Jemen: Offensive gegen al-Qaida

12.06.2012 | 19:15 |   (DiePresse.com)

Regierungstruppen erlangten die Kontrolle über zwei Städte im Süden zurück. Der UN-Sicherheitsrat droht mit Sanktionen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Bei ihrer Offensive gegen das Terrornetzwerk al-Qaida im Süden Jemens hat die Armee des Landes offenbar einen Erfolg erzielt. Regierungstruppen hätten die "vollständige Kontrolle" über die beiden Städte Jaar und Zinjibar zurückerlangt, erklärten Militärvertreter am Dienstag. Der UN-Sicherheitsrat drohte indes mit Sanktionen, sollten Anhänger des früheren Staatschefs Ali Abdullah Saleh weiter den politischen Wandel behindern.

Die Armee eroberte zunächst die Stadt Jaar in der Provinz Abjan zurück, wie General Salem Ali Koton auf der Webseite des Verteidigungsministeriums erklärte. Die Straße nach Aden, wichtigste Stadt im Süden des Jemen, sei wieder freigegeben worden. Danach drangen die Regierungstruppen in die zehn Kilometer südlich gelegene Provinzhauptstadt Zinjibar vor, wie General Mohammed al-Somali der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Bei ihrem Rückzug hätten al-Qaida-Kämpfer Minen und Bomben hinterlassen. "Ganz Zinjibar" sei unter Kontrolle der Armee, erklärte al-Somali. Bei der Offensive kamen nach Angaben der Generäle insgesamt 26 Aufständische und vier Soldaten ums Leben.

In Jaar seien mehrere dutzend Bewohner auf die Straße gegangen, um der Armee zuzujubeln und Freudenschüsse in die Luft abzugeben, berichteten Augenzeugen. Aufständische seien in Fahrzeugen, die mit Waffen und Möbelstücken beladen waren, nach Osten in Richtung der Stadt Tshukra geflohen. Zudem hätten sie Flugblätter verteilt, in denen sie sich bei den Bewohnern für die Gefechte entschuldigten.

Der UN-Sicherheitsrat drohte indes mit Sanktionen, sollten Vertraute des früheren Staatschef Saleh weiter den politischen Wandel im Land behindern. Der Rat in New York fordere ein Ende aller Aktionen, die die Autorität der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi untergraben, hieß es in der am Dienstag einstimmig angenommenen Resolution, in der Saleh nicht explizit erwähnt wurde. Nach wie vor sind wichtige Posten in Armee und Verwaltung in der Hand von Salehs Anhängern.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

AnmeldenAnmelden