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US-Wahlkampf: Karikaturen, Fratzen und Vampire

24.05.2012 | 18:39 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Im Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA tobt die Werbeschlacht der Fernseh-Spots. Demokraten und Republikaner wollen den Nerv der Amerikaner treffen und schießen dabei oft über das Ziel hinaus.

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Washington. Die Metamorphose vollzieht sich in Bruchteilen von Sekunden. Das Gesicht der blühenden jungen Frau auf der Veranda verwandelt sich in das schrumpelige, von Sorgenfalten zerfurchte einer älteren Dame, ihre wallende Mähne weicht einem grauen Haarschopf. „Ich habe Präsident Obama unterstützt, weil er so schön gesprochen hat. Er versprach Wandel, doch die Dinge haben sich zum Schlechteren verändert.“

So raffiniert kommt ein Werbespot der Republikaner daher, dass er der groben Werbeschlacht im US-Wahlkampf eine beinahe subtile Note verleiht. Dabei stammt er aus der Werkstatt eines Teams, das bisher eher durch Denunziation aufgefallen ist. Karl Rove, der Wahlstratege George W. Bushs und Gründer des Unterstützerkomitees „Crossroads GPS“, hat den Ruf einer politischen Bulldogge.

 

Meuchelpropaganda

Im Wahlkampf 2004 lancierte er eine Kampagne, die den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry diskreditierte, ihn als unzuverlässigen Vietnam-Veteranen und Kanonenbootkapitän, als „Flip-Flopper“ und mondänen „Softie“ porträtierte. Vier Jahre zuvor war er nicht davor zurückgeschreckt, eine Meuchelpropaganda gegen Bushs republikanischen Gegenkandidaten John McCain in die Welt zu setzen. Er dichtete ihm ein uneheliches schwarzes Baby an und erreichte sein Ziel: Er stellte beide Politiker bloß – und kalt.

Gegen Obama verfangen derlei Methoden indes nicht. Neulich enthüllte die „New York Times“ den Schlachtplan republikanischer Strategen, den Präsidenten in Verbindung mit den Brandreden des kontroversiellen schwarzen Predigers Jeremiah Wright aus Chicago zu bringen. „Die Niederlage des Barack Hussein Obama“, lautete die Parole der Gruppe um den Milliardär Joe Ricketts.

Obama hatte sich vor vier Jahren von dem Pastor distanziert, der ihn getraut hatte. Schon damals lag die Anti-Obama-Kampagne fix und fertig in der Schublade, doch der republikanische Kandidat John McCain lehnte sie ab. Nun sollte sie vor dem Parteitag der Demokraten im Spätsommer zum Einsatz kommen, der Bericht durchkreuzte freilich die Strategie.

In mehr als einem Dutzend Fokus-Gruppen ließen die Rove-Leute bereits vor einem halben Jahr in sogenannten „Swing States“ wie Florida Slogans gegen Obama abtesten. Die Mehrheit der unabhängigen Wähler, so das Ergebnis, bringt dem Präsidenten nach wie vor Sympathie entgegen, obgleich sie seine Politik kritisiert. Eine scharfe Polemik würde eher nach hinten losgehen. Also sammelten Rove & Co. die sachlichen Argumente und verschmolzen sie zu einem TV-Spot, der den Nerv vieler Amerikaner trifft.

Denn viele wissen von erwachsenen Kindern und College-Absolventen zu erzählen, die wegen der tristen Wirtschaftslage zurück zu den Eltern gezogen sind; von Kreditkartenschulden und Hypotheken; und von ihrer Sorge um die Schuldenspirale in Washington. Ronald Reagans Schlüsselfrage, ob es ihnen besser ergehe als vor vier Jahren, stößt großteils auf eine negative Antwort. Und das Versprechen, dass die jüngere Generation es einmal besser haben sollte als ihre Eltern, ist vielfach Makulatur.

 

Feldzug gegen Finanzhaie

Das Obama-Lager reagierte auf die düstere Stimmung mit einem Feldzug gegen Finanzhaie à la Mitt Romney. Die Demokraten versuchen so, den latenten Missmut gegen die Machenschaften der Wall Street auf ihre Mühlen zu leiten. Ein TV-Spot attackiert Romneys Ex-Investmentfirma Bain Capital wegen der Schließung einer Stahlfabrik in Kansas City. Das Video lässt aufgebrachte ehemalige Stahlarbeiter auftreten. Jack Webb wettert: „Bain war wie ein Vampir, der alles Leben aus uns saugte.“

Der Vorwurf begleitet Romney seit seinem Senatswahlkampf gegen Ted Kennedy 1994 in Massachusetts. Bei den republikanischen Vorwahlen desavouierten ihn seine Gegner als „Aasgeier-Kapitalisten“. Die grobklotzige Strategie geht indes selbst Demokraten zu weit. Newarks Bürgermeister Cory Booker, eine Nachwuchshoffnung der Partei, findet das Treiben auf beiden Seiten nur „widerlich“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2012)

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46 Kommentare
 
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Republikaner oder Demokraten - sind erstere besser als ihr Ruf?

George W. sorgte (mit chinesischem Geld) für billige Finanzierungen und einen Bau-Boom - Clinton schaffte die Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbanken ab, was zu Moral Hazard und blutenden Steuerzahlern führte; George W. weitete MediCaid aus und startete das Schul-Reform-Programm "No Child Left Behind" - Obama vertröstet die Amerikaner 2009 mit seinen Krankenversicherungsplänen auf 2014 (!); George W. ließ Lehman pleite gehen - Obama liest der Wallstreet jeden Wunsch von den Augen ab; George W. ließ "Terroristen" (also Widerstandskämpfer gegen den amerikanischen Imperialismus) auf Guantanamo einsperren - Obama lässt ihnen mittels Drohnen die Rübe wegblasen - und allen die gerade in der Nähe sind. Nur das linke Gesocks mit seinen Hassreflexen verteufelt die Republikaner und feiert die Demokraten, die nichts zusammenbringen, als Schuldzuweisungen zu machen.

Gast: africano
25.05.2012 18:19
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Die Amis die SPINNEN !

Vor einem Jahr hat ein US CIA Agent zwei Pakistani auf offener Strasse erschossen ,anschliessend wurde er FREI gekauft. Zur Zeit gibt es ein grosses theater ,weil der Arzt ,welcher den kranken Bin Laden verriet ,für 33 Jahre ,hinter Gitter sitzen soll.

Gast: Spo101
24.05.2012 20:39
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candidatespo@gmail.com

Men on fire…
I have a question for Conservative voters. Do you care that Karl Rove is lying to you… AGAIN? Conservative men are always bragging about toughness but they let Karl Rove treat them like they’re stupid fools over and over. Rove has been lying to the Conservatives for over a decade now but the COWARDS refuse to call him on it. It’s actually the most pitiful, pathetic thing I’ve ever been witness to.

Karl Rove and his super PAC Crossroads/GPS has come out with an anti-Obama/Biden ad that is so deep with lying BS I don’t know how he gets away with it. Either Conservative voters are getting some really bad information or you people really are the biggest suckers in the history of mankind.

That goes double for the news media. Oh Lord, I wonder if there is ONE Conservative news person who will come out and do a rundown of the lies from the GOP and Crossroads political ad? Will one newsman hold Rove accountable? I know it won’t be on FOX…

When are Americans going to realize WHAT IS TRUTH? Who are the real enemies of FREEDOM? Rich @$$holes like Rupert Murdoch have deep connections in China. In the last 3 years, I feel a number of scenes scene were staged to make the Obama Administration (and Democrats in general) look bad and to gain bargaining tools for the Communist Chinese. FOX News has become a terrorist cell for the Commie Chinese and Saudi Royals. (lol)
I am consciousmc.blogspot.com

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Re: candidatespo@gmail.com

Dumm nur, dass man damit keine Wähler anspricht, die sollte man vielleicht besser in den USA suchen. Aber wo ein Vieregge oben drauf steht, ist die Wahlwerbung für die Demokraten nie weit entfernt...

So ist es.

Vieregge liest sich eher wie ein Campagnenschreiber für Obama denn wie ein unabhängiger Berichterstatter.

so ein Scheiß

halt Amerika

Antworten Gast: rundunxund
23.05.2012 16:55
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Re: so ein Scheiß

Was heißt da Amerika? Sowas kann auch in der Krone jederzeit zur Kampagne gemacht werden. Dichand Senior war bekanntlich großer Hundeliebhaber. Praktischerweise führen die Jungen das weiter. Es sind ja viele Sandler, Pensionisten und Arbeitslose Hundebesitzer und Krone/Heute Leser. Besonders in Wien.

Gast: L.W.
23.05.2012 15:28
9 1

Schön blöd.

Eigentlich wollte ich mich für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten bewerben.

Aber dann kam dummer Weise mein Nachbar mit 40 Jahre alten Fotos, auf denen eindeutig zu sehen war, wie ich meine Schildkröte mit dem Kinderfahrrad im offenen Wäschekorb hinten auf dem Gepäckträger transportiert habe.

Böse Sache ! So scheitern Traumkarrieren...

Antworten Gast: vor dem arlberg
23.05.2012 16:18
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Re: Schön blöd.

Geht mir auch so. Nur bei mir ist es ein Foto, wo ich als 2-jähriger auf dem Topf sitze. Die Karriere kann ich mir abschminken.

Weltklasse Hund

er hat Romney aufs autodach geschissen! ;)

Obama hat Hundefleisch gegessen.

In Indonesien, hat er selber zugegeben. Interessiert die Medien aber zufälligerweise nicht. Abgesehen davon ist das alles nur mehr lächerlich. Na, Hauptsache, Obama muß nicht zur wirtschaftlichen Lage Stellung nehmen.

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Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Leben Sie unter einem Stein? In den USA ist das DER Skandal gewesen in den erzkonservativen Medien.

Also, die konservativen Medien, die ich lese, beschäftigen sich eher mit Obamacare, der Verhütungsproblematik, Obamas Verhältnis zu Israel etc.

Unter Ihrem Stein ist das offenbar anders.

Antworten Gast: hunter666
23.05.2012 18:15
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Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

die wirtschaftlichen Lage hat er allerdings von George W Bush geerbt, Clinton hat damals Bush das Land mit Budgetüberschuss und funktionierender Wirtschaft übergeben!

Antworten Antworten Gast: gast1984
25.05.2012 10:37
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Re: Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Clinton hat beim Budget auch nur getrixt! Obama hat da weitergemacht wo Bush aufgehört hat!

Re: Re: Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Cosí fan tutti...

Antworten Gast: hrtzjhzr5jkukkl
23.05.2012 15:13
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Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Na und,was ist daran verwerflich?
Nicht mehr als das wir hier Kälber essen

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Re: Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Die Chinesen essen Hunde, es ist also nichts dabei. Mein Geschmack wäre das nciht.

Re: Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Im Prinzip ist mir das wurscht. Es geht um die einseitige Berichterstattung.

Antworten Antworten Antworten Gast: ghaeotuoeaijhpsod
23.05.2012 16:18
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Re: Re: Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

man hat die geschichte eh von beiden seiten beleuchtet.

die romneys meinten doch, dass der hund spaß hatte

Re: Re: Re: Re: Obama hat Hundefleisch gegessen.

Beide Seiten? Gleichwertig? Objektiv? Der war gut.

Wieder ein Wahlkampfthema,

dass einer "Supermacht" würdig ist...

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Wem interessiert das?

Ich finde es schon immer lächerlich, wenn man solche Geschichten zu bestimmten Anlässen öffentlich macht. Ich habe aufgehört Nachrichten im Radio zu hören oder im Fernsehen zu sehen - ich LESE in meiner Zeitung nur das, was mich interessiert. Man verblödet oder wird depressiv, wenn man sich den ganzen Schwachsinn Tag ein, Tag aus ansieht (-hört)......

Antworten Gast: Wem vs. wen
23.05.2012 16:01
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Re: Wem interessiert das?

Aha. Dann muß das also ein interessanter Artikel sein, sonst hätten Sie es ja nicht gelesen.
Ich persönlich finde es schon etwas seltsam, einen Hund stundenlang auf dem Autodach spazierenzufahren und anscheinend nicht mal eine Gassi-geh-Runde zu machen. Und dann wird das arme Vieh noch mit dem Schlauch behandelt.

anstatt über interessante Dinge

zu berichten wie die Fake-Geburtsurkunde von Mr. Soetoro berichtet man in den USA so einen Schwachsinn!

Re: anstatt über interessante Dinge

Mister Obama hat auch keine Original-Geburtsurkunde aus Hawaii,

ist angeblich in Nairobi geboren und wäre dann nach der Verfassung der US nicht legaler President.

Ist sicher interessanter als ein Hund am Autodach.

Bauern transportieren ihre Haustiere ja permanent in luftigen Frei-Käfigen.

Hätte er den Hund im Auto bei großer Hitze eingesperrt,wäre es Tierquälerei gewesen,

aber nicht mit viel Frischluft am Dach.

 
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