"Die Bilder und Nachrichten aus Syrien sind furchtbar. Doch niemand sollte sich von ihnen dazu verleiten lassen, ein Eingreifen mit Soldaten zu erwägen. Denn mit der militärischen Option ist es wie mit der atomaren Abschreckung: Sie wirkt politisch nur, wenn sie glaubwürdig ist. Aber das ist sie im Falle Syriens nicht. Die militärische Option ist eine leere Drohung. Der Machthaber Bashar al-Assad muss nicht wirklich fürchten, dass die NATO oder die Europäer ihm und seinem Regime mit Gewalt an den Kragen gehen. Denn sie können es nicht und sie wollen es nicht. (...) Zum Ende des Libyen-Krieges wäre dem Bündnis beinahe die Munition ausgegangen und die Arsenale dürften noch nicht wieder aufgefüllt sein. Außerdem haben alle Bündnisländer die militärisch schwierige und finanziell zusätzlich belastende Rückzugsoperation aus Afghanistan vor sich. Damaskus kann schon allein deswegen der Spekulation über ein militärisches Eingreifen relativ gelassen zusehen."
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