Griechenland: Linksradikale formieren sich neu

23.05.2012 | 14:15 |   (DiePresse.com)

Das Syriza-Bündnis konstituiert sich als einheitliche Partei. Auch die Konservativen bündeln ihre Kräfte.

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Vor der Neuwahl am 17. Juni formieren sich Griechenlands politische Lager neu. Das Bündnis der Radikalen Linken (Syriza) - ein breites Sammelbecken von Eurokommunisten, Linkssozialisten, Trotzkisten und Grünalternativen - will sich unter seinem Chef Alexis Tsipras als einheitliche Partei konstituieren.

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Der Hintergrund: Das griechische Wahlgesetz sieht vor, 250 der 300 Abgeordnetensitze im Verhältniswahlrecht zu vergeben, die restlichen 50 Mandate gehen automatisch an die stärkste Partei. Das gilt aber nicht, wenn es sich um ein Parteienbündnis handelt. Dann gehen die 50 Bonusstimmen an die nächste einheitliche Partei.

Mit der gleichen Absicht versuchen die Konservativen, kleinere bürgerliche Gruppen zu absorbieren. So kehrte Ex-Außenministerin Dora Bakoyannis mit ihrer "Demokratischen Allianz" bereits in die "Nea Dimokratia" (ND) zurück, aus der sie einst ausgeschlossen worden war. Parteichef Antonis Samaras rief zur Bildung einer "großen patriotischen Front" auf und will auch die rechtsorientierte "Völkische Orthodoxe Gesamtbewegung" sowie die Politiker Thanos Tzimeros und Stephanos Manos mit ihren jeweiligen Anhängern in die ND holen.

Die Nea Dimokratia (ND) war bei der Wahl im Mai stärkste Kraft geworden, Syriza landete auf Platz zwei. Alle Umfragen deuten für die Neuwahl auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Konservativen und Syriza hin.

Die Radikalen Linken wollen, anders als die ND und die "Panhellenische Sozialistische Bewegung" (PASOK), das von EU und IWF diktierte Sparprogramm auf Eis legen.

Papademos: Austritt aus Eurozone nicht ausgeschlossen

Der frühere parteilose Übergangs-Regierungschef Loukas Papademos hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht für ausgeschlossen. "Das Risiko, dass Griechenland den Euro verlässt, besteht", sagte Papademos in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (Mittwoch). Entscheidend sei, ob das Land die von EU, IWF und EZB diktierten Sparprogramme kontinuierlich umzusetzen bereit sei.

"Obwohl ein solches Szenario wenig wahrscheinlich ist und weder für Griechenland noch für andere Länder wünschenswert wäre, können wir nicht ausschließen, dass bereits Vorbereitungen laufen, um die möglichen Folgen eines griechischen Austritts aus der Eurozone in den Griff zu bekommen", sagte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank.

Griechenland: Euro-Befürworter gewinnen Wahl

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(Ag.)

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12 Kommentare
Gast: Trude Huber
23.05.2012 19:57
1 3

Es ist an der Zeit, dass sich die Linken formieren,

denn dem Desaster und Heuschreckenkapitalismus muss ein Ende bereitet werden, denn sonst ist die Demokratie am Ende.
Den Menschen geht es wegen der Verbrechen der Großbanken ohnehin schon schlecht genug..

Gast: g749+
23.05.2012 18:58
2 2

dem wirds gehen wie den trakschiss


Manche meinen...Um den Euro zu konsolidiern (bzw. zu retten) sollten die Griechen wenigstens soviel noch Anstand haben,

den Euroraum zu verlassen ! (inkl. weiteres Hilfsprogramm der EU)

(Bleibt frommer Wunsch natürlich)

Gast: horst mayer
23.05.2012 18:29
1 2

wenn die extremen linken gewinnen ist das gut für uns dann ist griechenland geschichte in der eu


4 1

Heimat

ich bin in Österreich geboren. meine Familie und meine Freunde sind hier und ich bin hier zu Hause. ich fühle mich als Europäer. Griechenland ist meine Heimat, genauso wie Kärnten, Frankreich, Rumänien, Polen, das Weinviertel und viele mehr.
ich verstehe und unterstütze die Griechen, die die Regierung abwählen, die ihnen das schmassel eingebrockt hat.
ich respektiere demokratische Entscheidungen.
und ich verstehe, dass das ausgehandelte Sparpaket nicht funktioniert, weil in GR Menschen nichts mehr zu essen haben.
es geht darum einen weg zu finden, mit dem die Menschen leben können. also bitte ihr "Experten" - ein funktionierendes Konzept muss auf den Tisch, in dem die Wirtschaft den Bedürfnissen aller Menschen in Europa folge leistet.

Re: Heimat

Dem schließe ich mich auf Punkt und Beistrich an.

Darüber hinaus bin ich auch ein überzeugter Anhänger der Idee der europäischen Union und die aktuelle Situation und deren Erfordernisse werden zeigen, ob diese Idee funktioniert. Ich wünsche und hoffe, dass dem so sein wird.

halt stop

di griechen
korruptionsland nummer 1
solln zuschauen das sie nicht pleite werden

Interessant

In Griechenland gibts also "Linksextreme" und "rechts orientierte".

5 0

Re: Interessant

gut beobachtet. marktkonforme Demokratie, sag ich nur... cooles Wort für eine Mitte rechts Diktatur... :-)))

Linksradikale

Endlich findet auch dieses Wort einmal Erwähnung. Ich dachte schon, die Berichterstatter wären noch rot und grün hinter den Ohren.

Antworten Gast: Linker Pirat
23.05.2012 16:19
5 3

Re: Linksradikale

Die sind wohl eher blau und braun hinter den Ohren.
Die meisten Linksextremen sind es erst seit blau-braun sie mit ihrer Volksverblödungskampagne dazu gemacht hat, und viele Faschisten sind im Gegenzug als harmlose Konservativistel die haarfein rechts vom Mainstream sind getarnt.

Gast: haus of pain
23.05.2012 15:18
2 0

4 Milliarden Euro an die EU

und jetzt 5 Mrd. jährlich an Griechenland.
da sind unsere jährlichen Neuschulden von 5Mrd. Euro
jo a net sehr fül
eh nur a klanes pinkerl...

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