Im Irak sind bei einem Anschlag mindestens acht schiitische Pilger getötet worden, die sich auf dem Rückweg von einer religiösen Feier befanden. 15 weitere Menschen seien bei der Explosion einer Autobombe auf einer Schnellstraße am Rande des Viertels Tshula in Bagdad verletzt worden, sagte ein Mitarbeiter des Innenministeriums am Samstag. Am Morgen hatten sich im Viertel Kadhimiya am Mausoleum des schiitischen Imams Musa al-Kadhim mehrere zehntausend Pilger zur Feier seines Todestags versammelt.
Die Sicherheitsvorkehrungen waren im Vorfeld der Feiern deutlich verschärft worden. Erst am Mittwoch waren bei der blutigsten Anschlagsserie seit zehn Monaten landesweit 72 Menschen getötet und mehr als 250 verletzt worden. Insgesamt erschütterten mehr als 40 Attentate mit Autobomben, Sprengsätzen und Schusswaffen Bagdad und weitere Städte des Landes. Die Anschläge, zu denen sich die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Extremistengruppe Islamischer Staat Irak bekannte, richteten sich vor allem gegen schiitische Pilger.
Al-Kaida und anderen sunnitischen Extremisten betrachten die Schiiten als Heretiker. In den vergangenen Jahren verübten sie zu schiitischen Festtagen immer wieder blutige Anschläge auf Pilger im Irak und anderen Ländern wie Pakistan.
Die Zwölferschiiten verehren Musa al-Kadhim als den siebenten ihrer zwölf Imame, die sie als die einzigen rechtmäßigen Nachfolger des Propheten Mohammed betrachten. Kadhim wurde im Jahr 799 unter der Herrschaft des sunnitischen Kalifen Harun al-Rashid vergiftet.
(APA)
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