlen und mehreren Jahren Krise, in denen die Griechen NICHTS weiter gebracht haben !

Über 100 Mrd Euro wurden den Griechen im jüngsten Schuldenschnitt vom März nachgelassen, etwa 100 Mrd. wurden Griechen über das Target-2
geliehen, der Schuldendienst von Rest Europas seit Jahren übernommen.

Nichts hat sich getan hinsichtlich der Anzahl Staatsdiener, Steuereintreibung/-hinterziehung, Korruption, Sozialmißbrauch; institutionelle, strukturelle und Arbeitsmarktreformen, Privatisierung.

Aber man fühlt sich als Grieche brüskiert, wenn der Zahler für diese XXX Mrd Euro einen Vorschlag (zB: Referendum zum Euro) macht.

Es reicht jetzt wirklich! Die schlagen die Hand, die sie füttert! Jetzt sind die Deutschen schuld.... Frechheit!

Die Griechen müssen raus aus dem EURO.

Alles andere ist verantwortungslose Insolvenzverschleppung und Veruntreuung durch unsere Politiker in Wien und Brüssel.

Dass ein Austritt teurer kommt, ist eine Lüge. Das wäre nur zutreffend, wenn die Griechen tatsächliche Reformen durchgezogen hätten. Aber es ist nichts passiert ausser, dass man die Staatsgehälter gekürzt hat.

Wenn diese Herren und Damen Politiker nicht sehr bald die Reißleine ziehen, dann wird man sie eines Tages dafür verantwortlich machen und sie werden nicht einfach durch einen Rücktritt oder Neuwahlen aus der Schußlinie entfliehen können !


Gast: gast45
23.05.2012 12:38
2

nebenbei ..

man stelle sich vor die türkei .. (die haben die gleiche mentalität) wäre in der EU .. dagegen wäre die griechenlandkrise, weil die immerhin 10 mal so viele sind, ein kindergeburtstag :-)

Re: nebenbei ..

da kennens aber auch nur den Türken im beserlpark, gell?

Naja, wenn die gleichberechtigte Partner sein wollen....

...sollten sie auch möglichst bald zum Nettozahler werden.

Die Währungsunion wird zum als Versailler Vertrag ohne Krieg.

Dafür werden die "großen Europäer" aller Parteien schon sorgen.

Gast: Linke linken nur
23.05.2012 03:23
6

Linke als Meister im Verschwenden des von anderen erwirtschafteten Geldes -

doch seit Marx fehlt ihnen noch immer ein praktikables Konzept, wie sie - außer durch Enteignung und/oder Ausbeutung immer der anderen - die für ihre vielgepriesene Umverteilung dringend und dauernd nötigen Finanzmittel herbeizaubern könnten. Immer nur die gleiche alte Leier... vom Mehrwertschöpfen keine Ahnung, aber immer großartig die Klappe offen...

Leider, wie schon die US-Neoliberalen mit vielen ihrer Ideologiestrategen zeigten, benützen die Milliardäre gerne die mit den Verlockungen des Geldes geköderten, in der sog. Regulationstheorie versierten, einst linken Staatstheoretiker zur Effektuierung der gezielten, effizienten Ausbeutung der produktiven Mittelschicht, die durch aufgezwungene Schuldknechtschaft immer höhere Steuern generierend im Hamsterrad gefangen gehalten wird. Die dem Volk durch Revolution von oben via "fast track" aufgezwungene Euro-Fehlkonstruktion ist ein prima Mechanismus dazu.

Linksaußen wie Tsipras sind hintenherum eigentlich nur Büttel des maximal rahm=renditeabschöpfenden Großkapitals zum auspresserischen Niederhalten der unbeirrt fleißig schaffenden deutschen+österr. Häuslbauer-Mittelschicht, die von der mehrwertgeil-verschwendungssüchtigen Sozidiktatur durch die von den Davos-Milliardären (World Economic Forum) künstlich geschaffene sog. "strukturelle Gewalt" der EU+Euro-Fehlkonstruktion und der daraus resultierenden Macht des Faktischen im beiderseitigen Einverständnis der Miliardärs+Proloklüngel als Zahldeppen ewig ausgenützt werden.

Gast: PeterFfm
22.05.2012 22:08
5

Nicht aufregen

Ich weiß gar nicht warum sich alle hier so aufregen. Es ist doch nur noch die Frage wann Griechenland aus dem Euro austritt oder ausgetreten wird und nicht ob.
Tsipras vollmundigen Worte sind das übliche politische Taktieren.

Antworten Gast: Bänkster
23.05.2012 12:56
2

Re: Nicht aufregen

je länger es es jetzt noch dauert, umso teurer wird es.

Insolvenzverschleppung nennt man das. Auf Kosten der Steuerzahler.

Die Banken und institutuelle Investoren haben 3 Jahre zeitbekommen, um sich auf die Pleite einzustellen - für diese gewonnene Zeit hat der Steuerzahleer hierzulande und in D, FL, NL teuer bezahlen müssen!

Gast: Otto Normalverbraucher
22.05.2012 21:17
7

Der blanke Hohn...

"Ein Volk vernichten"? - Wovon redet der Mann? Die Gelder, die an die griechischen Banken geflossen sind, sind zum Großteil bei den Verbrauchern gelandet. Diese haben sich Autos, Häuser und sonstige Besitztümer auf Pump gekauft, die jetzt ihr Eigentum sind. Nun wollen oder können sie die Kredite nicht zurückbezahlen und wollen noch mehr Kredit haben. Die deutschen Steuerzahlen bleiben auf den (wertlosen) Forderungen sitzen, die Griechen und Spanier haben alle ihr Eigenheim, und müssen dies jetzt nach dem Haircut noch nicht einmal abbezahlen. Wer ist bei dieser Gleichung wohl der Dumme?

Gast: Herr K.
22.05.2012 20:57
6

LOL

Er wirbt sicherlich auf europäischer Ebene, jedoch nicht auf europäischer Lösung um eine Lösung ;).

Das ist aber auch völlig egal, da die Griechen eh nicht mehr zu retten sind. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone kann meiner Auffassung nach als Ende mit Schrecken gewertet werden und ist einem schrecken ohne Ende vor zu ziehen. Die 80 Mille werden wir früher oder später eh bezahlen müssen!!

Da ich Schrebfaul bin, empfehle ich jedem sich entsprechende Literatur z.B. von Max Otte, Thilo Sarrazin( obwohl ein bisschen platt) oder meinem absoluten Lieblingsautor: UDO ULFKOTTE !

Langsam wird mir bewusst, was für eine Auswirkung der sieg von Hollande hat

Wenn sich ein Herr Tsiprias auf Hollande berufen kann und er den Griechen damit erfolgreich einredet, dass eh alles nicht so schlimm wird, weil es gibt jetzt den guten Onkel Hollande und nicht nur die böse Tante Merkel, dann haben uns die Franzosen ein ganz dickes Ei gelegt.


Gast: BSE
22.05.2012 18:50
7

Der durch Tsipras vorgestellte Plan sieht vor, dass

Griechenland 3 bis 5 Jahre (ca. eine Legislaturperiode) die Zinszahlungen auslässt. Mit dem Geld (das die Banken und Geberstaaten nicht bekommen werden) will er den riesigen Staatsapparat in Griechenland weiter zahlen. Das Geld reicht aus. Ja, man kann auch künstlich "Aufschwng" erzeugen. Tsipras will die 1 Million Beamten um weitere 100 Tausend erhöhen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Und die bereits angekündigten Lohnkürzungen (25% - 30%) zurücknehmen. Angenommen, das Geld reicht imemr noch aus. Gut. Was passiert nach dieser Zeit? Das Problem wurde nur vertragt und nicht nachhaltig bekämpft. Die Schulden wären noch größer. Also, den Geldhan jetzt abdrehen!! DAnn kann Zipras das was er hat an der 1,1 Million Beamten verteilen. € 200 pro Monat für jeden?? Wie lange??

Re: Der durch Tsipras vorgestellte Plan sieht vor, dass

Darf ich vielleicht aushelfen: Griechenland hat heute auch mit dem Sparpaket noch immer eine massives Nettodefizit. Das heisst, Griechenland gibt jetzt schon ohne Zinszahlungen mehr aus, als es einnimmt.

Ein Aussetzen der Zinszahlungen - was vielleicht sogar vereinbart werden könnte - würde daher noch lange nicht helfen und schon gar nicht, wenn Tsiprias die vereinbarten Einsparungen bei den Beamten zurücknimmt. Dann wäre das Land nämlich selbst nach einer 100% Schuldentilgung immer noch nicht finanzierbar.


die linken...

...leben auf den kosten der anderen

(was machen die, wenn es keine von ihnen so kritisierten "wohlhabenden" mehr gibt???? ... DDR????)

Re: die linken...

Aussenfeind suchen.

Gast: total crash
22.05.2012 18:27
1

Na klar werden sie den €uro behalten,

weil so werden sie,-vielleicht irgendwann,-am günstigsten ihre Schulden los.

Wenn nicht is ah wurscht,weil es geht ah ohne Eigenleistung, von den anderen €uroländern mit diversen "Geldtöpfe" und Unterstützungen belohnt und die dann schlussendlich auf Rückzahlung verzichten (werden) müssen;o(

Gast: Erat
22.05.2012 18:05
14

Traumtänzer

So sind die "Linken" eben, auch hier bei uns. Alles fordern, nichts leisten. Adieu!

"wir werden den Euro behalten"

Wie kann er sich da nur so sicher sein? Schließlich hat darüber doch nicht nur Griechenland zu entscheiden. Oder ist es nun tatsächlich schon so, dass die Geber unter den Euro-Ländern hier nichts (mehr) mitzureden haben?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Griechenland (das von Syriza vertreten wird) für die Euro-Zone (bzw. für die EU) auf Dauer tragbar ist. Es scheint tatsächlich so, als ob ein Verlassen/Hinauswurf GR der einzig gangbare Weg ist.
Aber bis auch unsere Politiker das sehen werden noch viele €-Mrds nach Athen fließen. Leider.

Gast: L.W.
22.05.2012 17:54
14

Die beste Antwort Merkels auf Tsipras ...

... wäre der Austritt Deutschlands aus dem Euro.

Dann können diese Marktschreier schauen, wer ihnen noch Kohle in den seit Jahrzehnten weit geöffneten Rachen wirft.

Aber egal, das (baldige) Erwachen der Griechen kommt sowieso. Und der Aufschlag am Boden der Realität wird hart. Sehr hart.

Antworten Gast: Reflector
23.05.2012 17:24
2

Re: Die beste Antwort Merkels auf Tsipras ...

Richtig!

Und zwar auch die richtige ökonomische Antwort für Alle.

Aber wenn man nach D schaut wird man leider erkennen müssen, dass es keine einzige Partei im Bundestag gibt, die diese Absicht mittragen, geschweige denn umsetzten könnte.

Und das wissen alle anderen 'Partner' in der EU ebenso und daher klopfen diese auch derart lockere Sprüche.

Re: Die beste Antwort Merkels auf Tsipras ...

.. wäre der Austritt Deutschlands aus dem Euro.

und somit wir folgen würden, was dann vielen Ländern (auch denen die rein wollen TR) sehr schaden würde, uns aber endlich aus der Geiselhaft befreien könnte; sollte durchgezogen werden !!!

Ohne der vielen Beihilfen würde es in der Tr auch sehr schnell wieder anders aussehen, obwohl und weil dort ebenso alles auf Pump aufgebaut, heute rosiger aussieht als es in Wahrheit ist

Gast: b754
22.05.2012 17:45
4

da wird einer gewaltig auf die schn... fallen

keiner kann es mehr verantworten die in der eu zu halten das gibt einen volksaufstand die haben es sowas von übertrieben

Gast: sldafsdf
22.05.2012 17:40
3

...kurzfristig hat er wohl recht

die meisten Euro's haben sie ja schon von den Banken abgezogen und in Sicherheit gebracht. so gesehen behalten die Griechen den Euro.

Frage ist nur ob die auch neue bekommen ... ich bin jedenfalls dagegen, wenn sie keine strukturellen Einsparungen umsetzen und werde bei der nächsten Wahl sicher auch so wählen. Die künstliche durch Staatsschulden hervorgerufene BIP Blase platzt halt einfach und das macht die immer irgendwann auch wenn es die Linke nicht glauben will.

Gast: africano
22.05.2012 17:34
4

Griechische Linke : Geschäft ist Geschäft.

Ein Hand ,welche Einen füttert ,beisst man nicht.

Gast: M. Wolf
22.05.2012 17:33
0

"Im Gegenteil, wir werden den Euro behalten."

„Wenn ich lügend sage, dass ich lüge, lüge ich oder sage ich Wahres?“

 
12
AnmeldenAnmelden