Der US-Drohnenangriff auf ein Haus in den pakistanischen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan am Montag hat Abu Yahya al-Libi, der Nummer zwei des Terrornetzes al-Qaida gegolten. Wie die „Washington Post" am Dienstag berichtete, sei bisher aber unklar, ob er bei dem Angriff tatsächlich getötet wurde. Man sei aber „optimistisch", hieß es aus Washingtoner Regierungskreisen.
Bei dem Angriff in Nord-Waziristan sollen 15 Menschen getötet worden sein, darunter mehrere ausländische Kämpfer. Die Region gilt als Rückzugsgebiet von Militanten verschiedener Gruppen, die sich zum Teil gegenseitig bekämpfen. Sollte sich al-Libi unter den Toten befinden, wäre das der größte Erfolg für US-Präsident Barack Obama nach dem Tod von Osama Bin Laden im Mai 2011.
Gespräche über "Tod des Sheikhs"
Der pakistanische Geheimdienst ISI bestätigte am Dienstag, dass es Informationen über den Tod al-Libis gebe. „Wir haben das bislang noch nicht überprüfen können", sagte ein ISI-Offizier gegenüber „Spiegel Online". „Wir versuchen aber, der Sache vor Ort nachzugehen." Laut dem Bericht sei am Montag öfters vom „Tod des Sheikhs" die Rede gewesen - ein möglicher Hinweis auf al-Libis Ableben.
Die Nummer zwei der al-Qaida wird auf Mitte 40 geschätzt und gilt als Gegenspieler zu al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri. Vor zehn Jahren wurde al-Libi in Afghanistan von den Isaf-Truppen verhaftet, 2005 gelang ihm die Flucht aus dem US-Gefängnis in Bagram. Im Dezember 2009 wurde er nach einem Angriff für tot erklärt, tauchte jedoch später wieder auf.
Acht Drohnenangriffe in zwei Wochen
In Süd- und Nord-Waziristan fliegt der US-Geheimdienst CIA immer wieder Drohnenangriffe. Laut der Website „Long War Journal" hat es 2012 bereits 21 derartige Attacken gegeben, davon alleine acht in den vergangenen zwei Wochen.
Während Menschenrechtsorganisationen den USA vorwerfen, im „Kampf gegen den Terrorismus" unschuldige Opfer in Kauf zu nehmen, betonte die amerikanische Regierung zuletzt die Notwendigkeit der Einsätze. Immerhin hätten diese zum Tod des pakistanischen Taliban-Chefs Baitullah Mehsud geführt.
(Ag./Red.)
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