US-Militär: Mehr Selbstmörder als Gefallene in Afghanistan

08.06.2012 | 10:37 |   (DiePresse.com)

Die Selbstmordrate unter US-Soldaten steigt. 2012 tötete sich im Schnitt jeden Tag ein Soldat. Das Pentagon zeigt sich überrascht.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Pro Tag nimmt sich ein US-amerikanischer Soldat das Leben. Durch Selbstmord sterben damit mehr Kämpfer als beim Kriegseinsatz in Afghanistan. Diese Daten gehen aus Statistiken des Verteidigungsministeriums in Washington hervor, berichtet der „Spiegel Online".

Im Jahr 2012 haben sich demnach bisher 154 Soldaten selbst umgebracht. Das entspreche einem Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Behörden in den USA zeigen sich von dem Anstieg überrascht, da in den Jahren zuvor die Selbstmordraten rückläufig waren. "Wir hätten eine geringere Anzahl an Selbstmorden erwartet", zitiert "Spiegel Online" die Chefin des neuen "Defense Suicide Prevention Office" im Pentagon.

Kampfeinsätze erhöhen das Risiko

Schon 2006 war es zu einem Anstieg der Selbstmordrate im Militär gekommen. Damals baute das Ministerium Beratungs-Hotlines auf, Übungen zum Stress-Management wurden angeboten und die Forschung zu psychischer Gesundheit verstärkt.

Ein Zusammenhang der Selbstmorde mit Kampfeinsätzen ist gegeben. Soldaten, die mehrere Kampfeinsätze hinter sich haben, sind stärker gefährdet, einen Selbstmord zu begehen. Das soll aus den Daten des Ministeriums hervorgehen. 1,4 der über 300 Millionen Amerikaner dienen derzeit aktiv im Militär.

 

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

15 Kommentare

sinnloser Krieg

sinnlose Tote - egal wie getötet

Gast: how do you do
08.06.2012 20:10
0 0

krieg tut weh

da sieht man wie krank krieg ist

er tut weh, egal an welcher front man steht

es gibt keine gewinner, denn der verlust befindet sich auf jeder seite

und am ende ist jeder mit seinem schmerz alleine

Antworten Gast: Bumsditrudi
08.06.2012 23:52
0 0

Re: krieg tut weh

Der Zeilenabstand verrät dich ^^
Aber wenigstens verbreitest einmal keine Propaganda! Stimme dir zu!

0 0

Man muss bedenken, dass dieser Krieg...

schon seit 10 Jahren läuft. (Das ist 2einhalb mal so lange wie der 2te Weltkrieg für die USA)
Viele der Soldaten sind in der dritten/vierten Tour dort.
Das ist psychisch sicher eine große Belastung und es wäre höchstens an der Zeit, dass die Nato diesen Einsatz beendet.
Diese "Polizeiaktion" die da jetzt läuft kann man zwar ewig weiterführen aber am Ende bringt sie nichts.

Wenn ich täglich meinen proletuiden Freunden beim Martern von Zivilisten zusehen müsste

und zu feige wäre, was dagegen zu tun, würde ich auch irgendwann den Freitod wählen.

Ich denke, dass sich eher die Besseren selbst erschiessen. Schade.

Noch lange nicht soviel wie Zivilisten im Irak

Krieg Tut niemandem gut !
Diese Milliarden die an Kriegsgerät verschwendet werden,wären in Ziviltechnologie besser aufgehoben,einmal geht das Öl ja doch aus.
Manches geht auch mit dem Fahrrad,und gesund ist es noch dazu.

"das Pentagon zeigt sich überrascht"

süss...die armen Kerle werden mit allen möglichen Psychopharmaka behandelt und dann wundert man sich, dass die sich umbringen!

Gast: Vom relativen Wohlstand ins ungewisse Hundeleben katapultiert
08.06.2012 12:46
4 0

Viele der Jungs gehen naiv zum Kampf um Freiheit und Demokratie ins Ausland, müssen dann aber ernüchtert erkennen, daß sie nur für die Profitinteressen anderer gnadenlos in den Tod geschickt werden ... so mancher verkraftet diese späte Erkenntnis nicht

Afghanistan ist weder ein free lunch bei McDonalds noch Disney Land sondern grausame, unerbittliche Realität.

Dazu die verlogene Art, sie statt auf 1 kurzen, viele auf 3 und längere Einsätze zu schicken, was oftmals beruflichen und familiären Bankrott bedeutet.

Die meisten machen das anfänglich nur wegen der reativ guten, sicheren Bezahlung, um ihren Hauskredit abzahlen oder ihr Studium finanzieren zu können. Abenteuerlust spielt auch mit.

Doch Afghanistan entpuppt sich dann als anders als ein Computerspiel. Das verkraften sie dann nicht, die harten Jungs, denn die kriegserprobten Afghanen sind noch viel härter.


Antworten Gast: apokalypsenow
08.06.2012 13:17
0 0

Re: Viele der Jungs gehen naiv zum Kampf um Freiheit und Demokratie ins Ausland, müssen dann aber ernüchtert erkennen, daß sie nur für die Profitinteressen anderer gnadenlos in den Tod geschickt werden ... so mancher verkraftet diese späte Erkenntnis nicht

Um ein Haus abzuzahlen muss das schon eine hohe Summe sein.

Um wieviel Geld pro Monat sprechen wir da für einem normalen Marine?

2 0

In den großen Kriegen des 19. und 20 Jahrhunderts haben viele Soldaten Kampfhandlungen verweigert.

Viele haben nur so getan als würden sie schießen, wollten nicht töten. Um dem entgegenzuwirken werden Soldaten der großen Kriegsnationen heutzutage zu entmenschlichten Tötungsmaschinen erzogen - Töten als unkontrollierter Reflex. Krieg wird immer mehr zum Videospiel und verliert damit seinen Schrecken.

Es dauert zwar länger, aber kommt dann umso heftiger, wenn die Soldaten begreifen was um sie vorgeht.

Re: In den großen Kriegen des 19. und 20 Jahrhunderts haben viele Soldaten Kampfhandlungen verweigert.

Und dann gibt es noch den Unterschied, ob man als indoktrinierter Angreifer oder als legitimer Verteidiger seiner Heimat an der Front steht.

Suizid scheint hier eine ehrenvolle Art die Konsequenzen aus der Beteiligung an den Angriffskriegen zu ziehen.
Wenngleich es wieder nur die Falschen trifft, von den "Entscheidern" hatte noch keiner je den Mumm dazu!

Antworten Antworten Gast: k.u.k Feldmarschall
08.06.2012 12:44
0 3

Re: Re: In den großen Kriegen des 19. und 20 Jahrhunderts haben viele Soldaten Kampfhandlungen verweigert.

Schau, schau!
Ein Zivi hat einen Sprechdurchfall.
Gute Besserung!

Re: Re: Re: In den großen Kriegen des 19. und 20 Jahrhunderts haben viele Soldaten Kampfhandlungen verweigert.

Oh, der anonyme Möchtegern outet sich als ahnungsloser Verleumder.

Naja, wenn man schon sonst keine Meinung zum Thema hat, ist eine persönliche Beleidigung natürlich das Nächstbeste.

Viel Erfolg damit!

Antworten Gast: Ösi
08.06.2012 11:54
0 0

Re: In den großen Kriegen des 19. und 20 Jahrhunderts haben viele Soldaten Kampfhandlungen verweigert.

Jo, Mann!

Wenns dann schnallen, dass der ole Ösi im Wein & Co in der Mariahilferstrasse am Freitag nachmittag nach dem AMS-Besuch und vorm SOMA-Einkauf zur Stärkung ein halbes dutzend Schorle reinkippt während irgendwo auf der Welt sich die Blöden die Birne wegballern.

so schauts aus und für MICH zumindest recht gut
Ösenpower

Antworten Antworten Gast: Fee 777
08.06.2012 19:54
0 0

Mäusefalle

Der alte Hase Peter Scholl- Latour hat sich totgelacht, als er unsere Computer-Babys der ISAF in Afghanistan sah. Gastfreundschaft auf Afghanisch: die Jungs erst begrüßen und dann von hinten rausbomben, im Militärjargon nennt man das Mäusefalle. Wer nicht schießt ist weg vom Fenster. Wer da mitmacht, ist eben falsch informiert. Die Banken Neo-Cons grüßen. Krieg für die Menschenrechte, Verzeihung, für die Wall Street.

AnmeldenAnmelden